Gitarre
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23.09.2018

5 Tipps, um als Erwachsener Gitarre zu lernen

Warum Gitarre-Lernen auch im Erwachsenenalter kein Problem ist

In Deutschland hat es eine gewisse Tradition, seine Kinder schon sehr früh in die Musikschule zu schicken, wo sie dann im Gitarrensektor oft mit der klassischen Gitarre an das Instrument herangeführt werden. Hatte man rückblickend diese Chance nicht - aus welchen Gründen auch immer -, beschleichen viele Erwachsene Hemmungen, diesen Schritt noch einmal zu versuchen.

Hinzu kommen die Selbstzweifel: "Macht das jetzt noch Sinn?", "In meinem Alter bringt das doch nichts mehr", "Erwachsene werden doch sowieso nicht aufgenommen" und diverse mehr. Aber alle diese Bedenken sind vollkommen unbegründet, denn das Erlernen eines Instrumentes ist in jedem Alter möglich, auch wenn man die eine oder andere altersbedingte Hürde überwinden muss. Welche das sein können und wie man trotzdem erfolgreich und mit Spaß Gitarre lernen kann, findet ihr hier:

Als Erwachsener Gitarre lernen - Quick Facts

  • Kann ich auch als Erwachsener Gitarre lernen?
    Für das Erlernen eines Instrumentes gibt es keine Altersgrenze, und altersbedingte Herausforderungen werden vielfach durch Motivation und Spaß am Musizieren wettgemacht. Deshalb gibt es auch nie einen Grund, auf das Gitarrespielen zu verzichten.
  • Lernen mit Gitarrenlehrer oder allein?
    Ein guter Gitarrenlehrer geht individuell auf jeden Schüler ein, ganz gleich, wie alt, passt das Lerntempo an, korrigiert Haltungs- und Spielfehler, hilft über Hürden und motiviert. Versucht man, sich ein Instrument selbst beizubringen, schleichen sich häufig Fehler ein, die den Fortschritt blockieren, für Frust sorgen und sich nur schwer wieder ausmerzen lassen. Die meisten Musikschulen nehmen übrigens auch erwachsene Schüler auf.
  • Welche Gitarre ist die richtige für mich?
    Wer noch kein Instrument hat, der findet in seinem Gitarrenlehrer den richtigen Berater, der anhand der Wünsche des Schülers die geeignete Western-, Konzert- oder E-Gitarre empfehlen kann. Wer schon eine Gitarre besitzt, sollte sie zum ersten Gespräch mit dem zukünftigen Lehrer mitbringen und es von ihm checken lassen oder es einem Gitarrenbauer vorlegen, damit eventuelle Fehler am Instrument den Spaß am Lernen nicht behindern.
  • Welches Zubehör brauche ich für meine Gitarre?
    Normalerweise steht im Unterrichtsraum benötigtes Zubehör wie beispielsweise ein Gitarrenständer bereit, oder ein Gitarrenverstärker für die E-Gitarre. Weiteres Equipment wie Effektpedale oder ähnliches sind Anschaffungen, die dann getätigt werden sollten, wenn die Richtung klar wird, in die man sich als Schüler bewegt. In die erste Stunde sollte man also seine Gitarre mitbringen oder den festen Willen, sich nach eingehender Beratung eine zuzulegen.

1. Ziele konkretisieren

Der Vorteil eines reiferen Alters ist sicherlich der, dass sich möglicherweise bereits gewisse Klangvorstellungen und bestimmte Ideale herauskristallisiert haben, die ein viel zielgerichteteres Üben ermöglichen und den Lernprozess deutlich beschleunigen können. Nichtsdestotrotz sollte man sich über die Erwartungen, die man beim Erlernen der Gitarre mit bringt, im Klaren sein und für sich definieren, wohin die Reise gehen soll, um den Lernprozess auf dieses Ziel hin zu optimieren: Will ich Songs am Lagerfeuer spielen können? Will ich eine eigene Band? Will ich Singer/Songwriter mit Gitarre werden? Je nach Vorstellung erhalten verschiedene Themen ein anderes Gewicht und gewisse Teilaspekte kann man sogar ganz aussparen.

