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Test
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01.06.2021

Markbass Mark Vintage Pre Test

Vorverstärker für E-Bass

Topsound aus Italien!

Mit dem Little Mark Vintage ging Markbass nach eigenem Bekunden vor eingen Jahren in eine neue Ära über und präsentierte der Öffentlichkeit ein extrem flexibles Topteil mit zahlreichen neuen Features und einem aufgefrischten Look. Der Amp ist Teil der hochwertigen Gold-Serie und wird nur aus besten Komponenten gebaut, außerdem sorgt die Ausstattung mit einem Röhren-Preamp für Old-School-Sounds in erstklassiger Qualität. Da ist es kaum verwunderlich, dass der neue Alleskönner bei der Tieftöner-Gemeinde sehr gut ankam und für die italienische Ampschmiede schnell zum Megaseller wurde. Ein Jahr später kommt Markbass nun mit einem Röhren-Preamp-Pedal auf den Markt, welches auf dem erfolgreichen Little Mark Vintage basiert und sogar abermals um einige Zusatz-Features erweitert wurde, wie beispielsweise einer Drive-Sektion oder digitalen Ausgängen. Ob der Little Mark Vintage Pre das neue "Schweizer Taschenmesser" für Bassisten ist, wollen wir in diesem Test herausfinden.

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Details

Der Markbass Vintage Pre geht als echte All-In-One-Lösung ins Rennen und ist dementsprechend reich mit Features ausgestattet. Markbass gelang es allerdings, die Technik in einem relativ kompakten Gehäuse mit den Abmessungen von 19,3 x 12,7 x 5,9 cm unterzubringen - das Pedal verschwindet daher problemlos in der Fronttasche einer Gigbag und verursacht kaum zusätzlichen Transportaufwand.

Die zahlreichen Bedienelemente auf der Oberfläche wurden logisch und übersichtlich angeordnet. Jeder halbwegs erfahrene Tieftöner wird sich hier auf Anhieb zurechtfinden und die wichtigsten Funktionen sicherlich auch ohne Bedienungsanleitung ergründen können.

Blickfang ist das im oberen Bereich positionierte "Schaufenster", hinter dem die Preamp-Röhre des Pedals parkt. Das hintergrundbeleuchtete Fenster wurde allerdings nicht nur aus "Showgründen" installiert, sondern dient darüber hinaus als Aussteuerungshilfe für den Gain-Pegel des Preamps: Die Beleuchtung flackert bei zunehmendem Gain-Pegel immer stärker und färbt sich ab einer hörbaren Verzerrung des Signals schließlich rot.

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Kommen wir zu den Reglern und Funktionen des Markbass-Preamps. Der griffige und angenehm groß dimensionierte Gain-Regler sitzt direkt links neben der Röhre; auf der gegenüberliegenden Seite finden wir den Master-Regler für die Endlautstärke des Pedals. Mittig auf der Oberfläche fällt der Blick auf sämtliche übrigen Regler und Schalter, die für die EQ-Features des Preamps zuständig sind.

Die EQ-Ausstattung wurde im Grunde vom Little Mark Vintage-Topteil übernommen und setzt sich aus einem Vierband-Equalizer mit den entsprechenden Reglern für Bässe, Tiefmitten, Hochmitten und Höhen sowie einem Drehschalter für drei EQ-Presets zusammen: In der Flat-Position bleibt der Sound neutral, das Scoop-Preset sorgt für einen modernen und wuchtigen Sound mit abgesenkten Mitten bei gleichzeitig geboosteten Bässe und Höhen, und das Old-Preset steht für einen warm-runden Vintage-Sound mit deutlich abgesenkten Höhen.

Allein mit diesen Klangwerkzeugen lassen sich bereits jede Menge unterschiedlichster Sounds umsetzen. Mit dem kompakten Pedal geht aber noch deutlich mehr: Markbass hat dem Mark Vintage Pre nämlich zusätzlich eine Drive-Sektion mit zwei verschiedenen Overdrive-Geschmacksrichtungen spendiert!

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Bei Drive 1 handelt es sich um einen modern-gescoopten Sound, während sich Drive 2 eher für klassische Rocksounds eignet. Aufgerufen werden die Drive-Sounds mithilfe des links auf der Pedal-Front sitzenden Fußtasters. Zum Wechsel der beiden Drive-Sounds bleibt man einfach etwas länger auf dem Taster - erfreulicherweise gibt das Pedal auch optisch Auskunft über die jeweilige Einstellung der Drive-Sektion.

Eine unterhalb des Röhren-Schaufensters sitzende LED blinkt gelb, sobald die Drive-Sektion aktiviert wird. Der Wechsel zwischen den Drive-Sounds wird hingegen mit einem Blinken der Röhren-Hintergrundbeleuchtung signalisiert. Zur Abstimmung der Overdrive-Sounds gibt es einen Drive-Regler für den Zerrgrad und einen Blend-Regler zur Mischung mit dem cleanen Basssignal.

Damit wären wir mit den Hauptfunktionen des Pedals schon fast durch. Zu erwähnen bleiben noch die beiden verbleibenden Fußtaster im unteren Bereich. Mit dem mittleren Taster wird das Pedal aktiviert, und der rechte Boost-Taster bewirkt eine Anhebung der Endlautstärke um satte 6dB - ein praktisches Feature für Solo-Einlagen oder lautere Songpassagen.

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Markbass hat den Mark Vintage Pre allerdings nicht nur mit zahlreichen Soundtools, sondern auch mit allen nötigen Anschlussmöglichkeiten für den professionellen Einsatz im Live-Betrieb oder im Studio und zum Üben in den eigenen vier Wänden ausgestattet: Für letzteren Fall gibt es eine Miniklinke zum Anschluss einer externen Audioquelle sowie eine weitere Miniklinke für den Kopfhörer. Beide Eingänge sitzen auf der Oberseite des Pedals und sind somit leicht zugänglich.

Die übrigen Anschlüsse hat Markbass ringsum auf den Seitenflächen verteilt. Den Klinkeneingang für den Bass finden wir rechts, gegenüber parken die Output-Klinke zur Weiterleitung des Signals an den Amp und die zum Effektweg gehörende Send-Klinke. Die Return-Klinke finden wir hingegen auf der Rückseite des Pedals. Hier liegen außerdem ein symmetrischer Line-Out in Form einer XLR-Buchse (inklusive Groundliftschalter) und natürlich der Anschluss für das mitgelieferte Netzteil (12 Volt, Minuspol innen).

Übrigens: Auf speziellen Wunsch des wohl populärsten Markbass-Endorsers Marcus Miller wurde das Preamp-Pedal darüber hinaus mit digitalen Ausgängen zur direkten Verbindung mit einem Audio-Interface ausgestattet. Zur Verfügung stehen ein RCA-Ausgang und ein Toslink-Ausgang mit schaltbarer Sample-Rate (44.1/48/96KHz).

Meines Wissens ist der Mark Vintage Pre somit der erste Bass-Preamp auf dem Markt, der auch gleich digitale Ausgänge mit an Bord hat. Der Hintergrund: Laut Aussage von Marcus Miller und Markbass sollte der Preamp eben auch bei Studiojobs möglichst flexibel und professionell einsetzbar sein.

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