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16.03.2018

8 DJ-Dokus am Puls der Zeit

Behind the scenes

Vom Dancefloor aus betrachtet, sieht alles ganz easy aus. Wie sich der tatsächliche Alltag eines Superstar-DJs gestaltet, kann man sich wohl kaum vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Also ist es an der Zeit für einen Perspektivenwechsel.

Wir haben einige Filme interessanter und bedeutender Persönlichkeiten aus dem Nachtleben für euch herausgefischt. Hier könnt ihr nicht nur in diverse Erfolgsgeschichten eintauchen, sondern auch die Schattenseiten kennenlernen und einfach mal hautnah miterleben, wie das Leben eines DJs aussehen kann. Wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Das ist eine persönliche Auswahl, die ihr gern mit euren Kommentaren ergänzen und erweitern könnt.

Richie Hawtin Documentary

Wer schon immer mal wissen wollte, wie einer der Urväter des Minimal Techno und einer der einflussreichsten DJs der Detroit Techno Szene es zu Weltruhm gebracht hat, und welche Rolle sein Vater, ein Robotik-Techniker bei General Motors dabei spielte, der findet hier alle Antworten.

Der Film portraitiert den Werdegang Hawtins angefangen von niedlichen Kinderfotos aus seiner Zeit in England, wo er geboren wurde, bis zum Jahre 2006, in dem die Doku gedreht wurde. Seine eigene Musik u.a. vom legendären Projekt "Plastikman" kommt natürlich auch nicht zu kurz. Ich sag nur "Ping Pong ..."

 

Carl Cox 24/7

Eine Dokumentation, die zum Pflichtprogramm im musikalischen Geschichtsunterricht gehören sollte. Im Zentrum steht der britische House und Techno DJ und Produzent Carl Cox. Seine Laufbahn wird hier auf unterhaltsame Weise skizziert. Dabei kommt nicht nur der sympathische Hüne, der auch gern mit drei Plattentellern mixt zu Wort, sondern auch viele seiner Weggefährten, wie z.B. DJ und Radiolegende Gilles Petersen. Schön, dass diese Darstellung ganz ohne einen dieser typischen reißerischen Sprecher mit viel Pathos in der Stimme auskommt. Britisches Understatement eben.

 

David Guetta: Nothing But The Beat

Hier könnt ihr ein Paradebeispiel sehen, wie man es vom Underground House DJ zum globalen Superstar schafft. Seine Geschichte erzählt der beliebte und sehr ambitionierte französische House Musikproduzent und DJ selbst. Er bietet seinen Fans nicht nur einen einzigartigen Einblick in sein berufliches, sondern auch in sein persönliches Leben.

Wortbeiträge von u.a. Kelly Rowland und Snoop Dogg runden das ganze ab. Auch wenn man nicht unbedingt auf Guetta steht, ein überraschend guter und gelungener Film.

 

As I Am: The Life and Times of DJ AM

109 Minuten über das Leben von Adam Michael Goldstein, der unter dem Namen DJ AM (laut New Yorker Post einer der ersten "One Milion Dollar DJs") als Remixer Karriere machte. Im Gegensatz zu den meisten anderen DJ-Dokus zeigt dieser Film nicht nur die glänzende Seite der Medaille, sondern auch die Schattenseiten des Erfolgs. Vom meteoritenhaften Aufstieg des DJ Am, seinem Kampf mit der Drogensucht, Skandalen, seinem Flugzeugabsturz, den er überlebte und seinem frühen Tod im Alter von 36 Jahren.

Ein berührendes Zeitdokument inklusive Live Sets und diversen Interviews, u.a. mit Diplo, Steve Aoki, Jazzy Jeff, DJ Vice u.v.m.

 

A Cross The Universe - Justice

Okay, das französische Duo Justice ist eher ein Electronic Live Act und kein DJ Team, dafür haben Gaspard Augé und Xavier de Rosnay uns so manchen Dancefloor-kracher wie z.B. "We Are Your Friends" beschert.

Justice ist erfolgreichste Act auf Ed Banger Records und "A Cross The Universe" hieß das erste Album. Der Film, der parallel dazu erschienen ist, begleitet die umtriebigen Franzosen bei ihrer Tour durch Nordamerika 2008. Was ganz cool ist, es dreht sich hier in erster Linie um die persönlichen Erfahrungen der beiden Musiker. Aber keine Angst, die Liveauftritte kommen nicht zu kurz und somit gibt es auch ausreichend Musik zu hören.

 

Bäm Bäm Westbam - Der DJ und die Macht der Nacht

Eines der Urgesteine der Rave-Szene, Mitbegründer der Mayday und Loveparade, Labelbetreiber, Produzent und DJ. Westbam, "der Zauberlehrling aus Münster", wie er mal zärtlich in einem Bericht im Spiegel genannt wurde, hat Geschichte geschrieben und davon handelt dieses Portrait.

Eine Hommage an den Meister und sein Werk und ein guter Überblick über sein buntes Schaffen. Mit viel historischem Material, darunter die Anfänge der Loveparade, die ersten Raves und natürlich guten alten Rave-Hymnen wie "Sonic Empire".

 

Denk ich an Deutschland in der Nacht - If I think of Germany At Night

Dieser Film wurde gerade auf der Berlinale, den Filmfestspielen 2017 in Berlin, uraufgeführt und kommt dann hoffentlich demnächst auch in einschlägige Kinos. Fünf DJs, darunter Ricardo Villalobos und der Gründer des Heidelberger Kultlabels Source Records David Moufang aka Move D werden bei ihrer Arbeit mit der Kamera begleitet und geben private Interviews.

Weitere Infos könnt ihr hier in diesem Radiobeitrag von einem meiner Kollegen hören, der den Film bereits gesehen hat.

 

It's All Gone Pete Tong

Zum Schluss noch ein Filmtipp über einen fiktiven DJ namens Frankie Wilde, der in Ibiza die Clubs rockt und im Laufe seiner Exzesse sein Gehör verliert. Aufgezogen als echte Dokumentation wurde nicht nur an Originalschauplätzen auf der beliebten Partyinsel wie dem Amnesia oder Pacha gedreht, sondern es kommen auch Superstar DJs wie u.a. Tiesto oder Paul van Dyk zu Wort. Der Film hat jede Menge Filmpreise eingeheimst. Eine super witzige Komödie und ziemlich unterhaltsam. Reinschauen lohnt sich.

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