Anzeige
ANZEIGE

Drum Play-Alike: Greta van Fleet Workshop

Die Newcomer Greta van Fleet sorgten mit ihrem Debüt-Album „Anthem Of The Peaceful Army“ in den letzten Monaten für mächtig Wirbel in der Musikpresse. Für die einen sind sie die neuen Hoffnungsträger des Rock, für andere nichts weiter als eine gut produzierte Kopie der legendären Led Zeppelin und ein kluger Schachzug der Musikindustrie. Erst neulich brachte der Deutschlandfunk ein einstündiges Feature über die Band mit dem vielsagenden Titel „Erben oder Epigonen?“.

Credit: Shutterstock / Ben Houdijk / Collage: bonedo.de


Der Plagiatsvorwurf ist nicht ganz unberechtigt, bedient sich die van Fleet’sche Rhythmusfraktion doch eindeutig am unverkennbaren Led Zep-Sound. „Halb so wild“, könnte man meinen, soll es vor ihnen doch schon andere Rockkapellen gegeben haben, die sich von John Bonham, Jimmy Page und John Paul Jones inspirieren ließen. Wäre da nicht die Stimme von Sänger Joshua Kiszka, die stellenweise eins zu eins wie der junge Robert Plant klingt.

Kritik hin oder her, das Debüt-Album des jungen Quartetts aus Michigan punktet jedenfalls mit treibenden Riffs, ausgereiften Songs und einer rundum gelungenen Produktion, sowie dem wuchtigen Drumming des 19-jährigen Danny Wagner, das wir uns jetzt einmal genauer anschauen.

Inhalte
  1. „Highway Tune“
  2. „Safari Song“
  3. „When The Curtain Falls“
  4. „Black Smoke Rising“

Sound & Stil

Was Sound und Stil betrifft, orientiert sich Drummer Danny Wagner, wie bereits erwähnt, vor allem an John „Bonzo“ Bonham, den er in einem Artikel im Modern Drummer Magazine als großen Einfluss nennt: „John Bonham was a huge influence for me. He had an incredible ability to evolve.“ (Modern Drummer, 2018/04) 

Auch was die Wahl des Equipments betrifft, nimmt sich Danny offensichtlich ein Beispiel an Meister Bonzo, denn er spielt ebenfalls Ludwig Drums und Paiste Cymbals, die er obendrein ziemlich genau so aufbaut, wie es Bonham gefallen würde: „As far as gear, the kit I’m using now I bought with my own money that I saved up doing odd jobs. It’s a really nice Ludwig kit, a brand that has never disappointed me. It has a lot of sentimental value and it represents me. I also use Paiste cymbals; they go well with Ludwig drums.“ (Danny Wagner, Modern Drummer, 2018/04)

Der Wunsch, den Drumsound von Led Zeppelin in all seinen Facetten nachzuempfinden, war wohl auch während der Studioproduktion zum Debüt-Album „Anthem Of The Peaceful Army“ allgegenwärtig, denn hier werden wirklich alle Bonham-Klischees erfüllt: Eine voluminöse Kickdrum und luftige Tomsounds? Check! Der prägnante Sound von Paiste Cymbals? Check! Das unverkennbare Knacken einer 14“x6,5“ Ludwig Supraphonic im Medium Tuning? Check! 

Das Musikvideo zu Greta van Fleets Song „Highway Tune“:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Greta Van Fleet Grooves & Fill-ins

Hier könnt ihr euch die Notation zum Workshop herunterladen:

„Highway Tune“

Der Song „Highway Tune“ startet mit einem bluesigen Gitarren-Riff, das Danny nach wenigen Takten mit einem treibenden Beat unterstützt. Die Drums klingen sofort nach Led Zeppelin, und auch kleine Fills, wie der triolische Four Stroke Ruff auf der Snare (Takt 4 im folgenden Notenbeispiel) versprühen ordentlich Bonham-Charme. 

Highway Tune – Intro
Audio Samples
0:00
Highway Tune – Intro (124 bpm) Highway Tune – Intro (100 bpm)

Mit dem Einsatz der Vocals bleibt der Beat im Vers-Teil treibend und eher simpel, allerdings spielt Danny die Hi-Hat jetzt etwas geschlossener. Im Übergang zum Pre-Chorus geht es allerdings etwas wilder zur Sache (letzter Takt im Notenbeispiel).

