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Test
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01.09.2014

Korg taktile und TRITON taktile Test

taktile 49 / taktile 25 / TRITON taktile 49 / TRITON taktile 25

USB-Controllerkeyboards / Synthesizer

Mit der taktile-Serie hat Korg neue USB-Controllerkeyboards ins Rennen geschickt. Das Programm umfasst insgesamt vier Keyboards: Die Modelle taktile 25 und taktile 49 sind reine Controllerkeyboards ohne eigene Klangerzeugung. Als TRITON taktile 25 und TRITON taktile 49 sind sie in beiden Größen auch mit integrierten Sounds aus der um die Jahrtausendwende höchst beliebten Workstation Korg TRITON erhältlich. Können sich die taktile-Keyboards gegen die starke Controller-Konkurrenz behaupten, und lohnt sich die Anschaffung der Variante mit Klangerzeugung?

Preislich liegen die Keyboards schon ohne TRITON-Sounds eher im oberen Bereich – das taktile 49 sortiert sich mit einem Straßenpreis von ca. 280 Euro zwischen namhaften Konkurrenten wie dem Novation Impulse 49 (239 Euro) und dem ebenfalls neuen AKAI MPK249 (349 Euro) ein. Zu diesen Preisen und bei dieser Konkurrenz darf man schon einiges an Ausstattung und Qualität erwarten, was die Controller-Features angeht. Für die Varianten mit integrierter Klangerzeugung muss man jeweils noch einmal über 100 Euro drauflegen, und daher bin ich beim TRITON taktile auch skeptischer: Braucht man in Zeiten von Sample Librarys und Software Synthesizern einen Chip mit Sounds aus einer fast 15 Jahre alten Workstation, und sei es nur als Sound-Grundausstattung? Wir haben getestet, was in den taktile-Keyboards steckt. Dafür standen uns zwei Vertreter der Serie zur Verfügung: taktile 49 und TRITON taktile 25.

Details

Gehäuse und Lieferumfang

Die Keyboards der taktile-Serie stecken in stabilen Kunststoffgehäusen. Bei den Modellen ohne Klangerzeugung ist der untere Teil des Gehäuses grau gefärbt, während die TRITON taktiles ganz in schwarz gekleidet sind. Das Plastik wirkt für meinen Geschmack nicht ganz so wertig wie bei manchem Konkurrenzprodukt, die Verarbeitung scheint aber in Ordnung zu sein. Die Keyboards stehen sicher auf Gummifüßen und kippeln nicht. Das Design möchte ich als eher nüchtern bezeichnen – auf Zierelemente wie etwa die Pseudo-Holzteile einiger Mitbewerber wurde hier verzichtet. Dennoch machen die taktiles eine gute Figur, wie ich finde. Für Controllerkeyboards fallen sie eher groß aus, was zwar etwas Studioplatz benötigt, aber zur Übersichtlichkeit auf dem Bedienfeld beiträgt. Im Karton liegen außer dem Keyboard ein USB-Kabel und eine gedruckte Bedienungsanleitung. Beim taktile ohne TRITON besteht diese aus zwei unhandlichen Faltblättern, auf denen das Auge erstmal eine Weile nach der passenden Sprache suchen muss. Aber die Funktionen sind schnell erklärt und danach braucht man die Zettel nicht mehr. Das TRITON taktile kommt mit einer Anleitung in Heftform, die zusätzlich auf ein downloadbares Parameter-Handbuch verweist – dieses steht allerdings immer noch nicht zur Verfügung, obwohl die Keyboards inzwischen seit einigen Monaten erhältlich sind.

Allen taktiles legt Korg einen Zugangscode bei, mit dem man sich ein recht umfangreiches Softwarepaket herunterladen kann. Es umfasst Reason Limited, Korg M1 Le, EZDrummer Lite, Ultra Analog Session, Strum Acoustic Session, Lounge Lizard Session und einen Rabattcoupon für Ableton Live. Herunterladen sollte man sich auch den kostenlosen Korg KONTROL Editor, mit dem man die taktile Keyboards bequem vom Rechner aus konfigurieren kann.

Anschlüsse

Die taktiles tragen ihr übersichtliches Anschlussfeld an der rechten Seite. Hier gibt es zwei Pedalbuchsen (1x Fußtaster, 1x Expressionpedal, beide frei konfigurierbar) sowie MIDI In und Out. Natürlich darf die USB-Buchse nicht fehlen, über die die Keyboards auch mit Strom versorgt werden.

Das TRITON taktile 25 und das TRITON taktile 49 besitzen statt des MIDI-In eine 3,5 mm Stereo-Klinkenbuchse als Ausgang für die eingebaute Klangerzeugung. Das ist natürlich eher semi-professionell – um die Keyboards zum Beispiel mit einem Mischpult oder einem Audiointerface zu verbinden, benötigt man ein entsprechendes Adapterkabel und muss mit dem etwas wackeligen Miniklinkenstecker vorlieb nehmen. Außerdem verstehe ich nicht, warum man ausgerechnet bei den Modellen mit Klangerzeugung den MIDI-Eingang eliminiert hat. Aber in aller Regel werden die taktiles wohl über USB betrieben, weshalb das nicht weiter tragisch ins Gewicht fällt. Einen Anschluss für ein externes Netzteil besitzen die taktiles nicht. Möchte man also ein TRITON taktile ohne Computer benutzen, um nur die internen Sounds zu spielen, muss man auf ein Standard-USB-Netzgerät zurückgreifen, was aber problemlos funktioniert. 