2. Motivation gewinnen

Beim Lernen im Kindes- und Jugendalter findet of eine Mischung aus intrinsischen Faktoren (= aus sich selbst gewonnene Motivation; "Mir macht das Instrument Spaß, ich will das Können"), aber auch aus extrinsischen Faktoren (= von außen gesetzte Motivation; Vorspiele, Hausaufgaben; Druck seitens der Eltern und der Lehrkraft) statt.

Erwachsene müssen diese Motivation primär aus sich selbst gewinnen und auch aufrechterhalten, um dauerhaft die Energie, die man zum Lernen braucht, freizusetzen. Das kann unter Umständen ab einem gewissen Punkt schwerer fallen, daher lautet mein Tipp: Setzt euch kleine Ziele, auf die ihr hinfiebert, wie z.B. zu gewissen Anlässen etwas vorzutragen, sei es im Familienkreis oder zu anderen Events. Auf einen gewissen Termin hinzuarbeiten kann den Lernprozess extrem intensivieren!

Ein zusätzlicher Punkt, um dauerhaft Motivation zu bekommen lautet:

3. Guten Lehrer wählen

Wer noch nie Unterricht bekommen und noch nie ein Instrument gelernt hat, ist sicherlich gut damit beraten, einen begleitenden Lehrer aufzusuchen, der speziell auf eure Wünsche eingeht. Auch wenn viele denken, dass Musikschulen sich primär an Kinder richten, so werden selbstverständlich auch gerne Erwachsene an solchen Einrichtungen aufgenommen und die meisten Instrumentallehrer finden es extrem erfrischend, nach einem Unterrichtstag voller Kids auch mal einen älteren Schüler zu begrüßen.

Ein Lehrer kann auf Haltungsprobleme achten und weiß den Lernstoff in sinnvolle Portionen zu verpacken, die euch nicht über- oder unterfordern, sodass Frustrationsmomente gar nicht erst aufkommen.

4. Konkretes Zeitmanagement aufstellen

Dieser Punkt ist ab einem gewissen Lebenspunkt sicherlich am schwierigsten umzusetzen, denn wenn man voll berufstätig ist und möglicherweise auch noch Nachwuchs oder andere familiäre Verpflichtungen hat, kann es unter Umständen schwer werden, einen regelmäßigen Übeplan aufzustellen.

Versucht an ca. 5 Tagen in der Woche ein Zeitfenster von 20-30 Minuten freizumachen. Effektiver übt man natürlich, wenn der Kopf noch einigermaßen frisch ist, z.B. morgens vor der Arbeit, aber auch feierabendliches Üben kann sehr effektiv sein, wenn man noch etwas Konzentration aufbringen kann. Wichtig ist auf jeden Fall die Kontinuität, und meistens fällt es leicht, wenn man sich einen festen Termin jeden Tag vornimmt und versucht, diesen weitestgehend einzuhalten.

5. Sich zum Lernen öffnen

Lernen hat auch viel mit "sich öffnen" zu tun, denn in ein volles Gefäß kann man nichts mehr kippen.

Gerade erwachsene Schüler tun sich nach meiner Beobachtung manchmal etwas schwer damit, vor allem von jüngeren Lehrern etwas anzunehmen. Ständig alles zu hinterfragen und seinen eigenen Weg finden zu wollen hat seine Berechtigung, kann aber in Bereichen, in denen man noch keine wirkliche Expertise hat, zu einer enormen Bremse werden. Daher mein Tipp: Lasst euch auf Lehrer und Tipps von außen ein, nehmt sie an und versucht, darauf zu vertrauen, dass derjenige besser weiß, was für euch das Richtige ist, da er euch in Erfahrung und Fähigkeiten überlegen ist, auch wenn er weniger Lebensjahre auf dem Buckel hat als ihr!

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