Software Freeware Plugin Instrumente
Test
10
17.06.2015

U-He Zebralette Test

VST-, AU- und AAX-Freeware-Synthesizer für Mac und Windows

Das kleine Zebra

Besonders beim Einstieg in die elektronische Musikproduktion führt ein Mangel an Sounds schnell zu Frustpausen, weswegen man aufgrund des zu Anfang meist knappen Budgets für jede kostenfreie Quelle brauchbarer Sounds dankbar ist.

Der Freeware Synthesizer „Zebralette“ von Urs Heckman ist eine ebensolche Quelle und ist mit Besonderheiten wie dem Wave Editor auch für fortgeschrittene Musiker an Mac und PC durchaus interessant. 

Noch mehr kostenlose PlugIns findet ihr in unserem großen Freeware Software Synths und PlugIns Special.

Details + Praxis

Allgemeines

Der ursprünglich für Demonstrationszwecke entwickelte „Zebra 2“-Abkömmling kommt als VST-, Audio-Unit- sowie als AAX-Plug-In und ist somit in jeder renommierten DAW auf Mac und Windows nutzbar. 

Unterschiede zu Zebra 2

An Klangpotenzial soll es dem Freeware-Synth trotz Einschränkungen nicht mangeln. Zebralette schnappt sich einen der vier reich ausgestatteten Oszillatoren des kostenpflichtigen Papas und verpackt diesen in einer vereinfachten, abgespeckten Oberfläche, ohne dabei aber auf wesentliche Elemente der Klangsynthese zu verzichten. Lediglich ein Virtual Analog Filter fehlt, was laut Hersteller aber auch durch die zwei in Reihe geschalteten „Spectral Effects“ kompensierbar sein soll. 

Waveforms, Modulation und Stepsequencer

Zusätzlich zum Spectral-FX-Panel gibt es ein Waveform-, ein Tune-, ein Phase- und ein VCA-Panel. Letzteres ist für den Output zuständig. Zur Modulation stellt „Zebralette“ einen globalen LFO, einen Voice LFO, eine Envelope und einen sehr leicht bedienbaren Multi Stage Envelope Generator zur Verfügung. Bei dem Multi Stage Envelope Generator (kurz MSEG) handelt es sich um einen Stepsequencer der sich als wahre Wunderwaffe entpuppt denn: Den Parametern OSC Tune, FX1, FX2, SyncTune, Phase, WaveWarp, Pan und Volumen wurde ein passender Mod-Drehregler spendiert, der über verschiedene Quellen, einschließlich der LFOs und Envelopes, angesteuert werden kann.

Wave Editor

Highlight des kleinen Zebras ist der Wave Editor, welcher die Möglichkeit bietet, im Handumdrehen eigene Wave-Formen zu kreieren, anstatt nur aus den herkömmlichen Saw-, Sine- und Square-Waves auszuwählen. Weitere Vielseitigkeit im Klang liefert der „WaveWarp“, mit dem sich sowohl die voreingestellten als auch die selbst designten Waves morphen oder mischen lassen. Des Weiteren bietet „Zebralette“ eine Modulationseffekt Einheit, die einen Phaser, Chorus, Phorus sowie eine Delay-Sektion bereithält. 

Viele Presets

Die über 150 Lead-, Pad- und weiteren Presets sind bequem über den integrierten Browser erreichbar. Sie verschaffen einen Einblick in das Potenzial und die doch überraschende Vielseitigkeit der vermeintlichen „Zebra 2“ Demo. Trotz des verhältnismäßig einfachen Aufbaus sind dennoch wunderbare Sounds möglich. Aber hört doch lieber selbst!

Für die Installation lädt man sich die neueste Version von „Zebra“ von der Herstellerseite herunter. Bis zur Registration und dem Kauf ist diese allerdings nur als Demo verfügbar ist und gibt deshalb ein unregelmäßiges Knacken von sich, was es zur Aufnahme unbrauchbar macht. Die „Zebralette“ wird allerdings automatisch mitinstalliert, so dass die Installation von „Zebra“ dadurch unumgänglich wird.

Fazit

Die enge Verwandtschaft zu dem ziemlich komplexen Synth-Boliden „Zebra 2“ ist zwar deutlich spürbar, dennoch eignet sich „Zebralette“ gerade für Einsteiger und sollte damit im Pflichtprogramm stehen. Der vereinfachte Oszillator ist wirklich schnell verstanden und macht das erste Klangdesign zum Kinderspiel, wenngleich auch schnell Hunger nach mehr entsteht. Wer diesen Hunger dann stillen möchte, kann sich das Upgrade auf „Zebra 2“ für stolze EUR 218,52 gönnen. 

  • PRO:
  • vielseitiger OSC
  • intuitive Bedienung
  • perfekt für Einsteiger
  • CONTRA:
  • „Zebra“-Demo muss mitinstalliert werden

Verwandte Artikel

User Kommentare