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21.08.2019

Auflegen mit dem USB-Stick: Die wichtigsten Tipps zur Auswahl und Vorbereitung von DJ USB-Sticks

Wechselspeicher für Pioneer DJ rekordbox, Engine-Prime und weitere DJ-USB-Player kaufen und einrichten

Schallplatte, CD, Laptop, USB-Stick. In ungefähr dieser Reihenfolge hat sich das Arbeitswerkzeug für DJs im Laufe der Zeit entwickelt. Besonders die USB-Medien haben so einige Vorteile. Klein, leicht und kein Wert, der bei Verlust unersetzbar wäre. Und das Auflegen mit Dateien bringt sowieso jede Menge Vorteile mit sich. Eigene Edits machen, den neuestem Mashup aus Soundcloud laden oder das Doppeln von Tracks, ohne diese zweimal besitzen zu müssen. Das sind unschlagbare Argumente für digitale Musikfiles. Die CD/DVD war eine ganze Weile ein praktisches Medium, denn DJs wurden damit immer unabhängiger von Laptops. Heute wirken selbst die kleinen Discs schon antiquiert.


USB-Player (hier im Testmarathon) sind die Gegenwart und vorerst wohl auch die Zukunft des digitalen DJings. Welche Sticks sind am besten geeignet, wie werden diese formatiert und vorbereitet? In diesem Workshop versuchen wir euch dazu ein paar Antworten zu geben und Anregungen zu liefern, die nicht nur für Anfänger, sondern auch für den fortgeschrittenen USB-User interessant sein können.

DJ-USB-Sticks Quick Facts

USB-Player für DJs spielen Musikdateien von angeschlossenen Sticks oder Festplatten. Viele DJs bevorzugen Sticks, weil sie handlich und günstig sind. Audiodateien werden meistens in Formaten MP3 oder WAV gespeichert, denn diese bieten die größte Kompatibilität mit den gängigen Playern. Ebenfalls wichtig ist die richtige Formatierung. Hier empfiehlt sich ebenfalls aus Gründen der Kompatibilität das FAT32-Format. Mit der passenden Software bereiten DJs ihre Titel vor und exportieren diese dann auf den Datenträger. Das hat den Vorteil, dass die Features eines Players unkompliziert in vollem Umfang genutzt werden können.

Welche USB-Sticks sind geeignet?

Das ist zunächst die wahrscheinlich wichtigste Frage, besonders für Einsteiger, die noch keinerlei Erfahrungen mit USB-Playern gemacht haben. Die Auswahl an unterschiedlichen USB-Sticks ist gewaltig, die Eigenschaften und Preise fallen sehr unterschiedlich aus. Für den DJ-Einsatz sind drei Faktoren besonders entscheidend:

  • Geschwindigkeit
  • Speicherkapazität
  • Qualität

Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit eines USB-Datenträgers wird unter anderem dadurch bestimmt, ob dieser als USB 2.0 oder USB 3.0 ausgelegt ist. Die Mediaplayer, mit denen DJs ihre Arbeit verrichten, arbeiten in der Regel mit dem USB 2.0 Standard. Das ist schnell genug, um hochauflösende WAV-Dateien von einem Stick auf bis zu vier Decks abzuspielen. Ein USB 3.0 Datenträger ist also nicht zwingend notwendig, hat aber den Vorteil, beim Vorbereiten und Export der Audiodaten auf den Stick wesentlich schneller zu sein. Außerdem ist USB 3.0 abwärts kompatibel. Die Empfehlung ist also USB 3.0.

Speicherkapazität

Die Speicherkapazität entscheidet logischerweise darüber, wie viel Musik auf den Datenträger passt. MP3 in einer Auflösung von 320 kbps ist das wahrscheinlich am häufigste genutzte Format. Bei einer durchschnittlichen Dateigröße von 10 MB kommt man auf ungefähr 100 Songs pro Gigabyte. WAV-Dateien sind grob gerechnet ungefähr fünfmal so groß. Das ergibt circa 20 Songs pro Gigabyte. Auf einem 64 GB Stick passen also schätzungsweise über 1200 WAV-Dateien oder 6000 MP3s.

Qualität

Mit der Qualität ist das immer so eine Sache. Bei der Recherche ist mir aufgefallen, dass auch die von einigen „Experten“ empfohlene Produkte durchaus schlechte Bewertungen von Kunden bekommen. Natürlich gibt es Tendenzen. Wenn ein Produkt vorwiegend schlechte Ratings bekommt, muss man davon ausgehen, dass die Qualität insgesamt wohl nicht sehr überzeugend ist.

Was heißt aber eigentlich Qualität bei einem USB-Stick? Aus meiner Sicht ist die Datensicherheit das wichtigste Kriterium. Ist ja schön und gut, wenn das Gehäuse sehr stabil ist und einen wertigen Eindruck macht. Am Ende kommt es aber darauf an, dass die gespeicherten Daten in Ordnung sind und auch langfristig bleiben. In dieser Hinsicht habe ich persönlich die schlechtesten Erfahrungen mit No-Name-Produkten gemacht. Das muss nicht automatisch so sein, tendenziell habe ich gerade bei dem Thema USB-Datenträger gemerkt, dass die Markenprodukte tatsächlich am zuverlässigsten sind. Drei Namen möchte ich an dieser Stelle empfehlen – entweder, weil ich selbst damit gute Erfahrungen gemacht habe oder weil ich bei den Recherchen darauf aufmerksam geworden bin. Diese sind SanDisk, PNY und Kingston (speziell die HyperX sollen sehr schnell sein). Trotzdem gilt für mich:

