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Test
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01.09.2017

Praxis

Wie bereits beschrieben unterteilt sich die Library in mehrere einzelne Instrumente. Fangen wir doch beim herkömmlichen Keyboard an.

Die Keyboard-Library erlaubt es, alle drei Signale (Kondensator-) Mikrofon, Line-Out und Kontakt-Mikrofon nach Belieben zu mischen. Hören wir uns diese drei Signale einmal an:

Der Grundsound ist recht muffig und wenig dynamisch. Das typische „Barken“, das man von einem Rhodes bei hartem Anschlag erwartet, erhält man hier leider nicht. Etwas brillanter wird es, wenn man die Signale mischt. Dies ergibt dann einen sehr eigenständigen Sound, wie ihr hier hören könnt:

Die Library bietet auch die Möglichkeit, das Line-Out Signal und das Signal des Kontakt-Mikrofons zu sättigen bzw. zu verzerren. Dies resultiert in einem etwas dynamischeren Sound und Spielgefühl. Das das Soundergebnis allerdings nichts mehr mit einem Rhodes zu tun hat, hört ihr hier:

Weitere Funktionen sind ein Filter und eine ADSR Hüllkurve, die wahlweise auf das Filter, oder auf die Lautstärke gelegt werden können. Key Off- sowie Pedal-Samples lassen sich natürlich zusätzlich im Volumen steuern.

Apropos Pedal: Spiele ich einen Akkord und drücke dabei das Pedal, lasse danach sowohl die Tasten als auch das Pedal los und drücke das Pedal nochmals, so höre ich die ausklingenden Töne des Akkords weiterhin. Bei einer Akkord-Folge kann das dann recht seltsam klingen. Dieses Phänomen lässt sich beheben, in dem man den Resonance-Regler für das Pedal ganz nach links dreht und somit abschaltet.

Die Effektsektion wartet mit keinen großen Überraschungen auf. Neben einer Amp-Simulation inkl. Kompressor findet man hier die Rhodes-typischen Effekte: Auto-Wah, Auto-Pan, Chorus, Phaser, Delay und Reverb. 

Die Presetverwaltung finde ich nicht gelungen. Allerdings kenne ich das bereits auch von anderen Libraries. Während beim neuen „The Canterbury Suitcase“ Presets als Snapshopt aufgerufen werden können, muss man bei „EP73 Deconstructed“ das Instrument schließen und ein neues ".nki-File" aufrufen. Das macht das Durchsteppen der Presetsounds recht aufwändig.

Die Bowed-Library der EP Deconstructed Bibliothek geht in eine ganz andere Richtung. Durch die experimentelle Sampling-Technik - die Tines wurden mit einem Bogen „gestrichen“ - ergeben sich eindrucksvolle atmosphärische Sounds, die sich selbst mit einem Synthesizer wohl nur schwer kreieren lassen.

Dieser Sound erinnert mich an „Singing Glass“, und klingt so, als wenn man mit einem angefeuchteten Finger über den Rand eines Glases streicht. Hört selbst:

Interessant ist auch die Glissando-Option. Mit dem Modulationsrad lässt sich das dann wunderbar steuern.

Etwas spielerischer wird es wieder, wenn wir uns die Mallet-Library anhören.

Es gab früher eine sogenannte „Dyn-My-Piano“-Modifikation für das Fender Rhodes. Dieser sehr umfangreiche Umbau des Instruments ermöglichte es dem Spieler unter anderem, die Position der Hämmer in Echtzeit zu ändern. Und genau an diesen Sound erinnert mich die Mallet-Library.

Einen ähnlichen Klang erzeugt die Plucked-Library.

Im  Reiter „Options“ findet man eine wirklich sehr interessante Funktion: Den Strummer. Mit Hilfe des Modulationsrads kann man jetzt Harfen-ähnliche Effekte erzeugen. Man hält einen Ton oder Akkord gedrückt, bewegt das Modulationsrad und schon perlen die Töne nur so dahin.

Die SFX-Library macht ihrem Namen alle Ehre. Hier findet man jede Menge Glissandi und abgefahrene Sounds. Auf jeder Taste ist dafür ein Sample abgelegt. Durch einen Klick auf „Focus“ wird das zuletzt gespielte Sample auf die ganze Tastatur gemappt.

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