Software PlugIn Effekte Freeware
Test
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08.01.2020

Red Sounds deFORM Test

Freeware Multi Effekt VST für Win

Turn those knobs!

Kompressoren, EQs oder Limiter sind in aller Munde und kommen wahrscheinlich in jedem zeitgemäßen Mix vor. Aber eine von Grund auf langweilig aufgenommene Gitarre kann man so auch nicht wirklich interessanter machen. Da braucht man ganz andere Tools.  

In solchen Fällen kann ein Multi-FX-Plugin wahre Wunder bewirken. Besonders, wenn es so bedienfreundlich gestaltet wurde, dass wirklich jeder ganz einfach damit umgehen kann – egal, ob Profi oder Anfänger. DeFORM von Red Sounds ist genau so ein Multi-Effekt. 

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Details & Praxis

Allgemeines

DeForm kann nicht direkt auf der Herstellerseite heruntergeladen werden: Der Effekt muss erst zum Warenkorb hinzugefügt werden. Für den Checkout sind nur noch Name und Mail-Adresse vonnöten. Direkt nach der Eingabe der Daten erscheinen dann zwei Downloadlinks im Browser, einer zu einer Zip-Datei und einer zur Betriebsanleitung. Kurze Zeit später erhält man beide Links dann noch einmal in einer gesonderten Bestätigungsmail. Alles ein bisschen umständlich, aber nun gut – schließlich geht es uns um den Sound.

DeFORM gibt es nur im VST3-Format, das außerdem nur unter Windows funktioniert. Wie bei diesem Format üblich entfällt auch hier eine Installation. Die Datei muss einfach im entsprechenden Ordner unter dem Pfad „C:\Program Files\Common Files\vst3“ abgelegt werden. Das war‘s dann schon.

Schlicht ist gut

Viel ist nicht dran, aber gute Plugins müssen ja nicht zwangsweise komplex sein, oder viel kosten. DeFORM bietet deshalb nur sechs Regler, die aber vollkommen ausreichen.

Fünf Modulationsmodule wurden verbaut. WOW liefert einen Wow-and-Flutter-Effekt, wie man ihn von Bandmaschinenemulationen her kennt. Der Lo-Fi-Regler schickt das Signal durch Distortion und einen Low-Pass-Filter. Durch Space wird dem Signal Hall beigemischt und Width verteilt den Sound im Stereofeld. Mutate könnte man als Brechstange bezeichnen, damit lassen sich extreme Modulationen erreichen. Der Mixregler steuert abschließend das Verhältnis zwischen trockenem und bearbeitetem Signal. 

Sound

Kann so ein einfach konstruiertes und kostenloses Plugin überhaupt gut klingen? – und wie. Laut Red Sounds ist deFORM besonders gut für Loops und Synths geeignet. Das hören wir uns jetzt mal an.

Beispiel 1 ist ein Synth-Loop, der an sich schon gut klingt. Aber deFORM erweckt ihn erst so richtig zum Leben. Der Loop ist dadurch wesentlich dreckiger und viel präsenter. Man hört die Verzerrung und ganz oben im Frequenzspektrum ein metallisches Geräusch, das dem Loop noch mehr Drive verleiht. Im zweiten Durchlauf spiele ich zudem noch weiter am Wow-Regler rum und erzeuge damit einen abgefahrenen Effekt, der wie ein landendes Raumschiff klingt.

Beispiel 2 ist ein E-Piano-Loop. Auch hier tut sich durch deFORM einiges. Wir erhalten so einen Chorus-Effekt und noch mehr Raum, der sich auch positiv auf das Sustain der Akkorde auswirkt. Außerdem sorgt die Wow-Funktion hier für leichte Detune-Effekte, die einfach fantastisch klingen.

Beispiel 3 ist ein ziemlich harter Synth-Sound, der durch deFORM viel runder und wärmer klingt, besonders im Bassbereich. Er scheint sich zusätzlich richtig zu bewegen und die ursprünglichen Klang-Facetten werden noch deutlicher hervorgehoben.

Fazit

DeFORM von Red Sounds ist ein Lo-Fi-Traum. Es war noch nie einfacher, ein Signal kaputter klingen zu lassen, als mit diesem schlichten Multi-FX-Plugin. Schade nur für alle Mac-User, dass das Teil bis jetzt nur auf Windows läuft. Hoffentlich wird diesbezüglich bald nachgelegt – jeder sollte deFORM in seinen Mixen und Arrangements nutzen können. 

Weitere Informationen unter: https://www.tritik.com/products/krush 

  • Pro
  • super leichte Bedienung durch wenige Optionen
  • macht einfach jeden Sound interessanter
  • Contra
  • nur für Windows

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