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30.12.2020

Mapex Black Panther Artist DL „Warbird“ und „The Machine“ Signature Snaredrums Test

Holzkessel-Snaredrums

Rezepte mit Walnuss

Dass die Firma Mapex stolz auf ihre neuen Snaredrums zu sein scheint, lässt sich schon an der Länge ihrer Bezeichnungen ablesen: Mapex Black Panther Design Lab Artist 12x5,5 „Warbird“ und Mapex Black Panther Design Lab Artist 14x5,5 „The Machine“ heißen unsere heutigen Testkandidaten. Wer sich das alles sparen möchte, könnte auch einfach von den neuen Chris Adler- und Craig Blundell Signature Snares sprechen. Davon abgesehen, folgen die Bezeichnungen durchaus einer gewissen Logik. Unter dem Label Black Panther bietet der taiwanesische Hersteller schon seit vielen Jahren Snaredrums der gehobenen Klasse an, vor kurzer Zeit hat man sich jedoch entschlossen, die Konstruktionen weiter zu verfeinern. Im Design Lab kommen die Snaredrums in den Genuss diverser Modifikationen, welche bestimmten Soundphilosophien folgen. Noch ausgecheckter wird es dann bei den Modellen der Artist-Reihe, zu denen auch unsere beiden Testobjekte zählen.   

Anders als die meisten Konkurrenten, verbaut Mapex hier nämlich kompromisslos die Lieblingskomponenten des Künstlers. Dazu gehören nicht nur die Felle, auch die Snareteppiche und sogar die Abhebungen kommen von Fremdanbietern. Aber auch bei den Kesseln und deren Bearbeitung wurde detailliert auf die jeweiligen Wünsche und Soundvorstellungen eingegangen. Bei der kompakten Warbird Snaredrum handelt es sich übrigens schon um das dritte grundlegende Facelift, offenbar erfreut sich das Rezept für den "Lamb of God"-Drummer Chris Adler anhaltender Beliebtheit. Craig Blundells „Maschine“ hingegen ist eine komplette Neukonstruktion. Gemeinsamkeiten zwischen beiden Snaredrums gibt es zwar, in essentiellen Fragen werden jedoch unterschiedliche Ansätze verfolgt. Welche das sind und ob sich die Resultate hören lassen können, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

Details

Bei beiden Snares kommt Walnussholz zum Einsatz

Dass Mapex es mit unseren Testkandidaten ernst meint, erkennt man schon an der Verpackung, oder besser: an den Verpackungen. Drei Kartons, eine Plastikfolie und ein samtiger Textilsack bewahren die Instrumente vor äußeren Widrigkeiten aller Art. Letzterer ist für die Weiterverwendung bestimmt, er sieht schick aus und schützt zumindest vor Kratzern. Wer sich durch die Hüllen gearbeitet hat, stößt irgendwann auf etwas, das aussieht wie ein kleines schwarzes Buch. Das Inhalt besteht aus einem kleinen Signature-Kärtchen mit dem Konterfei des jeweiligen Drummers, ein Faltblatt informiert zudem über die genauen Spezifikationen der Snaredrum. 

Sehen wir uns nun die Kessel der beiden Kandidaten an. Jener der Warbird misst 12x5,5 Zoll, besteht aus Walnussholz und ist sehr dünn gefertigt. Sechs Lagen addieren sich zu einer Wandstärke von 5,1 Millimetern, die Gratung beträgt auf der Schlagfellseite 45 Grad, auf der Resofellseite fällt sie mit 35 Grad etwas flacher aus. „SONIClear“ nennt Mapex dieses Konzept. Das Snarebed ist sichtbar, aber eher schmal und nicht sehr tief, im Bereich der Vertiefung wird die Gratung beibehalten. Drei Luftlöcher sorgen für Ventilation. Der optische Clou ist und bleibt jedoch die spezielle Gravur im Stirnbereich des Kessels, ein zweiköpfiger Adler, dessen eine Seite einen „kompletten“ Vogel darstellt, die andere Seite spiegelt einen Totenkopf. Das sieht durchaus edel und einzigartig aus und wurde handwerklich sauber umgesetzt. Innen wie außen besitzt der Kessel ein mattes, klar lackiertes Holzfinish. 

Auch bei Craig Blundells „The Machine“ Snaredrum kommt Walnuss zum Einsatz, muss sich die Aufgabe aber mit Ahornholz teilen. Der 14x5,5 Zoll große Kessel besitzt vier Innenlagen aus Ahorn und zwei Außenlagen aus Walnuss. Auf eine Gravur muss er verzichten, die Art der Gratung (45 Grad oben, 35 Grad unten) ist jedoch identisch. Besonders breit fällt das Snarebed aus, ich messe knappe 14 Zentimeter Breite. Der Grund dafür ist der spezielle Snareteppich, auf den ich später noch eingehen werde. Vier Luftlöcher sollen für ein perfektes Verhältnis von Ansprache und Spielgefühl sorgen. Wie beim „Kriegsvogel“ kommt auch hier eine matte Versiegelung zum Einsatz. Beide Kessel sind perfekt verarbeitet. 

Trick Abhebungen und Puresound Snareteppiche

Dass die Anpassung der Trommeln an die Endorserwünsche nicht bei den Kesseln endet, zeigen sowohl die Hardware als auch die Verschleißteile. Beginnen wir aber zunächst mit den Gemeinsamkeiten. So sind die Böckchen, die Spannreifen und die verschraubten Luftlocheinfassungen im Black Brushed Finish gehalten. Als „Sonic Saver“ bezeichnet Mapex die nach innen gebördelten Hoops, welche sich sowohl konstruktiv als auch vom Namen her an den Sticksaver-Versionen bekannter Vintage Drums der Firma Slingerland orientieren. Wie alle anderen Beschlagteile, sind auch die Tubelug-ähnlichen Böckchen mit Gummi unterlegt am Kessel montiert, bei der Warbird sind es pro Seite jeweils acht, die größere The Machine besitzt pro Seite zehn. Als interessante Wahl darf bei beiden Modellen auch die verbaute GS007 Multi Step Abhebung des Herstellers Trick gelten, schließlich hat Mapex auch eine eigene Oberklasseabhebung im Angebot. Am Vorgängermodell der Warbird war Chris Adler damit auch noch zufrieden, jetzt hat er sich – wie Kollege Blundell – für den High-End-Standard vieler Custom Drums entschieden. Das Besondere an dem System ist der an drei Positionen einrastende Bedienhebel für unterschiedliche Teppichspannungen ohne Schrauberei an Einstellrad. Ein Fremdhersteller steuert auch die Teppiche bei. So finden wir an der Warbird einen 16-spraligen Puresound Custom, noch spezieller wird es an der Machine mit einem breiten Equalizer-Modell mit gesplitteten 2x8 Spiralsträngen. 

Die Fellbestückung der Warbird kommt nicht mehr von Aquarian, sondern von Evans, ein Power Center Reverse Dot sitzt auf der Schlagfellseite, unten werkelt ein Snare Side 300. Craig Blundell setzt auf der Schlagfellseite mit dem Aquarian Hi Energy auf ein Modell, das besonders bei Heavy Hittern sehr beliebt ist. Auf der Resoseite kommt ein Classic Clear Snare Resonant zum Einsatz. Lustigerweise ist dies die Fellkombination des alten Warbird Modells, Herr Adler ist jedoch zwischenzeitlich zu Evans gewechselt. 

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