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Test
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04.12.2020

Valdemar Erlingsson Cloud Seed Test

Freeware Hall Plugin für Windows

Überraschend gut

Nicht allzu viele  Leute werden von Valdemar Erlingsson gehört haben, wirklich viel Output hatte der Software-Entwickler bisher nämlich nicht. In seinem Werk gibt es einen algorithmischen Open-Source-Hall, der allerdings in aller Munde ist. So etwas lassen sich unsere Freeware-Experten natürlich nicht entgehen. 

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Details

Allgemeines

Cloud Seed gibt es direkt auf der Seite des Herstellers. Das Plugin kann installiert werden, es gibt aber auch eine No-Install-Version, die einfach nur in den entsprechenden VST-Ordner der DAW kopiert werden muss. Da es sich bei Cloud Seed um ein Open-Source-Plugin handelt, kann sich außerdem jeder den Source-Code herunterladen und seine eigene Version daraus basteln. 

Das Plugin gibt es derzeit nur für Windows im VST-Format und seit Version 1.0.1 auch nur noch in 64 Bit. Für eine 32-Bit-Version des Hall-Plugins muss auf eine ältere Version zurückgegriffen werden.  

Konzept und GUI

Cloud Seed ist besonders auf lange bis endlose Hall-Fahnen, abgefahrene Echos und damit also auf deutliche Effekte ausgelegt, wie man sie zum Beispiel in der Filmmusik oder im Sounddesign braucht. Das Plugin ist keine Emulation einer bestimmten Hardware, trotzdem orientierte sich dessen Entwickler durchaus am Aufbau und dem Signalfluss verschiedener digitaler Delay-Einheiten aus den 80er Jahren.

Das GUI von Cloud Seed ist aufgeräumt und übersichtlich, das ist bei so vielen Controls und Möglichkeiten auch nicht anders möglich. Da das Plugin immer Freeware war und es auch keine kostenpflichtige Version gibt, wurde Cloud Seed keinen Einschränkungen unterworfen, um den Funktionsumfang einzuschränken.    

Das GUI ist in vier Module unterteilt. Modul 1 teilen sich die Main- und Filter-Features, es folgen zwei separate Module für Early-Reflections und Late-Reverberation und das vierte Modul beinhaltet dann einen EQ. Unter diesen Modulen findet man noch vier weitere Parameter: Tap Seed, Diffusion Seed, Delay Seed und Post Diffusion Seed. Unter Program Bank können Presets ausgewählt oder eigene erstellt werden. Und rechts daneben wird der Parameter und dessen Wert angezeigt, den man gerade mit der Maus in einem der Module bearbeitet. 

Sound

Die Sounds, die Cloud Seed ausspuckt, sind einfach der Hammer. Die Gitarre in Beispiel eins klingt wie aus einem Soundtrack von Cliff Martinez oder Trent Reznor und die Synth-Plucks, die trocken etwas zickig klingen, werden durch Cloud Seed angenehm umschmeichelt und enorm aufgewertet. Das Synth-Pad in Beispiel drei blüht enorm auf, genau wie die World-Vocals in Beispiel vier. Das ist großes Kino. 

Fazit

Der Sound von Cloud Seed ist top und die Ausstattung für Freeware überdurchschnittlich – damit kann das Plugin definitiv mit bekannten Vertretern der Gattung wie Supermassive oder Blackhole mithalten. Cloud Seed macht jeden Sound runder, weicher und lebendiger, und alles klingt irgendwie besser. Durch die vielen Controls kann der Effekt perfekt auf das jeweilige Signal eingestellt werden, besonders interessant ist es, den Dry-Out-Regler ganz auf null zu setzen, dadurch hört man nur noch den Effekt und kein trockenes Signal mehr. So lassen sich neue Pad-Sounds erzeugen, die direkt nach einem richtig teuren Plugin und großem Hollywood-Soundtrack klingen. Wollen wir hoffen, dass es Cloud Seed bald auch für macOS gibt. 

  • Pro
  • Hammer-Klang
  • üppig ausgestattet
  • sehr wandelbar
  • übersichtliches GUI
  • eigene Presets können abgespeichert werden
  • Contra
  • zurzeit nur für Windows erhältlich
  • Features
  • algorithmischer Hall für große Effekte
  • großzügig ausgestattet
  • zwei Filter + EQ
  • neun Presets + eigene können abgespeichert werden
  • Preis
  • Valdemar Erlingsson Cloud Seed: kostenlos

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