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Gear-Chat: Florian Meindl im Interview

Florian Meindl, der aus Eferding/Österreich stammende Techno-Produzent und DJ, ist seit Jahren Bestandteil der Berliner und internationalen Szene. Neben Remixen für andere Künstler und Veröffentlichungen auf großen Labels wie bspw. Stil vor Talent, betreibt er sein eigenes Musik-Label „Flash Recordings“.

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Bei seinen Live-Acts setzt er auf Hardware-Synthesizer und tourt mit seinem Modularsystem durch die Clubs dieser Welt. Der begeisterte Anhänger von analogem Equipment stieg 2015 mit seiner Firma „Riemann Modular“ in den Eurorack-Markt ein. Zeit für ein Interview mit diesem facettenreichen Künstler.

Wann und aus welchem Antrieb heraus hast du dir dein erstes DJ-Equipment zugelegt?

Meindl: Das war 1997, nachdem ich im Radio einen DJ-Mix gehört habe und von der Möglichkeit Tracks zu mixen fasziniert war, denn ich mochte es schon damals, gute Musik zusammenzustellen und Freunden zu zeigen. Ein professionelles Setup mit drei Technics und einen Pioneer-Mixer hatte ich jedoch aus Geldmangel erst als ich 14 war, im Jahre 1999. Da begann ich auch Platten zu kaufen.

Wann hast du das erste Mal in der Öffentlichkeit aufgelegt?

Meindl: Im Jahre 2000, also mit 15 Jahren – Ich spielte dann rasch immer die Warmup-Sets in Linz/Österreich, wo ich herkomme, für die damals angesagten Locations wie Nova und Membran Keller.

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Gab es so etwas wie einen Durchbruch-Gig?

Meindl: Nein es wurde immer mehr. Irgendwann spielte dann ein sehr bekannter Radio Sender namens FM4 in Wien meine Mixe, daraufhin war ich dann in Österreich als Local-DJ eine Weile ganz gut unterwegs. Das war in der Zeit zwischen 2001 und 2005.

Welche Gigs machen dich als Profi heutzutage noch nervös?

Meindl: Riesige Menschenmassen machen mich ein wenig nervös. Hauptsächlich wenn ich etwas Neues ausprobiere, so wie das Hybrid-DJ-Set vor kurzem, bei dem ich mit Modularsystem auftrete, kann vieles schief gehen. Das macht mich leicht nervös, ist aber kein Problem.

Wie sehen deine Anforderungen an das Setup im Club aus?

Meindl: Ich kann mich auf vieles einstellen, aber ich habe es schon sehr gerne wenn alles top ist. Klar, die Technics sollten kein Feedback geben und gut eingestellt sein, die Monitor-Lautsprecher sollten auch sehr gut sein – FunktionOne zum Beispiel! Dann macht es einfach mehr Spaß und der Gig wird meist noch besser. Die Leute spüren, wenn man sich wohl fühlt und sein Ding gut machen kann.

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Welchen Tipp würdest du Einsteiger-DJs/Live-Acts dringend geben wollen?

Meindl: Sehr schwierig. Damals als ich noch nicht international erfolgreich war, habe ich oft Interviews mit Tipps gelesen, jeder meinte damals vor zehn Jahren schon, dass es viel schwieriger geworden ist. Meiner Meinung nach hat aber jede Zeit ihre eigenen besonderen Herausforderungen, es gibt immer eine gewisse Anzahl an Acts die den Durchbruch schaffen. Ich würde empfehlen, sehr vieles was einen interessiert erstmal zu lernen, auch Dinge die auf den ersten Blick sehr anstrengend und mühsam wirken. Wenn man alles selber gemacht hat, kann man die Dinge teilweise auch abgeben – Ich spreche dabei von Dingen wie Promotion, Booking etc..

Was war dein erstes Musik-Equipment?

Meindl: Ein PC mit einer Demo Version von Reason im Jahre 2002. Dann habe ich mir rasch ein Midi Keyboard, einen SSL Clone Hardware Compressor, und einen 303 Clone von Acidlab zugelegt.

Was ist deine Equipment-Geheimwaffe?

Meindl: Geheim ist es eigentlich nicht, denn ich veröffentliche gerne und viele Studio-Videos, um den Leuten zu zeigen wie das ganze eigentlich entsteht. Aber ja, es ist mein Eurorack Modularsystem.

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Dein größter Fehlkauf?