Vertrauen ist gut, backup ist besser

Ich benutze lieber zwei oder sogar drei eher günstige Markenprodukte mit vollständigen Backups, als einen hochpreisigen Datenträger, auf den ich blind vertraue. Die Verarbeitung steht für mich deshalb auch an zweiter Stelle. Ein großer, stabiler USB-Stick ist im wilden DJ-Alltag bestimmt vielen Situationen gewachsen, hat aber auch einen Nachteil. Es kann beim Einsatz zum Beispiel schneller passieren, dagegen zu stoßen und damit eine unerwünschte Hebelwirkung auf den USB-Port des Players auszuüben. Das kann gerade bei der eigenen Hardware sehr ärgerlich werden. Kleine Sticks stehen nicht so weit vor und verringern dieses Risiko. Außerdem laden sie auch Langfinger nicht so schnell zum „Abgreifen“ ein. Wenn ein Malheur geschieht, habe ich immer noch zwei Backups in der Hinterhand. 

Wie sollten USB-Sticks formatiert sein?

Hier gilt FAT32 als die Empfehlung. Damit ist die größtmögliche Kompatibilität gewährleistet, denn einige Player kommen mit Formaten wie NTFS oder HFS+ nicht in vollem Umfang (beispielsweise lesen ja, schreiben nein) zurecht. In den meisten Fällen sind die Sticks aber bereits in FAT32 formatiert und können direkt genutzt werden.

Was ist beim Exportieren von Tracks zu beachten?

Die gängigen Mediaplayer für USB-Medien stammen von Denon Professional und Pioneer DJ. Um die Funktionen dieser Geräte optimal nutzen zu können, empfiehlt es sich, die Tracks vorzubereiten und zu exportieren. Vorbereiten heißt Playlists anzulegen, Cue- oder Loop-Punkte zu setzen, das Beatgrid anzupassen und weitere Einstellungen vorzunehmen. Diese werden gespeichert und zusammen mit den Daten auf den USB-Stick geschrieben.

Ist dieser Aufwand notwendig? Nein, theoretisch kann man die Songs auch einfach in Ordnern auf den USB-Stick ziehen. Dann muss aber auf die meisten Möglichkeiten verzichtet werden, die moderne Player für DJs bieten. Für die Vorbereitung ist zunächst die richtige Software notwendig. Die kommt entweder von Denon Professional und heißt „Engine Prime“ oder ist von Pioneer DJ und nennt sich „rekordbox“.

Engine ist kostenlos, rekordbox in der Grundausstattung ebenso. Wer einen Gig hat, die vorhandene Technik nicht kennt und auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sowohl mit Engine als auch Prime vorbereiten. Beides kann parallel auf demselben USB-Speicher koexistieren. Das kostenpflichtige Tool „DeCu“ wandelt rekordbox-Bibliotheken automatisch in das Engine Prime-Format um.  

Was gehört noch auf den USB-Stick?

Neben den reinen Musikdateien ist auf dem Stick wahrscheinlich noch genug Platz für einige andere Sachen übrig. Einige Nutzer speichern ein kleines Textfile, in dem der Besitzer mit einer Kontaktmöglichkeit wie E-Mail oder Telefonnummer vermerkt ist. Wenn der kleine Speicher verloren geht, ist zumindest so eine kleine Chance auf ein Wiedersehen gegeben.

Als ich mit CDs aufgelegt habe, waren immer ein paar selbst erstellte Mixe dabei. Wer also welche parat hat, sollte ein paar davon mit auf den Stick packen. Das kann sehr vorteilhaft sein. Am Anfang eines Abends, wenn noch nicht besonders viel passiert, muss der DJ sich nicht sofort abrackern und kann erst einmal entspannt ein bisschen Musik laufen lassen. Oder im Fall von unerwarteten Problemen (die ja erfahrungsgemäß immer wieder auftauchen) ist man auch flexibel.

Wer viel in Clubs unterwegs ist, hat vielleicht sogar die neuste Firmware für verschiedene Player dabei und kann schnell ein Update durchführen, wenn das notwendig sein sollte. Manchmal kann es auch sehr nützlich sein, die Installationsdateien von Software wie Engine Prime oder rekordbox dabei zu haben – für den Fall, dass man diese noch mal auf irgendeinem Rechner notgedrungen installieren muss.

19040Resümee

Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst: USB-Sticks für DJ-Aufgaben sollten wegen der Übertragungsgeschwindigkeit vom Rechner im USB 3.0 Format sein. Weil USB 3.0 abwärtskompatibel ist, verstehen sich diese Datenträger mit den gängigen Playern, die häufig für USB 2.0 ausgelegt sind. Die USB-Sticks sollten als FAT32 formatiert sein und so die beste Kompatibilität gewährleisten.

Je nach Player ist Vorbereitung und Export der Musiktitel mit der Software rekordbox oder Engine Prime empfehlenswert. Dadurch können die Features eines Mediaplayers in vollem Umfang genutzt werden. Beide Apps sind in der Grundversion kostenlos. Wer viel in unterschiedlichen Clubs spielt, sollte für beide Formate exportieren. Ein oder sogar zwei zusätzliche Datenträger mit Backups schonen im Ernstfall die Nerven.

Hoffentlich könnt ihr mit diesen Tipps etwas anfangen und ich freue mich über eure eigenen Anregungen und Gedanken. Gerade zu diesem Thema gibt es bestimmt viele interessante Ansichten und Erfahrungen.

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