Den Versuch, ein taktile über einen Lightning-USB-Adapter an meinem iPad 4 zu betreiben, quittierte das iPad übrigens mit dem Hinweis, das angeschlossene Gerät verbrauche zuviel Strom. Das Keyboard ging zwar an, ließ sich aber nicht am iPad verwenden.

Tastatur

Die taktile-Keyboards haben anschlagdynamische Tastaturen in Normalgröße in den gängigen Formaten 25 bzw. 49 Tasten. Für Controllerkeyboard-Verhältnisse finde ich sie sehr angenehm zu spielen, in dieser Disziplin sind die taktiles für mein Empfinden auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Natürlich taugen sie nicht für anspruchsvolle pianistische Darbietungen, aber die typischen Aufgaben eines Controllerkeyboards – Steuerung von Software-Synthesizern, Einspielen von Pads, Leads und Bässen etc. – lassen sich mit diesen recht differenziert reagierenden Klaviaturen überzeugend bewältigen. Mit acht Velocity-Kurven oder einem einstellbaren festen Wert lässt sich die Tastatur an den persönlichen Anschlag anpassen. Leider verfügen die taktile-Tastaturen nicht über Aftertouch. Bei Bedarf kann das Modulationsrad mit dem Senden von Aftertouch-Daten beauftragt werden.

Bedienelemente und Controller

Die Bedienoberfläche ist leicht zum Benutzer hin geneigt und recht großzügig und übersichtlich gestaltet. Die Faderkappen und Potiknöpfe fühlen sich leider ein bisschen plastikmäßig an. Was die Haptik angeht, reichen die taktiles für meinen Geschmack nicht ganz an andere Controllerkeyboards in dieser Preisklasse heran. Anderswo bekommt man zu einem vergleichbaren Preis mitunter Fader und Potis, die – zumindest oberflächlich – hochwertiger wirken. Aber dieses Gefühl sagt natürlich nur bedingt etwas über die tatsächliche Qualität der Bauteile aus – wie haltbar die Controller wirklich sind, kann nur ein Langzeittest klären.

Auf der linken Seite besitzen alle taktiles acht programmierbare Fader mit 3 cm Regelweg und acht ebenfalls programmierbare Buttons, die bei der Verwendung als DAW-Controller für die Aufgaben Solo, Mute und Aufnahmebereitschaft dreifach belegt sind. Bei den Modellen mit 49 Tasten bekommt man zusätzlich acht Drehregler (nicht endlos). Desweiteren gibt es eine Reihe mit sieben Knöpfen zur DAW-Steuerung, die beim taktile 25 auf der linken Seite angeordnet ist und bei den größeren Modellen rechts. Auch mehrfarbig beleuchtete Oktavbuttons sowie Räder für Pitchbend und Modulation sind bei allen Modellen vorhanden.

In der Mitte befindet sich ein X/Y-Touchpad, das der Kaossilator-Reihe entstammt und die taktile-Keyboards ein bisschen von der Konkurrenz abhebt. Es lässt sich nicht nur als programmierbarer MIDI-Controller verwenden, sondern auch zum Spielen von Tonleitern, wie man es vom Kaossilator kennt. Ein dritter Betriebsmodus meldet das Touchpad als Trackpad am Rechner an, sodass man vielleicht sogar auf die Maus verzichten kann. Gute Idee! Die drei Modi des Touchpads werden über eigene Taster umgeschaltet. Darunter sitzt ein weiterer Touch-Slider, der der Werteeingabe am Keyboard selbst dient – beim TRITON taktile auch zur Soundauswahl. Rund um das Touchpad und das Mini-Display gruppieren sich Taster zur Trackauswahl, für den Assign Mode und zur Navigation durch die Konfigurations-Menüs. Beim TRITON taktile gibt es einen Button namens SOUND, der die integrierte Tonerzeugung aktiviert.

Der rechte Bereich der Bedienoberfläche wird von den anschlagdynamischen Trigger-Pads eingenommen. Davon gibt es bei den Modellen mit 25 Tasten acht, bei den größeren taktiles sind es 16. Für die Pads gibt es drei Velocitykurven und alternativ einen einstellbaren festen Wert. Der Betriebsmodus lässt sich mit zwei Tastern zwischen Chord/Scale und Note/Control umschalten, was auch durch die Beleuchtung der Pads unterstrichen wird (violett bzw. rot). Die Pads können Controllerdaten, Noten und ganze Akkorde senden und auch mit Program Changes belegt werden. Allerdings bieten auch sie keinen Aftertouch. Den Abschluss macht der Taster ARP, der den integrierten, gut ausgestatteten Arpeggiator aktiviert.

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