Meindl: In Sachen Studio-Equipment ist mir eigentlich nur ein richtiger Fehlkauf passiert, gleich am Anfang meiner Karriere nämlich ein Riemenplattenspieler, der zwar eine Pitch Funktion hatte, aber gegen einen Technics verglichen einfach schlecht war und nicht gut vom Bass abgeschirmt war. Von da an habe ich lieber länger gespart und mir immer hochwertigere Sachen gekauft, das ist definitiv die bessere Strategie. Meine Genelec Monitor-Lautsprecher habe ich seit Beginn an, mein Rimowa DJ Koffer hat auch schon hunderte Flüge hinter sich, wie es aussieht hält der noch weitere zehn Jahre.

Wie lange hast du gebraucht, um die ersten produktionstechnischen Hürden zu meistern? Welche waren das?

Meindl: Lange. Ich war in einer kleinen Stadt in Österreich und es gab Niemanden, den ich kannte der Musik produzierte – Youtube-Tutorials gab es auch noch keine. Ich kam sehr schwer an Informationen und war gezwungen mir alles selbst beizubringen, was letztlich aber dann zu einem eigenwilligen Sound führte, der auf Trapez zum Beispiel plötzlich sehr gut ankam. Es gab viele Hürden und die gibt es auch jetzt noch, zu viele um etwas hervorzuheben. Musik-Produzieren ist ein ständiger Lernprozess, man muss viele Problem lösen und Dinge verbessern, das hört nie auf, wenn man sich weiterentwickeln will.

Wie beginnst du einen neuen Track?

Meindl: Unterschiedlich, am häufigsten beginne ich noch immer mit einer Kick-Drum und Bassline. Dann kommt eine Hookline und Drums dazu.

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Wie sieht dein Workflow aus

Meindl: Momentan stecke ich ein Patch am Modularsystem und kreiere einen ganzen Track damit. Das werde ich aber bald wieder verändern, da ich auch die digitalen Vorzüge im Audio-Editing Bereich wieder mehr nutzen möchte, eine Zeit lange habe ich aber eine gewisse Entfernung vom Computer gebraucht. Ich habe all die Jahre einfach zu lange davor gesessen.

Wie viel Zeit verbringst du im Studio? Eher Nine to Five, oder spontan und unregelmäßig?
Meindl: Unregelmäßig, ich schaffe es meist aber mindestens zwei mal die Woche ins Studio zu gehen. Falls ich am Wochenende mal keinen Auftritt habe, bin auch auch schonmal bis zu fünf Tage die Woche dort.

Wann und wodurch weißt du, dass ein Track fertig ist?

Meindl: Meistens am nächsten Tag, wenn ich mit frischen Ohren reinhöre, das spürt man dann einfach.

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Was für Projekte stehen bei dir in nächster Zeit an?

Meindl: Ich habe jetzt ein paar Live-Gigs gespielt, um Erfahrungen zu sammeln und um es mal zu präsentieren. Der nächste Step wird ein Album sein welches ich dann live spielen kann, mit Modularsystem und anderer Hardware. Weiterhin gibt es noch TreVision LIVE, ein Projekt bei dem ich mit Sierra Sam und Pascal Hetzel zusammen nur auf Hardware live Techno jamme.

Mit Riemann Modular steigst du selbst in den Eurorack-Markt ein. Was hat dich zu diesem Schritt motiviert?

Meindl: Ich habe die Mittel um ein paar Module nach meinen Vorstellungen umzusetzen, deshalb mache ich das jetzt einfach. Mein Ziel ist es aber nicht eine riesige Hardware-Firma zu werden, es ist nur ein Projekt nebenbei, welches aber so professionell wie möglich umgesetzt werden soll. Der erste Stereo-Kompressor ist schon fast fertig, ich denke Ende diesen Jahres ist er dann erhältlich.

Was zeichnet deiner Meinung nach ein gutes Modul aus?

Meindl: Es soll entweder etwas kombinieren was man sonst oft mit vielen anderen Modulen jedes Mal wieder neu machen muss, oder etwas sehr Spezielles, Eigenständiges machen können, oder etwas in die modulare Welt bringen, was es dort sonst nicht oder zu wenig gibt. Mit unserem Riemann Modular OXYUM Compressor wollen wir einen hochwertigen SSL-Style Stereo-Kompressor mit schönem VU Meter einbringen, da es das, meiner Meinung nach viel zu wenig im modular Bereich gibt. Und Kompressoren braucht man nun wirklich oft.

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Was ist dir wichtiger, Bedienung oder Sound?

Meindl: Im Studio ist es Sound, Live ist es die Bedienung. Deshalb nehme ich z.B. die Roland TR-8 für mein Live-Set und die originale Roland TR-909 fürs Studio.

Dein Top-5-Equipment im Studio?

Meindl:
– Mackie 8 Bus Mixer
– Ekdahl Spring Reverb
– Mein Eurorack Modular System
– Roland TR-909
– SSL Bus Compressor

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von Marius Pritzl

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