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Fingerpicking lernen – Einsteiger Workshop #3

In der dritten Folge unseres “Fingerpicking Lernen” Workshops stehen gruppierte Pattern auf dem Programm. Die entstehen, wenn man die Achtel oder Sechzehntel eines Taktes in drei oder mehr Gruppen aufteilt.

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Ausführliche Informationen zu diesem Fingerpicking-Workshop, was man zum Einstieg wissen sollte und zu den Basics rund um das Fingerpicking findet Ihr am Anfang des ersten Workshop-Teils. Zur Erinnerung: Die Finger der Anschlagshand werden der Einfachheit halber mit Kürzeln bezeichnet, der Daumen mit p, der Zeigefinger mit i, der Mittelfinger mit m und der Ringfinger mit a.

1. Three Group Pattern – up

Dieses Pattern besteht aus drei Gruppen mit zwei Dreiersegmenten und einem Zweiersegment. Die Aufteilung der Achtel erfolgt im Verhältnis 3:3:2. Das Pattern kann in der Basisversion mit dem Daumen und zwei Fingern gespielt werden. Es werden drei aufsteigende Linien gebildet. Der Daumen steuert am Anfang jeder Gruppe den Grundton an. Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger können vor dem Start auf drei Saiten Platz nehmen. Es stehen mehrere Basiskonstellationen zur Auswahl.

Mögliche Zuordnungen im Achtelfeeling
Mögliche Zuordnungen im Achtelfeeling

Übungen

Übung 1

Übung 1
Übung 1
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Übung 1

Übung 2

Übung 2
Übung 2
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Übung 2

Hörbeispiele

In der Praxis finden wir zahlreiche Variationen des Basis-Pattern. Im ersten Takt begegnet uns bereits eine Unregelmäßigkeit, da der Künstler mit einer fallenden Linie arbeitet.

Bloodstream (Ed Sheeran)
Bloodstream (Ed Sheeran)
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Bloodstream (Ed Sheeran)

Allerdings kann man auch eine a-Erweiterung in Betracht ziehen. Dabei wird der Ringfinger mit dem Mittelfinger parallel geschaltet.
Bei dem nächsten Stück verarbeitet der Künstler mehrere Basis-Pattern. Unser 3-Group-Pattern finden wir im zweiten, fünften und sechsten Takt. Ansonsten treffen wir überall “alte Bekannte”. Allmählich erschließen wir uns den Zugang zum echten Fingerstyle.

You’ve Got A Friend (James Taylor)
You’ve Got A Friend (James Taylor)
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You’ve Got A Friend (James Taylor)

Das folgende Beispiel wird (im Original) mit einem Plektrum gespielt. Die Grundtöne sollen grundsätzlich mit einem Abschlag angeschlagen werden, die Wechselschlag-Ordnung wird deshalb aufgelöst und es bietet sich eine richtungsorientierte Anschlagstechnik an. Bei diesem Beispiel wird die Zweiergruppe am Ende der Sequenz durch eine Pause ersetzt. Du kannst dir die Akkordfolge auch im Fingerstyle erschließen.

Wake Me Up When September Rains (Green Day)
Wake Me Up When September Rains (Green Day)
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Wake Me Up When September Rains (Green Day)

Kreatives Picking

Das Three Group Pattern kann im Fingerstyle durch sämtliche Akkordverbindungen mit ganztaktigen Wechseln führen. Spiele die folgenden Takte im Achtelfeeling mit den vorgegeben Akkorden.
1 Pattern / Akkord
4/4 ⎜Am ⎜ D ⎜⎜
Die Tabelle zeigt dir, wo der Grundton (Normalstimmung) des entsprechen Akkordes in der Open-String-Position liegt und welche Zuordnungen daraus resultieren.

Akkorde*Grundtöne (mit p)Mögliche Zuordnungen*
AmA-Saite (leer)5 / 6 / 7
DD-Saite (leer)8 / 9

*Überprüfe bei allen Zuordnungen die Fingersätze der linken Hand! Es ist nicht nötig, den “kompletten” Fingersatz eines Griffes aufzusetzen. Es reicht, wenn die Saiten, die auch mit den Fingern der rechten Hand gezupft bzw. angeschlagen werden, gegriffen werden. Ein voller Sound entsteht, wenn Finger der Greifhand beim Wechsel liegen bleiben können.

2. Three Group Pattern – down

Bei diesem gruppierten Pattern mit absteigenden Linien erfolgt die Aufteilung der Achtel ebenfalls im Verhältnis 3:3:2. Dieses Pattern wird mit Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger auf vier verschiedenen Saiten gespielt. Das Pattern beginnt mit einem Pinch auf der Zählzeit 1.

Mögliche Zuordnungen im Achtelfeeling
Mögliche Zuordnungen im Achtelfeeling

Übungen

Übung 1

Übung 1
Übung 1
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Übung 1

Übung 2

Übung 2
Übung 2
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Übung 2

Hörbeispiele

Spirit Bird (Xavier Rudd)
Spirit Bird (Xavier Rudd)
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Spirit Bird (Xavier Rudd)

Kreatives Picking

Spiele die folgenden Takte im Achtelfeeling mit den vorgegeben Akkorden.
1 Pattern / Akkord
4/4 ⎜Em ⎜ G ⎜⎜
Hier die Positionen des Grundtons der Akkorde in der Open-String-Position und die entsprechenden Zuordnungen.

AkkordeGrundtöne (mit p)Mögliche Zuordnungen
EmE-Saite (leer)1/2/3
EmD-Saite (2. B.)6
GE-Saite (3. B.)1/2/3

3. One Bar “5-Group” Pattern

Zum Abschluss habe ich noch ein sehr spezielles Pattern im Sechszehntelfeeling ausgewählt.
Dieses Pattern wird mit Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger auf vier verschiedenen Saiten gespielt. Es besteht aus fünf Gruppen, einem Vierersegment am Anfang und vier sich anschließenden Dreiersegmente. Die Aufteilung der Achtel erfolgt im Verhältnis 4:3:3:3:3.

Mögliche Zuordnungen im Sechzehntel-Feeling
Mögliche Zuordnungen im Sechzehntel-Feeling

Du kannst ein Pattern in einem Viervierteltakt unterbringen. Zähle: 1234-123-123-123-123.

Übungen

Übung 1

Übung 1
Übung 1
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Übung 1

Übung 2

Übung 2
Übung 2
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Übung 2

Hörbeispiele

Das folgende Stück mit dem modifizierten Pattern beginnt mit einem Pinch auf dem ersten Beat.

The Unforgiven (Metallica)
The Unforgiven (Metallica)
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The Unforgiven (Metallica)

Kreatives Picking

Du kannst das Pattern theoretisch im Fingerstyle (im Sechszehntelfeeling) durch alle Akkordverbindungen mit ganztaktigen Wechseln führen.
1 Pattern / Akkord
4/4 ⎜Am ⎜ C ⎜
Die Positionen des Akkord-Grundtons in der Open-String-Position und die entsprechenden Zuordnungen.

AkkordeGrundtöne (mit p)Mögliche Zuordnungen
AmA-Saite (leer)4 / 5
CA-Saite (3.B.)4 / 5
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Nachfolgend findet ihr die weiteren Teile des Workshops:

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von Bernd Strohm

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