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18.02.2018

Die besten Gitarren-Soli - Extreme - Get The Funk Out - Workshop

Die berühmtesten Gitarren-Solos zum Nachspielen - mit Noten und Tabs

Anfang der 90er Jahre eroberten einige Crossover-Bands wie "Living Colour", "Faith no more" oder die "Red Hot Chili Peppers" die Charts, aber auch "Extreme", die allesamt Rockmusik mit sehr funkigen oder stellenweise auch HipHop-Ansätzen versahen. Das Debutalbum von Extreme fand wenig Beachtung, das Zweitwerk "Pornograffitti" allerdings bescherte der Band mit Hits wie "More than words" oder "Hole Hearted" den kommerziellen Durchbruch. Und die Gitarrenwelt wurde auf Nuno Bettencourt aufmerksam, den das "Guitar World" Magazin zum "most valuable player" des Jahres 1991 wählte.

In der Tat war Nunos Rhythmus- wie Sologitarrenspiel etwas vollkommen Neues, da man die Mischung aus synkopierten Funkrhythmen, chromatischen Bläserriffs, hochvirtuoser Technik, Spielwitz und brachialem Rocksound in dieser Ausprägung bis dahin nur selten gehört hatte. Da es sich bei den oben genannten Hits um Balladen handelt (in den 80er und 90er Jahren gehörte es zum "guten Ton" einer jeden Heavy-Band, mindestens eine Chartballade zu schreiben), die gänzlich ohne Gitarrensolo auskommen, betrachten wir einen Song, der ebenfalls als Single releast wurde, nämlich "Get the funk out".

In diesem Stück finden wir einiges, was Nunos Spiel und den Bandsound so besonders macht und ein unglaubliches Gitarrensolo. Nunos Equipment bestand zum damaligen Zeitpunkt aus Washburngitarren, die mit einem Seymour Duncan 59er in der Hals- und einem Bill Lawrence L500 in der Bridge-Position bestückt waren. Später sollte dieses Setup ein fester Bestandteil seines Custommodells "N4" werden. Der Sound stammt primär von einem ADA MP-1, ein programmierbarer Röhrenpreamp mit zuschaltbarem Chorus, der damals z.B. auch von Paul Gilbert eingesetzt wurde und bekannt für seinen Hochmittensound ist. Für die restliche Soundkette lassen wir den Produzenten Michael Wagener zu Wort kommen: "From the ADA it went into the McIntosh 2100 (transistor) poweramp and from there into a vintage Marshall 4x12 cab with the original G12H inside. At that time I normally used Fostex M11RP ribbon mics and Countryman Lavalier mics through a John Hardy M1 to record guitar."

Die Solochanges des Stückes sind ein klassischer 16-Takter:

II: Bb I C I Eb I F :II: G7 I G7 I C7 I F :II

Nuno beginnt das Solo in den ersten 4 Takten mit der G-Bluesscale, spielt anschließend eine rasant getappte Arpeggiosequenz, bestehend aus Bb-, C-, Eb- und F-add9 Arpeggios und endet mit einem Skalencocktail aus G-Blues, G-dorisch, G-mixolydisch und einer guten Portion Chromatik.

Jetzt aber zur Sache. Im folgenden Videoclip könnt ihr mir beim Spielen des Solos ungeniert auf die Finger schauen. Zunächst spiele ich das Ganze im Original-Tempo, dann in der SloMo Version:

So, und jetzt ihr. Los geht es mit der "Bläserlinie" des Solo-Intros. Das Riff ist extrem funky - ich musste es einfach dazu nehmen!

Und jetzt das komplette Solo als Audio-Beispiel und die Noten als PDF. Außerdem findet ihr im Audio-Player noch den Jam-Track als Basis  für eure eigenen Turnübungen!

Den getappten Arpeggiofingersatz habe ich euch mal separat notiert. Die blauen Töne werden getappt, den Rest übernimmt die linke Hand.

Da es die Nummer ganz schön in sich hat, noch eine langsamere Version:

Um den Sound zu emulieren, braucht ihr nur eine Humbuckergitarre mit mindestens 22 Bünden. Als Amp solltet ihr ein etwas schärfer klingendes Modell wählen und eventuell im EQ die Höhen und hohen Mitten leicht anheben, um diesen "schneidenden" Endachtzigersound zu erhalten. Ein wenig Delay und Reverb, und fertig ist der Nuno:

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