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02.04.2019

POV DJ-Sets - den eigenen DJ-Mix filmen und hochladen

Das DJ-Set aus der Sicht des DJs: Point of View Videos mit der GoPro filmen

Coole Clips und Videos und Tipps zum selber machen!

Das eigene DJ-Sets filmen: Bereits vor einigen Jahren begannen DJs ihre Sets mithilfe von POV-Kameras (Point of View) aufzuzeichnen und diese Clips im World Wide Web zu verbreiten. Seit Actioncams wie GoPro und Konsorten den Mainstream erobert haben, ist die Anzahl entsprechender Filme rasant gestiegen. Turntablism, Controllerism, Routines, Tipps und Tricks oder einfach nur ein cooles DJ-Set, das Angebot ist groß.

Doch was ist das Faszinierende daran? Ähnlich wie bei aktionsreichen Trendsportarten, für die diese Kameras primär entwickelt wurden, fühlt sich der Zuschauer durch den speziellen Betrachtungswinkel als ein Teil des Geschehens.

Hilfreich kann diese Technik auch sein, um die Hände der DJs und deren genaue Mixaktionen zu studieren. Sets aus der Sichtweise eines gefeierten DJs zu betrachten oder von einer Bühne aus große Menschenmengen frenetisch tanzen zu sehen, hat auch was. Die letzten Jahre haben gezeigt das DJs aller Sparten, die sich und ihre Mixe mithilfe gut gemachter POV-Clips präsentieren, dadurch nicht zuletzt auch die Anzahl ihrer Fans und Follower steigern können.

Wenn auch ihr euer DJ-Set als Videoclip für die Nachwelt festhalten möchtet, solltet ihr die folgenden wichtigen Grundregeln beachten und einfach mal einen Blick auf die hier vorgestellten fünf POV DJ-Clips werfen. Achtung, Klappe - Kamera läuft!

Kameraposition und -winkel

GoPros und Derivate lassen sich an unterschiedlichen Stellen des Körpers befestigen. Am häufigsten kommen sogenannte Headmount-Kits zu Einsatz, mit denen die Kamera direkt am Kopf befestigt wird. Je nach Einsatz empfiehlt es sich aber vielleicht eher, die Kamera mit einem Chestmount-Kit an der Brust zu befestigen, um konstant die Decks zu filmen, ohne dass man dabei von der temporären Ausrichtung des Kopfes abhängig ist. Für manche Anwendungsfälle empfiehlt sich mitunter sogar eine Befestigung der Kamera am Handgelenk. Die Möglichkeiten sind vielfältig und ihr solltet vor der Aufnahme ruhig damit experimentieren.

Unabhängig von der Position der Kamera, solltet ihr zuvor stets die Ausrichtung und den Winkel kontrollieren, damit ihr später auch wirklich genau die Elemente filmt, die ihr im Clip haben möchtet. GoPros bieten für diesen Zweck eine kabellose Übertragung des Bildes an ein Smartphone, während das Modell „HDR-AZ1“ von Sony zum Beispiel einen zusätzlichen Armband-Bildschirm bereitstellt. Falls ihr die Möglichkeit habt, dann filmt am besten vor der eigentlichen Session einen Probedurchlauf und analysiert das Material im Anschluss. Dann sollte beim finalen Take eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.

Bildstabilität 

Solltet ihr die Kamera am Kopf befestigen, heißt es „cool bleiben“ und nicht so viel wackeln, damit der Zuschauer das Ereignis auch „schwindelfrei“ und möglichst ungestört betrachten kann. Zwar warten einige Kameramodelle mit Bildstabilisatoren auf, doch auch diese kommen schnell an ihre Grenzen, wenn man wie ein Derwisch mit dem Kopf wackelt. Gleiches gilt, wenn ihr die Kamera auf eurer Brust befestigt: Auf abrupte Bewegungen ist zu verzichten.

Sein DJ-Set in scharfen, glasklaren und bewegten Bildern festzuhalten, ist eines, doch genauso wichtig ist die Musik. Und die kommt nur in Form eines möglichst sauberen, wohlklingenden Audiosignals zur Geltung. Daher solltet ihr euer DJ-Set zusätzlich regulär aufzeichnen. Digital-DJs können dies mit ihrer DJ-Software (Serato DJ, Traktor, etc.) bewältigen. Legt ihr mit CDs oder Vinyl auf, so empfehlen sich mobile Rekorder wie der Zoom H-5.

Sicher zeichnen auch die integrierten Kameramikrofone Ton auf, doch ist deren Qualität aus dem Blickwinkel eines DJs meist als dürftig anzusehen, selbst wenn ihr dabei mit zusätzlicher Mikrofonierung über den Mic-Input arbeitet. Außerdem klingt ein rein über Mikrofone abgenommenes DJ-Set drucklos und indirekt.

Es gibt allerdings Situationen, in denen ihr sowohl das direkte Signal des DJ-Pultes, wie auch das Mikrofonsignal benötigen könntet. Dass ist etwa in Clips der Fall, in denen lautstark interagierendes Publikum zu sehen ist (Festival, Club…). Hört man zu derartigen Bildern lediglich die Musik und nicht die Ambience, fehlt etwas. So wirken die Videos mitunter unvollständig und unprofessionell.

Die Audioaufnahme der Kamera (internes oder externes Mikrofon) solltet ihr auch hier jedoch nur in Ausnahmefällen verwenden, etwa wenn ihr einfach kein anderes Gerät zur Hand habt. Setzt lieber auf ein separates Gerät wie den Zoom H-5 und richtet die Mikrofone in Richtung Publikum aus. Sind zusätzliche Inputs vorhanden, könnt ihr nicht nur die Ambience, sondern „in einem Rutsch“ auch das Signal des DJ-Pultes aufzeichnen. Alle Spuren werden so separat auf eine SD-Karte aufgezeichnet und es stehen euch in der Nachbearbeitung des Audiosignals „alle Türen offen“.

Vor der eigentlichen Aufnahme sollten ihr die Eingangspegel prüfen und anpassen, damit es später zu keiner Übersteuerung kommt. Lasst etwas Luft nach oben, aber wirklich nur so viel „Luft nach oben“ lassen, wie ihr voraussichtlich wirklich benötigt. Denn ist euer „Headroom“ zu groß, kann das Audiosignal verrauscht und drucklos (zu wenig Dynamik) geraten. Die beiden Stereo-Audiosignale (DJ-Set und Ambience) werden in der Nachbereitung des Clips entsprechend zusammengemischt Was in der Postproduktion genau zu beachten ist, können wir an dieser Stelle nicht im Detail erläutern, da dies den Rahmen des Artikels sprengen würde.

Ausreichende Beleuchtung

Actioncams werden normalerweise hauptsächlich im Außenbereich eingesetzt, daher sehen die Bilder am besten aus, wenn möglichst viel Licht zur Verfügung steht. DJ-Sets finden aber meist in dunklen Umgebungen statt, ergo solltet ihr, wenn es der Rahmen zulässt, für eine ausreichende Beleuchtung des Raumes sorgen. Für den Fall das ihr ein DJ-Set im Club oder auf einer Bühne filmen möchtet, bittet den Techniker vor der Aufnahme, die Bühne oder das DJ-Set während der Aufzeichnung mit einer gewissen Menge „neutraler“ Grundbeleuchtung zu versorgen. Bei Tageslicht gibt´s da natürlich selten Probleme.

Eure Meinung

An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an die DJ-Kollegen für ihre Videovorschläge und die Frage, was eure Lieblings POV-DJ-Clips im Netz sind? Lasst es uns wissen und nutzt dazu das Kommentarfenster. Verweisen möchte ich zudem noch auf unseren Testbericht: GoPros im Band-Kontext.

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