Bass Hersteller_MusicMan
Test
7
21.12.2020

Praxis

Der Sterling by Music Man leistet sich bei der Verarbeitung keinerlei Patzer und macht wirklich einen super soliden Eindruck. Man hat also keinesfalls das Gefühl, einen Spielzeug-Bass in den Händen zu halten, obwohl der Shorty doch deutlich kleiner als ein normaler Stingray ausfällt.

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In Sachen Spielkomfort und Ergonomie bieten Short-Scale-Bässe ja durchaus einige Vorteile gegenüber Long-Scale-Bässen, bedingt durch den kleinen Korpus leiden aber viele Modelle leider auch an einer leichten Kopflastigkeit. Auch unser Testbass ist davon nicht frei - der kleine Korpus kann logischerweise nicht ausreichend Gegengewicht zur relativ großen und mit schweren Vintage-Mechaniken bestückten Kopfplatte bieten.

Am Gurt pendelt sich der Shorty daher nicht in einer optimalen Spielposition, sondern eher in der Waagerechten ein. Durch das geringe Gesamtgewicht von gerade mal 3,4 kg relativiert sich dieser kleine Makel aber auch wieder schnell. Alles in allem lässt sich der Shorty auch über längere Zeit sehr angenehm und ohne große Ermüdungserscheinungen spielen.

Ein echtes Träumchen in Sachen Spielkomfort ist die kurze 30-Zoll-Mensur. Ausladende Akkordvoicings oder Licks mit weiten Intervallen gehen extrem leicht von der Hand und man rast auf dem schlanken und kurzen Hals förmlich durch alle Lagen. Selbst der 22. Bund ist noch problemlos zu erreichen, sodass sich auch Bassisten mit Solo-Ambitionen auf dem kleinen Stingray ungehemmt austoben können.

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Jetzt wollen wir uns einen Eindruck vom Sound des eingedampften Budget-Stingrays machen. Ich kann schon im Vorfeld verraten, dass ich von der Flexibilität der passiven Elektronik wirklich überrascht und durchaus begeistert bin! Im ersten Clip hört ihr den Shorty in der klassischen Stingray-Einstellung mit parallel verschalteten Spulen:

Wow, ich bin zugegebenermaßen erstaunt, wie nahe der Short-Scale-Bass soundmäßig eben jenem klassischen Sound eines Stingrays kommt. Bedingt durch die kurze Mensur produziert der Shorty etwas weniger Obertöne als ein Long-Scale-Stingray und klingt deswegen eine Spur kompakter und im unteren Bereich etwas offener. Das typische Stingray-Timbre mit präsenten Mitten und leicht lispelnden Höhen scheint aber eindeutig durch. Und mit zugedrehter Tonblende behält der Sound erfreulicherweise die Konturen und besitzt dank eines leichten Mittenboosts immer noch viel Durchsetzungskraft.

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Schaltet man den Neodym-Humbucker in den seriellen Modus, so kommen deutlich mehr Tiefmitten ins Spiel und der Sound erscheint voller und wärmer. Der Shorty ist mit in Serie geschalteten Spulen natürlich auch deutlich lauter als in den anderen Schaltungsvarianten - der Pegelunterschied lässt sich allerdings mit der cleveren Boost-Funktion der Elektronik leicht ausgleichen. Alle drei Schaltungsvarianten sind nämlich in etwa gleich laut, wenn man in den Modi "parallel" und "Singlecoil" den Push/Push-Regler aktiviert.

Im Singlecoil-Modus ist schließlich nur noch die vordere Spule des Humbuckers aktiv. Der kleine Stingray klingt jetzt zwar nicht gleich wie ein alter Precision Bass, er liefert aber immerhin einen vertrauten Old-School-Sound mit ziemlich deutlichen Fender-Vibes. Wenn man die Höhen zusätzlich mit der Tonblende absenkt, kommt der Old-School-Charakter noch deutlicher zum Vorschein, wie ich finde:

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Sogar der Slapsound des Sterling Stingray Shorty-Basses kann sich hören lassen! Mit parallel geschalteten Spulen kommt der Sound am knackigsten - die Höhenblende sollte dabei standesgemäß natürlich voll aufgedreht sein:

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