Recording iOS
Test
2
11.06.2018

Praxis

Ganz unbedarft verbinde ich das mitgelieferte Miniklinken-Spiralkabel mit meinem Smartphone und öffne die BandLab-App. Dann lade ich eine Sound-Bank, drücke erwartungsvoll "Play" und höre ... nichts. Die kleine Status-LED, die laut dem kurzen Quick-Start-Bilderbuch eigentlich grün leuchten müsste, bleibt dunkel, einen Power-Schalter in irgendeiner Form finde ich nicht. Also habe ich ganz Sherlock-mäßig kombiniert - irgendwie muss das Ding doch angehen! - und siehe da: Als ich das Klinkenkabel meines Basses in die Eingangsbuchse stecke, erwacht das Link Analog 01 zum Leben und ich höre das Signal vom iPhone. Im ersten Moment bin ich verwundert, aber bei näherer Betrachtung ergibt das sogar Sinn: Nur wer das Signal eines Mikrofons oder eines Instrumentes via Klinke oder XLR über das Link Analog ins Smartphone schicken möchte, braucht überhaupt das kleine weiße Kästchen. Solange man nur Beats programmiert oder Musik hören möchte, kann man den Kopfhörer auch direkt ans Smartphone anschließen, dazu braucht es kein Interface. Ich konnte auf jeden Fall keinen nennenswerten Unterschied in der Klangqualität zwischen Kopfhörerausgang am Smartphone und am Link Analog feststellen.

Überraschend gute Klangqualität

Für die Testaufnahmen habe ich Apples GarageBand-App auf meinem iPhone SE verwendet, da ich die einzelnen Spuren so einfach exportieren konnte. Außer einer Normalisierung wurde an den Audio-Files nichts bearbeitet. Tatsächlich war ich überrascht, wie gut die Audio-Beispiele am Ende klingen (von handwerklichen Defiziten an dem ein oder anderen Instrument mal abgesehen ...). Allerdings werden dem iPhone SE ja immer wieder sehr gute Audio-Werte nachgesagt, was ich aber bis dato nie explizit überprüft habe, da mir der Gedanke, mit meinem Smartphone Produktions-reife Spuren aufzunehmen, bisher nicht gekommen ist. Mit ein bisschen Processing hätte ich aber bei der folgenden Bassaufnahme keine Bauchschmerzen, diese in einem "richtigen" Arrangement weiter zu verarbeiten. Klar, bei den Mikrofonsignalen sieht die Sache anders aus. Die Beschränkung auf dynamische Mikrofone schmerzt natürlich, gerade wenn man akustische Instrument oder gar Gesang aufnehmen möchte.

Randnotiz: Warum ist das Ding so schwer?

Wie ich so mit dem Mini-Interface unterwegs bin, verstehe ich auch, warum der kleine Kasten für seine Größe recht schwer ist! Schließlich hängt da ein teures Smartphone am Interface und am Interface wiederum ein Gitarrenkabel. Da macht das mehrere hundert Euro teure Smartphone schneller mit dem harten Untergrund Bekanntschaft, als einem lieb sein dürfte. Und genau dieser Gefahr des ungewollten Abflugs stellt das Link Analog sein Kampfgewicht von fast 400 Gramm entgegen. Da hat jemand mitgedacht ...

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare