Cakewalk by BandLab Test

BandLab ist eine Music-Creation-Plattform, ähnlich wie seinerzeit Myspace, die aber auch Sample-Packs, Drum-Kits und Loops liefert. Ohne DAW kann allerdings keine Musik gemacht werden, deshalb entschied man sich dazu, auch gleich eine eigene Musiksoftware anzubieten. 

Cakewalk_by_BandLab_B01_Test


Neu ist die an sich nicht, denn es gab sie bereits früher unter dem Namen Sonar. Jetzt heißt sie aber Cakewalk mit dem Beinamen by BandLab und kostet nicht einmal etwas. Wir haben die Freeware-DAW für euch getestet. 
Noch mehr kostenlose und günstige DAWs findet ihr in unserem großen DAW-Special für den schmalen Taler.

Allgemeines

Die Installation von Cakewalk läuft über den sogenannten BandLab Assistant; eine App, über die man Dateien bei BandLab hochladen, Sound-Files wie Sample-Packs oder Drum-Kits und eben auch Software herunterladen kann. Zuerst muss auf der Seite des Herstellers ein Account angelegt und anschließend der BandLab Assistant installiert werden, dann kann von dort aus Cakewalk installiert werden. 
Werden alle Sounds mitinstalliert, braucht man 3 GB Festplattenplatz. Die DAW ist momentan nur für Windows ab Version 7 und auch nur in 64 Bit erhältlich.

Das GUI wirkt bekannt und ist flexibel

Optisch wirkt Cakewalk relativ vertraut, das liegt zum einen am dunkelgrauen GUI, denn diese oder ähnliche Farben werden von den meisten zeitgenössischen DAWs genutzt, zum anderen ist aber auch der grundlegende Aufbau der Bedienoberfläche bekannt. In den Einstellungen kann zusätzlich ein heller Modus ausgewählt werden.

Das GUI von Cakewalk
Das GUI von Cakewalk

Am oberen Rand befindet sich das Transport-Fenster und wird durch Module für Werkzeuge und Rechner-Performance ergänzt. Das Arrangement-Fenster mit Audio, MIDI- und Automationsspuren bildet den Kern des Programms, hinzu kommen ein Mixer, zwei separate Kanalzüge ganz links außen, für die jeweils ausgewählte Spur und den Master-Kanal, wie man das von Logic her kennt, ein Editor-Fenster für Audio- und MIDI-Bearbeitung und ein Datei-Browser, die alle ausgeblendet werden können. Als praktisch könnte sich für Cakewalk-Einsteiger auch das Hilfemodul erweisen, dass bei jedem Arbeitsschritt eine passende Erklärung liefert.  
Interessant finde ich die Arbeitsbereich-Funktion, über die das GUI personalisiert gestaltet und dann auch abspeichert werden kann. Sechs Presets sind bereits vorhanden, die alle einem bestimmten Zweck zugeordnet wurden. Make Beats blendet standardmäßig den Drum-Sampler, Matrix genannt, ein, Basic zeigt nur die nötigsten Controls und Advanced bietet so gut wie jedes verfügbare Fenster. So lässt sich im Prinzip jedes Modul ein- und ausblenden und das GUI damit an unterschiedliche Projekte anpassen. 

Fotostrecke: 3 Bilder Über die Arbeitsbereich-Funktion …
Fotostrecke

Native Plugins und Sounds

Es sind 19 native Standard-Effekte wie Kompressor, Reverb, Delay, Distortion, Phaser, Chorus und zwei EQs mit an Bord. Die Bedienoberflächen wirken etwas altmodisch, aber klanglich macht die Grundausstattung von Cakewalk eine gute Figur, damit lässt sich durchaus vernünftig arbeiten. Hinzu kommen zahlreiche FX-Chains, die dann mehrere Effekte kombinieren. Besonders zu erwähnen sind zwei Effekte bekannter Firmen, denn Melodyne 4 und die Amp-Simulation TH3 von Overloud sind ebenfalls enthalten. Wer noch mehr Auswahl braucht, kann Drittanbieter-Plugins uneingeschränkt nutzen.   
Bei den Instrumenten sieht es dagegen etwas mager aus, denn im mit Cakewalk ebenfalls installierten Studio-Instruments-Pack sind nur vier Instrumente enthalten: Bass Guitar, Drum Kit, Electric Piano und String Section. Das ist als Grundausstattung in Ordnung, berücksichtigt aber nur klassische Instrumente. Elektronische Sounds sucht man in Plugin-Form leider vergeblich und auch der implementierte General-MIDI-Synthesizer hilft da nicht wirklich. Beim Thema Instrumente wird man bei Cakewalk also kaum um Drittanbieter-Plugins herumkommen.

