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01.06.2015

Kreativitätskiller im Studio

7 Dinge, die du beim Produzieren vermeiden solltest...

...und was du dagegen tun kannst.

Viele von euch kennen es: Auf der Festplatte des Studiorechners schlummern unzählige Tracks, aber keiner ist wirklich fertig. Oder man nimmt sich fest vor, endlich seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen, aber es will einfach nichts klappen. Am Ende einer Session wird der Rechner dann frustriert heruntergefahren und man wundert sich, wo die Zeit eigentlich geblieben ist. Was ist passiert?

Bevor ihr - angesichts der drohenden Existenzkrise - das Musikerdasein an den Nagel hängt, solltet ihr mal die folgende Liste durchgehen. Vielleicht kommt euch das ein oder andere ja bekannt vor...

 

1. Internet

Deine DAW startet und du gehst in der Ladezeit mal kurz online? Schlechte Idee: Zwanzig Katzenvideos und unzählige Equipment-Demos weiter hast du nicht nur Zeit verloren, sondern auch den Faden. Da hilft nur Disziplin. Wenn das nicht geht: Modem ausschalten!

2. Kaufrausch

Du verbringst mehr Zeit mit Kleinanzeigen, Auktionen oder beim Lesen von Tests? Bevor du wieder das nächste Spielzeug anvisierst, solltest du erst mal das Equipment intensiv nutzen, was bei dir steht. Schließlich wurden viele großartige Ideen aus der Not geboren. Außerdem lauert hier auch schon die nächste Gefahr...

3. Werkzeuge nicht kennen

Dein Studio platzt aus allen Nähten, aber es kommt kein vernünftiger Sound raus? Statt sich durch hunderte Presets zu klicken ist es oft einfacher, einen Sound von Grund auf zu erstellen. Dafür musst du natürlich wissen, was dir zur Verfügung steht und wie sich die einzelnen Komponenten des Geräts verhalten. 

4. Ständig neue Projekte beginnen

Auf deiner Festplatte stapeln sich hunderte angefangene Ideen, aber keine davon ist fertig? Damit bist du nicht allein. Oftmals fängt der richtig harte Teil eben erst nach der ersten kreativen Idee an: Arrangieren, Mischen, Mastern. 

Hier bewähren sich drei Dinge: 1. Nicht an zu vielen Projekten gleichzeitig arbeiten. 2. Häufig mal ausmisten und alte Ideen rigoros wegschmeißen. 3. Ideen und Loops gleich so arrangieren, dass die Songstruktur grob steht. Dann findet ihr beim nächsten Öffnen des Projekts auch schneller wieder den Einstieg.

5. Kaputtes Equipment

Deine Kabel knistern, der Synth ist nicht ordentlich kalibriert, oder einzelne Kanäle deines Mischpults haben ihren Geist aufgegeben? Defektes Equipment kann ein echter Abtörner im Studio sein und von der kreativen Arbeit ablenken. Augen zu und durch: Reparieren lassen oder neu kaufen. Aber Vorsicht! Schnell verfällt man hier wieder in einen Kaufrausch. 

6. Zur falschen Uhrzeit produzieren

Abends fallen dir die Augen zu und morgens kommst du nicht aus dem Bett? Oder schlimmer: Du bist ultramotiviert, schaust aber ständig auf die Uhr, um deinen Schlaf zu bekommen? 

Sicherlich ist die freie Wahl der Uhrzeit für die meisten relativ schwierig umsetzbar. Hier kann man aber mit Disziplin etwas gegensteuern. Um mal einen amerikanischen Schauspieler und Politiker zu zitieren: „.(...) sleep faster, I would recommend.“. Mit etwas weniger Schlaf bleiben auf einmal zwei Stunden mehr zum Musikmachen. Wenn es gar nicht geht, bleibt immer noch das Wochenende.

7. Perfektionismus

Im Mikrotiming ist immer noch Optimierungspotenzial? Die Gitarre sitzt eigentlich im Mix, aber irgendwas fehlt? Detailverliebtheit ist beim Produzieren sicherlich angesagt. Nicht selten übertreibt man es aber und verliert sich im Optimierungswahn. Am Ende wird gar nichts mehr fertig und man befindet sich wieder an Punkt vier dieser Liste. Außerdem: Ein komplett glattgezogener Song mag technisch vielleicht überzeugen. Bei übertriebenem Perfektionismus bleibt mitunter aber die Seele des Stücks auf der Strecke. Unser Tipp: Mehr Mut zur Lücke. Schließlich sollte es bei der Musik am Ende immer um das Feeling gehen.

Jetzt seid ihr dran: Welche Dinge halten euch vom Musikmachen ab? 

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