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13.06.2019

Nach fast 50 Jahren: Licht aus bei Pedulla Basses!

Retirement: Michael "Mike" Pedulla - einer der Väter des modernen Edelbasses - setzt sich zur Ruhe

Von fortan werden keine neuen Instrumente mehr produziert

Retirement: Michael "Mike" Pedulla, einer der Väter des modernen Edelbasses, hat seinen Ruhestand verkündet. Nach mehr als vier Jahrzehnten im Bass-Business erklärte er auf seiner Homepage, dass er von fortan keine Instrumente in seiner Werkstatt in Massachusetts mehr bauen wird.

Auf der Webseite der renommierten Company ist zu lesen: "Nach fast 45 Jahren des Entwerfens, Designens, Bauens und Instandhaltens von Instrumenten, werde ich mich zur Ruhe setzen. Neue Bass-Bestellungen und Service-Anfragen kann ich leider nicht mehr bearbeiten. Ich bedanke mich herzlich bei allen, die mich über die Jahre begleitet und unterstützt haben. Ich wünsche euch allen alles Gute!"

Pedulla gibt zudem den Hinweis, dass noch einige wenige Bässe unter dem Menüpunkt "Available Basses" der Homepage verfügbar seien, und dass darüber hinaus Saiten, Parts und Zubehör noch so lange zu beziehen sein werden, wie der Vorrat reicht.

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Michael Pedullas beispielhafte Karriere als weltbekannter Bassbauer begann bereits am College: Im seinem Abschlussjahr wurde sein Interesse am Banjospiel geweckt, und in Michael erwuchs die Idee, eines dieser Instrumente zu bauen. Nicht viel später fasste er den Entschluss, Saiteninstrumente zu bauen und zu reparieren.

1975 wurde die Company Pedulla aus der Wiege gehoben, und schon kurze Zeit später wurde das Renommee der jungen Firma durch die aufstrebenden E-Bassisten Mark Egan (damals bei der Pat Metheny Group) und Tim Landers (Gil Evans, Al Di Meola ...) beflügelt. Die Produktpalette sollte schnell wachsen und legendäre Modelle wie den MVP, den Buzz, den Thunderbass, Thunderbolt, Nuance, Rapture und weitere umfassen.

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Mitte der 1990er-Jahre war Pedulla auf dem Peak seiner Produktion angelangt und produzierte nahezu 750 Instrumente (!) pro Jahr. Leider kam der passionierte Bassbauer aufgrund dieser Entwicklung immer seltener dazu, selbst Hand an seine Instrumente anlegen zu können, was ihn zunehmend frustrierte.

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Entgegen des allgemeinen Trends, Wirtschaftwachstum über alles andere zu stellen, stutzte Michael Pedulla daraufhin wenig später sein Unternehmen rigoros zurück, sodass er selbst wieder hinter der Werkbank stehen konnte. Das Ergebnis waren zwar erheblich geringere Stückzahlen, aber auch ein zufriedener Chef eines "One-Man-Unternehmens" - sympathisch! Mit neuer Freude an seinem Beruf verbrachte Michael nicht selten sieben Tage pro Woche in seiner Werkstatt, suchte für jeden Bass persönlich die passenden Hölzer und Komponenten aus und konnte jedem seiner Instrumente aus Überzeugung bescheinigen, dass es das Highlight seiner derzeitigen beruflichen Entwicklung und Erfahrung darstellte.

Nach einer derart erfolgreichen Karriere können wir von der bonedo-Bassredaktion nur sagen: Hut ab, Michael! Danke für deine hervorragenden Instrumente und das, was du für die Bassszene im Allgemeinen getan hast. Genieße deinen wohlverdienten Ruhestand!

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