EK_Einsteiger_Keyboard EK_Anschlagdynamik
Test
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03.11.2014

Praxis

Klang

Nach dem Faktencheck schalte ich das Keyboard ein und spiele ein paar Takte mit dem Klaviersound. Der Sound, der aus den Boxen kommt, kann in meinen Augen durchaus mithalten mit den günstigsten Keyboards der etablierten Konkurrenz, die wohlgemerkt ungefähr doppelt so teuer sind. Auch die Lautsprecher sind gar nicht mal schlecht. Voll aufgedreht beginnt es nur ganz leicht zu verzerren, und dann ist das Keyboard schon richtig laut.

Die 390 Klangfarben umfassen das übliche Angebot von Klavier, E-Piano, Orgel, Gitarre und Bass über Streicher und Blasinstrumente bis hin zu Synthesizerklängen. Natürlich sind bei so vielen Sounds nicht alle gleich gut, aber insgesamt schlägt sich das MK-300 für ein Einsteiger-Keyboard recht gut. Die Pianos und E-Pianos gefallen mir am besten, aber auch in den übrigen Bereichen kann das MK-300 mit der in dieser Klasse üblichen Soundqualität durchaus mithalten. Natürlich darf man keine Sounds erwarten, wie sie in Mittel- und Oberklassekeyboards geboten werden. Die Samples sind kurz geloopt, werden über einen weiten Bereich transponiert und enthalten zum Teil recht viel Vibrato, wodurch sie gerade in extremen Lagen unnatürlich klingen. Ein paar Flüchtigkeitsfehler sind den Programmierern auch unterlaufen, zum Beispiel der knacksende Loop im Trompeten-Soundbeispiel. Die verzerrten Gitarren klingen recht statisch und kratzig und die Synthesizerklänge wirken ein bisschen altbacken. Alle diese Kritikpunkte treffen allerdings auf fast alle günstigen Keyboards zu. Das gilt auch für den für meinen Geschmack generell etwas zu großzügig eingesetzten Hall.

Bei näherer Betrachtung liegen etliche Sounds in mehreren Abwandlungen und mit unterschiedlichen Effekteinstellungen vor, es sind also nicht 390 einzelne, grundverschiedene Klänge. Und einige Klänge wurden scheinbar aus anderen gewonnen, zum Beispiel erscheint mir die Ukulele eine mit etwas EQ bearbeitete Nylon-Gitarre zu sein, Violine und Viola sind fast der gleiche Sound und der Kontrabass klingt wie das Cello, nur etwas dumpfer gemischt.

Hier hört ihr einige Beispielsounds des MK-300. Für 90 Euro kann man da echt nicht meckern, wie ich finde. 

Styles

Die Begleitautomatik bietet 100 Rhythmen aus vielen Stilistiken. Von Pop/Rock über Soul, Funk, Jazz und Country bis hin zu lateinamerikanischen Rhythmen ist das übliche Angebot vorhanden. Und es sind einige gute Rhythmen dabei, auch wenn mich die Begleitautomatik insgesamt nicht ganz so überzeugen kann wie die Sounds. Ganz so detailgetreu und stilecht wie bei der Konkurrenz sind die Rhythmen nicht. Vor allem die Styles aus moderneren Stilistiken wie dem gesamten Hip-Hop- und Dance-Bereich wirken durchweg recht altbacken. Die Intros sind manchmal recht lang und manchmal ganz kurz, was beim Spielen irritieren kann, und bisweilen entscheidet sich die Automatik für etwas merkwürdige Akkordvoicings. Insgesamt gilt aber auch für die Begleitautomatik, dass das Gebotene für ein so günstiges Keyboard erstaunlich ist. Wirklich gestört hat mich nur das oft etwas unausgewogene, voreingestellte Mischungsverhältnis zwischen Begleitung und Keyboardparts. Letztere sind im Vergleich häufig ziemlich laut (siehe Beispiel). Das kann man zwar im Mixer ändern, aber wer möchte sich schon jedes Mal durch das entsprechende Menü hangeln.  

Bedienung

Wer schon einmal ein Keyboard von einem der großen Hersteller unter den Fingern hatte, sollte sich auf dem MK-300 schnell zurecht finden, zumal die deutsche Bedienungsanleitung verständlich und nicht zu umfangreich über fast alle Funktionen informiert. Die Auswahl von Klängen, Rhythmen und Songs geht dank der aufgedruckten Kategorien flott von der Hand, wobei ich es etwas besser gefunden hätte, wenn die entsprechenden Auswahltaster Voice, Style und Song auch in der rechten Hälfte des Bedienfelds Platz gefunden hätten.

Für erweiterte Einstellungen wie das Mischungsverhältnis der einzelnen Parts oder die Effekt-Settings muss man sich per Mixer- bzw. Function-Taster durch die entsprechenden Menüs klicken, was beim MK-300 genauso wie bei ähnlichen Keyboards funktioniert. Allerdings wechselt das Keyboard für mein Empfinden etwas zu schnell wieder in die Standardansicht zurück, wenn man in einem der Menüs ein paar Sekunden lang keinen Knopf drückt. Gerade am Anfang wird es dadurch nicht gerade übersichtlicher. Auch das Display hat ein paar Schwächen, so ist zum Beispiel die Anzeige, ob die Memory-Taster gerade für die Speicherplätze oder die One Touch Settings zuständig sind, winzig klein und kaum zu erkennen. Und die etwas billig wirkenden Taster erinnern beim Bedienen des Keyboards leider doch manchmal daran, dass man kein Premium-Produkt in den Händen hält. Insgesamt sind das aber alles eher Kleinigkeiten.

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