Hersteller_Casio EK_Einsteiger_Keyboard
Test
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16.06.2015

Praxis

Tastatur

Die ungewichtete Tastatur des Casio CTK-1250 sieht aus wie bei einem Klavier: Die bei Keyboards sonst übliche Lücke unter den Tasten fehlt. Das verleiht dem Keyboard ein eleganteres Aussehen, wobei mich persönlich dieser Punkt noch nie gestört hatte. Stören tut mich hingegen das recht schwammige, undefinierte Spielgefühl. Der Ton wird irgendwo in der Mitte des Anschlagswegs ausgelöst, was die Tastatur schwer zu kontrollieren macht. Ausdrucksstarkes Spiel ist nicht möglich, weil eine Anschlagdynamik fehlt und man noch nicht einmal ein Haltepedal anschließen kann. Ich möchte auch Anfängern ausdrücklich ans Herz legen, gleich von Beginn an in ein Keyboard mit einer besseren Tastatur zu investieren – man lernt darauf besser spielen und die Freude am Instrument hält länger an. Auf dieser Tastatur macht das Spielen einfach nicht richtig Spaß.

Klangfarben (Tones)

Das CTK-1250 bietet 100 Klangfarben, die wie üblich ein breites Spektrum abdecken. Hier findet man neben verschiedenen Pianos, E-Pianos und Orgeln auch Gitarren, Bässe, Streicher, Bläser und einige Synthesizer-Sounds. Die Qualität der Sounds entspricht der Preisklasse, um es diplomatisch auszudrücken. Besonders natürliche Klänge darf man hier nicht erwarten. Die meisten Sounds wirken sehr statisch (wozu die fehlende Anschlagdynamik sicher ihren Teil beiträgt) und klingen gerade im Ausklang unnatürlich. Bei einigen Sounds machen sich in der Abklingphase Störgeräusche wie Rauschen bemerkbar, wie es beispielsweise beim "Wood Bass" zu hören ist. Die Polyphonie, also die Anzahl der gleichzeitig spielbaren Noten, ist mit 12 Stimmen sehr dürftig. Für gar nicht viel mehr Geld bekommt man schon Instrumente, die deutlich besser klingen und auf Dauer einfach mehr Spaß machen.  

Split- und Layer-Funktionen gibt es beim CTK-1250 nicht, man kann die Tastatur also nicht auf mehrere Sounds aufteilen und auch keine Sounds übereinander legen. Allerdings umfasst die Klangauswahl einige vorgefertigte Kombinationen wie Piano und Streicher und verschiedene Splits mit einem Bass-Sound in der linken Hand.

Rhythmen

Zu den 100 Klangfarben gesellen sich 100 Begleitrhythmen. Diese sind beim CTK-1250 besonders simpel aufgebaut: Es gibt jeweils nur eine Rhythmusvariante und ein Fill-In. Auf Intros, Endings und umschaltbare Variationen muss man verzichten. Das Angebot umfasst Pop, Rock, Jazz, Dance und traditionelle Rhythmen aus Europa und Lateinamerika. Es sind einige schön programmierte Grooves dabei, aber der Klang der Begleitautomatik leidet unter der Qualität der Sounds. Vor allem die Drums fallen nicht gerade durch Vielseitigkeit auf – das Keyboard besitzt nur ein Drumkit, weshalb in fast allen Rhythmen die gleiche Snare Drum vorkommt. Das passt dann eben nur manchmal. Die eingeschränkten Fähigkeiten und der enttäuschende Klang der Begleitautomatik machen deutlich, dass das CTK-1250 doch eher Spielzeug als Musikinstrument ist. Genug, um damit ein bisschen Spaß zu haben, aber zuwenig, um ernsthaft damit zu musizieren.

Songs

100 Sounds, 100 Rhythmen und … 100 Songs! Die Auswahl durchstreift die üblichen Weihnachtslieder, Traditionals und Volkslieder, um dann bei einigen Gassenhauern aus Opern (La Traviata, Carmen) und Balletten (Nussknacker) zu enden. Beim Abspielen der Songs kann man dazu auf der Tastatur spielen und die linke und rechte Hand getrennt an- und abschalten. Wenn man das tut und das Lied zu Ende spielt, erklingt Applaus. Albern, aber lustig! Eine mehrstufige Übungsfunktion, wie sie bei vielen Einsteiger-Keyboards zu finden ist, bietet das CTK-1250 nicht.

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