Cakewalk bietet einige native Effekte und Instrumente.
Cakewalk bietet einige native Effekte und Instrumente.

Was Sounds anbelangt, bietet BandLab dafür eine reiche, um nicht zu sagen riesige, Auswahl an Grooves, Loops One-Shots und Samples, die im BandLab Assistant vorgehört und dann direkt von dort per Drag-and-drop in Cakewalk importiert werden können. Über die Browse-Funktion lassen sich die Ergebnisse über verschiedene Stilistiken filtern. Die folgenden Beats bestehen ausschließlich aus Loops von BandLab und wurden ausschließlich mit Cakewalk-Effekten bearbeitet.   

Audio Samples
0:00
01 Beat 1 02 Beat 2 03 Beat 3

Workflow und Funktionen

Über den Workflow, den Cakewalk bietet, lässt sich wirklich gut und schnell arbeiten, denn der grundlegende Aufbau und die meisten Funktionen sind vertraut. Man merkt dem Programm die Vergangenheit als vollwertige DAW durchaus an, denn es weist einen sehr großen Funktionsumfang vor. Was zum Beispiel die Bearbeitung anbelangt, gibt es neben dem Mixer die bekannte Pianoroll-Ansicht, einen Step-Sequencer und sogar eine Partitur-Ansicht, in der MIDI-Events in klassischer Notenschrift dargestellt werden können. Auch Multi-Output-Plugins werden unterstützt, genau wie die Touch-Bedienung der Software. Hinzu kommen Rewire-Support, ein Drum-Replacer und ein Theme-Editor, über den sich das GUI noch weiter personalisieren lässt. Außerdem gibt es bei der Spuren- oder Effekt-Anzahl keinerlei Beschränkungen. Das sind erstaunlich viele Funktionen für eine Freeware-DAW. 
 

Fazit

Cakewalk by BandLab ist ein wirklich rundes Freeware-Paket, das einem sehr viele Möglichkeiten und mindestens genauso viele Sounds bietet. Egal, ob man sich schon an eine andere DAW gewöhnt hat oder gerade erst in die Welt der Musikproduktion eintaucht, bei Cakewalk findet man sich in jedem Fall schnell zurecht, dagegen wird es sicher eine Weile dauern, bis man an die Grenzen des Programms stößt. Die native Ausstattung könnte größer sein, aber Drittanbieter-Plugin- und Rewire-Support trösten darüber hinweg. Unbegrenzte Spuren und Effekte, sowie massenhaft Loops und Sounds über den BandLab-Assistant runden die Sache ab. Mit Cakewalk by BandLab kann man nichts falsch machen. 

Pro
  • übersichtliche Optik
  • schnell zu lernender Workflow
  • unbegrenzte Spuren und Effekte
  • Drittanbieter-Plugins werden unterstützt
  • viele Sounds über den BandLab Assistant
Contra
  • relativ wenig native Ausstattung
Features
  • Freeware-DAW
  • timeline-basierter Workflow
  • separate Editor-Fenster für MIDI, Audio und Notation
  • neunzehn Standard-DAW-Effekte, FX-Chains und vier Instrumente
  • unbegrenzte Spuren und Effekte
  • Drittanbieter-Plugin-Support
Preis
  • Cakewalk by BandLab: kostenlos

Unser Fazit:

Sternbewertung 4.5 / 5

Pro

  • übersichtliche Optik
  • schnell zu lernender Workflow
  • unbegrenzte Spuren und Effekte
  • Drittanbieter-Plugins werden unterstützt
  • viele Sounds über den BandLab Assistant

Contra

  • relativ wenig native Ausstattung
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Cakewalk by BandLab Test
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von Tobias Homburger

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Profilbild von Robin

Robin sagt:

#1 - 27.04.2021 um 00:01 Uhr

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Der Titel-Zusatz müsste eigentlich nicht "Alte DAW, neuer Name" heißen, sondern "Alte DAW wieder unter ganz alten Namen". Denn vor Sonar hieß die Software in der Tat schon einmal Cakewalk. ;-)

Profilbild von Der Duke

Der Duke sagt:

#2 - 30.04.2021 um 09:57 Uhr

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Ich habe vor ca. 1,5 Jahren auch ganz euphorisch mit Cakewalk angefangen. War allerdings ziemlich ernüchternd. Die absolut tolle Oberfläche macht einiges her, man bemüht sich, mit Artikulationsmanagement an Cubase und Logic anzuknüpfen, aber trotz Lektüre vieler Tutorials wollte es nicht so recht tun, was ich wollte. Die Anbindung von externen Controllern, Keyboards, etc. ist z.B. sehr komplex.
Dann habe ich mal Studio One Artist ausprobiert (bei meinem 1. Interface war eine Lizenz dabei). Und da liefen z.B. Behringer X-Touch, NI Komplete Kontrol S u. Maschine sofort genau so, wie es sollte. Bei Cakewalk auch nach vielen Stunden nicht immer so richtig.Dasselbe mit Instrumententracks. Zuhauf gab es Schwierigkeiten, weil z.B. MIDI trotz Anbindung an eine VST stumm blieb o.ä.
So intuitiv, wie das bei S1 funktioniert (einfach Drag'n'Drop und losspielen, Presets für Instrumente u. ganze Effektketten, seit 5.2 auch Artikulationsmanagement, sogar direkt unterstützt von VSL, UJAM und weiteren), habe ich gerne die $150 für eine gebrauchte Upgrade-Lizenz auf S1 Professional investiert. Was das alles an Zeit einspart... Da funktioniert nahezu alles intuitiv und es gibt für fast jeden erdenklichen Fall ein kurzes Tutorial vom Hersteller, falls man selbst nicht weiterkommt.Trotzdem finde ich Cakewalk nicht schlecht, ich werde sicherlich immer mal wieder einen Blick riskieren, wie es mit meinen Problempunkten weitergeht. Die Oberfläche ist einfach zu gut. Und wer kein Geld ausgeben will und/oder kann, wird die Zeit investieren, die nötig ist, um es rund laufen zu lassen.

Profilbild von blume0012

blume0012 sagt:

#3 - 01.01.2022 um 07:48 Uhr

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Wäre ja echt toll gewesen wenn Ihr hier auch mal ein Link zum download, oder zumindest mal erklärt hättet wo man das Programm bekommt ! :-I
... Ansonsten Danke für den Bericht !!!!!

    Profilbild von Felix Klostermann

    Felix Klostermann sagt:

    #3.1 - 02.01.2022 um 17:09 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Servus Blume0012, danke für deinen Hinweis. Der Link ist wohl verloren gegangen – ich hab ihn gerade neu hinzugefügt :-) Danke dir!https://www.bandlab.com/pro...

    Antwort auf #3 von blume0012

    Antworten Melden Empfehlen
Profilbild von "Ulovemyvoice"

"Ulovemyvoice" sagt:

#4 - 22.03.2022 um 11:59 Uhr

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Ich glaube tatsächlich, dass Cakewalk auch hier noch "underrated" ist. Was die "native Ausstattung" mit Plugins angeht, finde ich nicht, dass Cakewalk "Schmal" ausgestattet ist. Man bedenke: Man bekommt mit Cakewalk eine vollausgestattete DAW, ohne Begrenzung was Spuranzahl angeht, ohne Einschränkungen bei Drittanbieter - Plugins und mit allem was für den Alltag erforderlich ist - kostenfrei, ohne Haken dran. Plugins z.B. bzgl Synthesizer oder andere Instrumente kann man - so weit SI Suite (Das integrierte Paket) nicht ausreicht - auch über Freeware - Plugins ergänzen (Wodurch hoch flexible Umgebung möglich ist!). Soundtechnisch sind Ergebnisse aus Cakewalk über jeden Zweifel erhaben, der Workflow ist - gerade für Leute die auch Mischpulte kennen - übersichtlich und schnell zu erlernen. Mit "Creative Sauce" und seiner Serie an YT - Videos zu Cakewalk gibt es eine mehr als umfangreiche Ressource zu Tutorials zu allen (einstiegsrelevanten) Fragen, die bei der Nutzung einer DAW aufkommen können. Zusätzlich: Ich habe mir das "M Audio 192/14" gegönnt, dass mit Plugins von "AirIndustries" kommt. Das bedeutet: Ich besitze eine hochausgefeilte Pluginsammlung, mit der ich die Studio Instruments Suite und "TH3" die Cakewalk bereits integriert, ergänze, bis hin zu funktionierenden Mastering - Tools. Was braucht man mehr, wenn man ohne grosses Invest mit solider Technik arbeiten will?

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