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Gear-Chat Third Son

Hallo Joseph! Es freut uns sehr, dass wir dich für unseren Gear-Chat gewinnen konnten. Du hast deine musikalische Reise sehr früh als kleines Kind begonnen. Was hat dich damals an Musik im Allgemeinen fasziniert oder drängten dich deine Eltern zu deinem Glück?

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Der elektronische Musik-Act Third Son wuchs in einer Musikerfamilie auf, die ihn für seine künstlerische Laufbahn mehr als prägte. Bis heute ist er von Musik umgeben und wird als Künstler von der Szene respektiert. Seine Passion für elektronische Sounds ist bei seinen spektakulären Live-Performances spürbar.
Joseph liebt es darüber hinaus, mit Klängen und verschiedenen Rhythmen zu experimentieren. Das macht ihn einzigartig in der großen Familie der Techno- und House-Musiker. Außerdem leitet er ein eigenes Label Polymath, das er neben seiner großen Vision die in seinen Augen beste Musik zu produzieren, die ihn repräsentieren kann, mit Herzblut vorantreibt.

Mein Vater war ein Berufspianist, was natürlich dazu führte, dass ich als kleiner Junge Klavierunterricht bekam. Und ich hasste es. Erst im Alter von 12 oder 13 kam meine Liebe zur Musik, nachdem ich zur Gitarre griff.
Welches Equipment hast du bei deinem ersten Gig auf der Bühne eingesetzt? Hattest du bei deinem Einstieg in die Musikwelt von Anfang an ein eigenes Homestudio mit ausreichend Equipment? Und welche Tools nutzt du im Vergleich bei deinen aktuellen Auftritten?
Ich startete live mit einer AKAI APC40, einfach zum Clips triggern und zum Herumspielen an den virtuellen Effekten. Üben musste ich auf dem Dachboden meiner Eltern, wo ich mir das Produzieren von Musik über den Sommer selbst beibrachte. Dazwischen musste ich zur Universität. Heute ist mein Setup ständig anders. Es ist gut zu mischen und sich neuen Aufgaben zu stellen. Jedes noch so kleine neue Gerät, das ich kaufe, muss ich einfach in einem Live-Setup testen. Aus diesem Grund brauche ich natürlich Hardware mit so viel Flexibilität wie möglich.

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Du tourst viel um die Welt und spielst in den unterschiedlichsten Locations vor den tanzenden Zuhörern. Bist du immer noch nervös, bevor du auf die Bühne steigst? Bitte gib uns doch einen Tipp, wie wir diese Gefühle vermeiden können!
Eigentlich bin ich überhaupt nicht nervös und je größer das Event ist, desto geringer ist meine Nervosität. Das war natürlich nicht immer so. Der beste Weg, die Nerven im Griff zu halten, ist es sich vorher bedeckt zu halten. Man muss auch immer so produktiv wie möglich bleiben und daran denken, dass es morgen nur noch eine Erinnerung sein wird.
Wie hat sich aus deiner Sicht die Club und Musikszene in den letzten Jahren geändert?
Ich denke, dass die Leute der Musikwelt heutzutage anspruchsvoller sind. Trends kommen und gehen viel schneller. Das Einzige, was das Ganze ersetzt, ist qualitativ hochwertige Musik … und das gibt Hoffnung.

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Du hast gerade deine neue Syncope EP auf dem Label Sodai veröffentlicht. Was hat dich inspiriert, solche Melodic Techno Tracks zu produzieren?
Eigentlich war es der Labelchef „Gardens of God“. Er kontaktierte mich und fragte nach neuer Musik. Ich entschied etwas Neues und „Frisches“ zu machen und den Sounds des Labels treu zu bleiben. Solche kreativen Limitierungen können sehr hilfreich sein. Nach einer Woche hatte ich drei Tracks, mit denen ich wirklich glücklich war. Hier könnt ihr übrigens meine Syncope EP bei Beatport hören.

