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Test
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24.02.2012

DJ-Tech DDM 2000 USB Test

4-Kanal USB DJ-Mischpult

Price, how low can you go?!

Vierkanal-Mischer sind ja ein bisschen so wie Kombis: Irgendwo wollen sie noch ein bisschen was vom Handling eines Sportwagens (Battle-Mischer) vermitteln und gleichzeitig genug Platz für Kind und Kegel bieten (sprich: über ausreichend Anschlüsse verfügen). Das gleicht für sich genommen schon der Quadratur des Kreises. Wenn DJ-Tech diesen Trick- beim DDM 2000 USB- sogar für unter zweihundert Euro vollführen will, kann man schon ins Staunen geraten.

Dabei kann die Konsole sogar mit professionellen XLR-Ausgängen, USB-Funktionalität und zwei Mikrofoneingängen aufwarten. Was bleibt uns also anderes übrig, als den Ferrari-LKW (um im Bild zu bleiben) zu einem Rennen auf dem Bonedo-Parcours einzuladen, um herauszufinden, was unter seiner Haube steckt.

DETAILS

Dass eine derart günstige Preisgestaltung kaum mit europäischen Fertigungslöhnen zu realisieren ist, dürfte klar sein. Erwartungsgemäß trägt die Kartonage die Aufschrift „Made in China“. Fairerweise muss man aber sagen, dass das mittlerweile kein vorauseilendes Qualitätsurteil mehr rechtfertigt. Denn viele Testgeräte, die uns in den letzten Jahren aus dem Reich der Mitte erreichten, konnten absolut überzeugen. Als Reisehabitat wurde dem DDM 2000 USB ein praktischer Henkel-Karton spendiert, von dem im Musikgeschäft ein nicht unerheblicher Nimm-mich-mit-Effekt ausgehen dürfte. In der Box befinden sich der Mischer selbst, ein Strom- und ein USB-Kabel, eine mehrsprachige Anleitung sowie eine CD mit Traktor 3 LE samt Lizenz und eine Karte mit einer Download-Lizenz für Deckadance LE.

Bei der ersten visuellen Inspektion überrascht das mit 30 Zentimetern in der Tiefe, 23 in der Breite und elf Zentimetern in der Höhe sehr kompakte Format des Mischers. Die anschließende Gewichtsmessung liefert angemessene 3,3 Kilogramm. Hauptverantwortlich für diesen Wert ist das ordentlich verschraubte Vollmetall-Gehäuse. Angenehm fällt hier die leicht angeraute Frontplatte auf, die Lichtreflexionen wirkungsvoll streut – anders als die aktuell etwas inflationär verwendete Hochglanz-Lackierung, die je nach Beleuchtungssituation ein Ablesen unmöglich macht.

Anschlüsse
Der DDM verfügt über ein internes Netzteil und wird mit einem Kleingeräte-Kabel bestromt. Direkt über der Buchse sitzt ein horizontal ausgerichteter Kippschalter, mit dem sich das Gerät in Betrieb setzen lässt. Ausgangsseitig stehen sowohl ein symmetrischer Master-Out mit XLR-Buchsen als auch ein Master- und Record-Out in Form zweier Cinch-Paare zur Verfügung. Für die Monitormischung am DJ-Arbeitsplatz steht ferner ein Zone-Out bereit. Alle vier Kanäle nehmen Line-Signale über einen Stereo-Cinch-Eingang entgegen, die Kanäle zwei und vier verfügen zusätzlich über einen schaltbaren Phono-Eingang. Kanal eins besitzt einen Mikrofoneingang in Form einer XLR/Klinke-Kombibuche, Kanal drei kann alternativ dem USB-Bus lauschen. Eine separat regelbare Klinkenbuchse dient zum Anschluss eines zweiten Mikrofons. Auf der Stirnseite des Mixers wohnt eine Klinkenbuchse für den Kopfhörer (neben einem etwas plakativen Aufkleber, der sich glücklicherweise einfach und rückstandsfrei ablösen lässt).

Hinter dem USB-Port verbirgt sich ein Audio-Chipsatz, der sich gegenüber Windows-Rechnern als generisches USB-Verbundgerät präsentiert, wodurch die Installation von Treiben entfällt. Entsprechend läuft die Steuerung des Audiostroms über den System-Codec und nicht über die wesentlich flinkeren ASIO-Treiber. In Anbetracht der möglichen Einsatzszenarien – nämlich dem Mitschneiden von DJ-Sets und dem Zuspielen von Musik des Rechners – geht das für in Ordnung.

Mixersektion
Über einen beleuchteten Druckschalter wählt der DJ zwischen den beiden rückseitigen Eingängen des betreffenden Kanals aus. Darunter liegt der Trim-Regler für die Eingangsverstärkung, gefolgt von einer dreibandigen Klangregelung (High, Mid, Low), die pro Band mit einer Verstärkung von +12dB und einer Absenkung von -26dB agiert. Die Potis verfügen über Null-Rasterungen.

Als Grenzfrequenzen zwischen den einzelnen Bändern konnte ich die Bereiche um 550 und 3000 Hz ausmachen. Besonders die relativ hohe Einsatzfrequenz im Bassbereich dürfte ein Grund sein, warum man beim Regeln an der EQ-Sektion stellenweise das Gefühl hat, fast schon ein bisschen zu viel Power unter den Fingern zu haben. Denn sobald man den Regler im Gain über die 3-Uhr-Marke dreht, entfacht der DDM 2000USB einen wirklich brachialen Pegelhub, was einerseits sehr mächtig ist, andererseits nicht unbedingt immer gut klingen muss. Für einen Einsteiger-Mixer wäre hier ein etwas „zahmeres“ Regelverhalten sicherlich empfehlenswerter.

Zur visuellen Pegelkontrolle sind alle Kanäle sowie der Master mit einer 10-segmentigen LED-Kette bestückt, die im Bereich bis null Dezibel blau, darüber rot leuchtet. Hat das Signal die Klangregelung verlassen, trifft es auf den obligatorischen Cue-Taster, mit dem sich jeder Kanal vorhören lässt. Darunter bestimmt ein dreistufiger Schalter, ob der Kanal auf der linken (A) oder rechten (B) Seite des Crossfaders ankommt oder daran vorbei auf die Summe gelegt wird. Die Südhälfte des Mischers dominieren 60 Millimeter lange Linefader, die eine für die Preisklasse gute Haptik besitzen. Das gilt auch für den 45er Crossfader, dessen Regelverhalten sich über einen Schalter zwischen hart und weich umschalten lässt.

Direkt neben der Mixersektion gruppieren sich die Potenziometer für (von oben nach unten) den Zone-Out, den zweiten Mikrofoneingang, die Kopfhörerlautstärke und das Mischverhältnis zwischen Master- und Cue-Signal. Ein zusätzlicher Taster schaltet zwischen Split- (Cue- und Main werden „hart“ auf den linken und rechten Kanal geroutet) und Blend-Modus um (Cue- und Main-Signal werden Stereo gemischt).

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