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16.05.2018

Strumming Pattern leicht gemacht

Begleittechniken auf der Gitarre verstehen und umsetzen

Strumming-Pattern sind besonders auf der Akustikgitarre ein unverzichtbarer Bestandteil der Gitarrenbegleitung und stehen beim Gitarre-Lernen von Anfang an hoch im Kurs. Kein Wunder, denn schon mit den ersten typischen Schlagmustern, die man gelernt hat, können viele der eigenen Lieblingssongs gespielt werden. Um diese Art der Begleitung möglichst flexibel und variabel einzusetzen, macht es dennoch Sinn, sich ganz genau mit der Technik der Anschlagshand auseinanderzusetzen. Denn hat man das System dahinter einmal verinnerlicht, können verschiedene Rhythmen und Schlagmuster problemlos und schnell umgesetzt werden.

Im heutigen Workshop lernst du Songs sicher und souverän zu begleiten.

Zum Verstehen und Einordnen von Rhythmen muss man sich zunächst bewusst machen, dass die Anschlagsbewegungen der rechten Hand einem Muster folgen, das sich nach der sogenannten Micro-Time richtet, der kleinsten rhythmischen Einheit des Song-Grooves. Wenn du dir über das Feeling eines Songs nicht ganz im Klaren bist, kann die HiHat-Figur des Schlagzeugers oft ein hilfreicher Ansatzpunkt sein.

Hat man es in einem Song also beispielsweise mit einem klassischen Achtelbeat zu tun, wird die HiHat in vielen Fällen auch eine Achtelfigur spielen und damit die "Micro Time" untermauern.

Achtelrhythmen verstehen und umsetzen

Um die Technik der rechten Hand beim Spielen von Strumming-Pattern zu verstehen, bleiben wir gleich bei den Achtelnoten. Ich habe dafür einen kleinen Beispielgroove vorbereitet, an dem wir die Technik erarbeiten wollen.

Die erste Übung besteht darin, die Anschlagshand im Wechselschlag im Tempo der durchlaufenden Achtelnoten auf und ab laufen zu lassen. Dabei decken die Abschläge (Downstrokes) die Hauptzählzeiten und die Aufschläge (Upstrokes) die "und" Zählzeiten ab.

Es macht Sinn, beim Üben zunächst die Saiten mit der linken Hand abzudämpfen, um durch den dadurch entstehenden perkussiven kurzen Sound ein Gefühl für gleichmäßige Achtelnoten zu bekommen.

Im folgenden Playback wollen wir das Ganze jetzt zu einem Metronom langsam üben. Auf der Aufnahme läuft dabei eine Gitarre zur Unterstützung mit.

Wenn du in dieser Übung sicher bist, geht es nun daran, den Beispiel-Rhythmus umzusetzen.

Eine rhythmische Figur entsteht ganz einfach, indem einzelne Akzente bzw. Anschläge ausgelassen werden. Ganz wichtig dabei ist, dass du deine rechte Hand trotz ausgelassener Akzente immer weiter im Muster der Achtelnoten laufen lässt. An den freien Stellen berührt also das Plektrum einfach nicht die Saiten. Ob die Noten dabei kurz oder lang klingen, entscheidest du, indem du die Saiten nach dem Anschlag dämpfst oder nicht.

Unser Beispiel-Rhythmus sieht im Notenbild so aus:

Im Tempo der ersten beiden Audiobeispiele werden wir nun den Rhythmus zunächst wieder mit gedämpften Saiten umsetzen.

Geschafft? Ok, dann geht es jetzt ans Songbeispiel. Die Akkordfolge wird mit einfachen Leersaitenakkorden gespielt und sieht so aus:

Wenn ihr die Akkordabfolge verinnerlicht habt, findet ihr hier zwei Audios zum Üben und mitspielen.

Hier kannst du dir alle Achtel-Übungen noch einmal anschauen:

Sechzehntelrythmen verstehen und umsetzen

Sechzehntelrythmen sind ebenfalls in der Strumming-Begleitung gern gesehen und richten sich genau wie die Achtel nach einem binären Muster. Der Unterschied besteht darin, dass nun statt zwei, vier Anschläge auf eine Hauptzählzeit fallen.

Das sieht dann so aus:

Unser Sechzehntel Rhythmusbeispiel, das wir jetzt genau nach demselben Prinzip lernen wollen, geht folgendermaßen:

Da die Anschlagshand bei Sechzehntelrhythmen in der Regel mehr gefordert ist, kann es sein, dass dir die Umsetzung in einem höheren Tempo zunächst etwas schwerer fällt.

Zum Abschluss unserer Exkursion in die Welt der Sechzehntel Rhythmen folgt hier nun unser Beispielsong zu den Sechzehntelnoten.

Alle Sechzehntel-Übungen im Video:

Die Umsetzung von ternären Rhythmen

Auch wenn in der Pop- und Rockmusik Strumming-Muster, die binären Rhythmen folgen, am häufigsten vorkommen, sollen die ternären Rhythmen in diesem Workshop zum Abschluss nicht fehlen.

Der Schwierigkeitsgrad ist hier für die Anschlagshand höher, da die Zahl 3 in der Microtime dafür sorgt, dass die Bewegung der rechten Hand sich abwechselnd auf jeder Hauptzählzeit dreht.

Wenn alle Triolen in einem 4/4 Takt angeschlagen werden, sieht das Notenbild für die rechte Hand so aus:

Auch hier lohnt es sich natürlich wieder, die rhythmische Einheit im Wechselschlag zunächst langsam auf allen Zählzeiten zu üben.

Unser ternäres Rhythmusbeispiel geht dann so:

Ein kleiner Beispielsong soll auch hier zum Üben nicht fehlen.

Video zum letzten Teil des Workshops:

Zusammenfassung

Wenn du alle drei Microtime-Ebenen sauber abrufen kannst, wirst Du merken, dass sich mit dieser Vorgehensweise nicht nur ganz leicht eigene Rhythmen im jeweiligen musikalischen Umfeld kreieren lassen, sondern du auch in der Wahrnehmung von Zählzeiten und Grooves deutlich sicherer sein wirst.

Diese Technik lässt sich übrigens auch auf andere Felder des Gitarrenspiels, wie beispielsweise Singlenote-Lines oder Funk-Akkord-Pattern übertragen.

Viel Erfolg beim Üben!

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