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Hast du eigentlich mal darüber nachgedacht, Songs für ein Album zu sammeln? Ist es eigentlich in der heutigen Musikszene noch ratsam, ein Artist Album abzugeben?
Ja, das ist es. Aber du musst sehr vorsichtig sein wie du es anstellst. Wenn dir eine große Plattform vorbereitet wird, dich künstlerisch ausleben zu können und deine Arbeit gut vermarktet wird, kannst du einen klassischen Longplayer veröffentlichen. Wenn nicht, dann gibt es natürlich auch andere Wege, das zu tun. Ich bin gerade dabei, das dritte und finale Fragment eines Albums zu veröffentlichen, an dem ich ein Jahr lang gearbeitet habe. Das erscheint auf meinem eigenen Label Polymath. Und deswegen kann ich es selbst versuchen, clever zu promoten, anstatt viel Geld dafür auszugeben. Nach dem letzten Release wird dann das komplette Paket als Album zur Verfügung stehen. Dann wird auch klar sein, dass es im Gesamten ein Album ist.
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Ich mag deinen Remix für Acumens „Reaching Out Limit“ sehr. Wie siehst du die Zusammenarbeit mit Sängern und anderen Musikern? Oder bevorzugst du die Arbeit alleine in deinem Studio und die Remix-Arbeit an Stems anderer Künstler?
Ich mag es, mit anderen Artists zusammenzuarbeiten, aber ich bin eigentlich ein wenig Kontrollfreak im Studio. In der Vergangenheit waren meine erfolgreichsten Kollaborationen die Arbeit an geschickten Vocal-Stems von Sängern, um die ich einen Track herum baute oder umgekehrt.
Erinnerst du dich an deinen ersten Synthesizer oder Drum-Computer, mit dem du deine ersten Tracks produziert hast? Welche Hard- und Software ist jetzt dein „Weapon of Choice“?
Der Arturia MiniBrute war eigentlich mein erster Hardware-Kauf. Die Hardware fühlt ich ein wenig „billig“ an, aber die Sounds waren sehr cool zu der Zeit. Wegen der Vielseitigkeit wähle ich den Arturia MatrixBrute. Für die Originalität Lyra-8, der sich soundmäßig in einer komplett anderen Welt bewegt im Vergleich zu den typischen Synthesizern.

Fotostrecke: 4 Bilder Moog Mother 32
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Welcher Synthesizer, Drumsynth oder Effekt entspricht dem typischen Signature Sound von Third Son?
Ich habe sehr viel den Moog Sub 37 für meine Basslines genutzt, der einen sehr eigenen Sound hat. Für mich ist es aber eigentlich die Bearbeitung der Kick, die ich immer durch den API2500 leite. Das addiert organisches Feeling zum Sound, ohne dabei den Punch oder Low End zu verlieren. 

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Wie sieht ein typischer Tag im Studio mit Third Son aus? Erzähle uns ein wenig über den kreativen Prozess deines Titelsongs Syncope.
Kaffee, Jamming, Kaffee, Arrangement, Kaffee, Mixdown.
Du hast früher gelernt, richtige handgemachte Musik zu kreieren, aber ziehst es vor, mit elektronischen Sounds zu arbeiten. Wie siehst du das Thema analog vs. digital?
Beides ist großartig. Das ist zwar eine langweilige Antwort, aber es ist nun mal wahr. Ich arbeite 50/50 „in-the-box“ und „out-the-box“. Wir sind Menschen, deswegen lieben wir es, an etwas herumzuspielen. Aber die Möglichkeit, so schnell mit Software-Synthesizern zu arbeiten, die auch noch sehr gut klingen, das ist schon ein großer Vorteil.

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Du tourst sehr viel und spielst die unterschiedlichsten Venues. Welches ist für dich dein bester Platz, Club oder Festival, bei dem du heute noch Gänsehaut bekommst? Und warum?
Rainbow Serpent Festival in Australien. Mein Gott ist die Location großartig. Die Leute dort sind ausschließlich wegen der Atmosphäre und der Musik dort. Jeder lässt sich in den Bann dieses Festivals ziehen. Das ist ein Zeichen, dass gute Dinge passieren.
Du spielst auch als DJ. Was favorisierst du, live mit Instrumenten spielen oder mit USB-Sticks und CDJs?
DJing macht mir sehr viel Spaß, aber wenn man es zu sehr als Tool einsetzt, wird es schnell langweilig. Ich denke, dass ich bald anfange, mit Vinyl aufzulegen, falls ich weiterhin als DJ unterwegs sein werde. Live ist definitiv die Zukunft für mich und mein Projekt.
Was sind dein fünf Lieblingsteile in deinem Studio und auf der Bühne?

  • Arturia MatrixBrute
  • Moog Sub37
  • Soma Lyra 8
  • Roli Seaboard
  • Slate Digital Everything Bundle

Für mein Live-Set wünschte ich, dass ich mein komplettes Studio mit auf Tour nehmen könnte. Aber ich tendiere dazu, den Sub 37 mit dem Moog Mother 32 zu ersetzen und den Push 2 als Trigger-Controller einzusetzen.

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von Marcus Schmahl

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