Highway Tune – Vers
Audio Samples
0:00
Highway Tune – Vers (124 bpm) Highway Tune – Vers (100 bpm)

Der Beat, den Danny im Pre-Chorus von „Highway Tune“ spielt, erinnert ein bisschen an Led Zeppelins „Immigrant Song“:

Highway Tune – Pre-Chorus
Audio Samples
0:00
Highway Tune – Pre-Chorus (124 bpm) Highway Tune – Pre-Chorus (100 bpm)

„Safari Song“

„Safari Song“ startet ebenfalls mit einem fetzigen Gitarren-Riff. Die Drums kommen wenige Sekunden darauf mit knallenden Snare-Schlägen reingerollt. In diesem Moment erinnert sich der eine oder andere eventuell an „Whole Lotta Love“, wo es einen sehr ähnlichen Drum-Moment gibt. Im Übergang zum Vers-Teil spielt Danny ein geschmackvolles, triolisches Fill.

Safari Song – Intro
Audio Samples
0:00
Safari Song – Intro (88 bpm) Safari Song – Intro Fill (60 bpm)

Im Vers-Teil von „Safari Song“ macht Danny wieder Platz für die Vocals und spielt einen gemütlichen Achtel-Beat, den er mit kleinen Einwürfen, wie etwa einem funky Hi-Hat-Lift auf der „4 e“ (Takt 4 im folgenden Notenbeispiel), ausschmückt.

Safari Song – Vers
Audio Samples
0:00
Safari Song – Vers (88 bpm) Safari Song – Vers (70 bpm)

„When The Curtain Falls“

Auch im Song „When The Curtain Falls“ versteckt sich das eine oder andere Bonzo-Zitat. Im Intro und im Vers-Teil hört man eindeutig, dass Danny Songs wie „Whole Lotta Love“, „Ramble On“ und „Dazed & Confused“ wohl schon mehr als nur einmal aufgelegt hat. Auffällig an diesem Beat sind die beiden Snare-Akzente auf den Zählzeiten „2“ und „2 +“, die in Kombination mit den darauf folgenden vier Bassdrum-Schlägen auf den 16tel-Offbeats eine gute Portion Funk ins Spiel bringen.

When The Curtain Falls – Intro / Vers
Audio Samples
0:00
When The Curtain Falls – Intro /Vers (95 bpm) When The Curtain Falls – Intro / Vers (75 bpm)

Im Pre-Chorus wechselt Danny auf einen etwas gradlinigeren Beat:

When The Curtain Falls – Pre-Chorus
Audio Samples
0:00
When The Curtain Falls – Pre-Chorus (95 bpm) When The Curtain Falls – Pre-Chorus (75 bpm)

Im Chorus kommt ordentlich Stadionrock-Stimmung auf. Danny spielt jetzt nicht mehr auf der Hi-Hat, sondern auf dem Ride. Die Akzente der Gitarrenfraktion unterstützt er mit Abschlägen auf den Crash-Becken.

When The Curtain Falls – Chorus
Audio Samples
0:00
When The Curtain Falls – Chorus (95 bpm) When The Curtain Falls – Chorus (75 bpm)

„Black Smoke Rising“

Zu guter Letzt schauen wir noch kurz in „Black Smoke Rising“ rein. Gleich am Anfang spielt Danny ein interessantes, synkopisches Fill über Snare und Toms, das über das Taktmaß hinausgeht und erst im zweiten Takt auf der Zählzeit „1 +“ mit einem Crash-Becken abschließt. Es ist doch immer wieder spannend, was solch kleine Details manchmal für einen großen Effekt haben können. Hört selbst:

Black Smoke Rising – Intro
Audio Samples
0:00
Black Smoke Rising – Intro (100 bpm) Black Smoke Rising – Intro (80 bpm) Black Smoke Rising – Intro Fill (100 bpm)

Weitere spannende Rockgrooves findet ihr in unserem umfangreichen Drum Play-Alike „John Bonham / Led Zeppelin Workshop“.

Hier geht es zur Übersicht aller Drum Play-Alike Workshops.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachspielen!
Jonas

Weitere Folgen dieser Serie:
Hot or Not
?
Led Zeppelin

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Jonas Böker

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht
Drum Play-Alike - John Bonham / Led Zeppelin Workshop
Workshop

John Bonham gilt als der einflussreichste Rockdrummer aller Zeiten. In diesem Drum Play-Alike Workshop zeigen wir euch seine Drumming Highlights mit Noten- und Audiobeispielen.

Drum Play-Alike - John Bonham / Led Zeppelin Workshop Artikelbild

Was macht den 12. Januar 1969 zu einem potentiellen Feiertag für alle Schlagzeuger? Ganz einfach: an diesem Tag schallte mit Led Zeppelins „Good Times Bad Times“ erstmals das monströse Drumming des damals 20-jährigen Energiebündels John Bonham durch die weltweiten Haushalte, wodurch die Musikwelt sich für immer verändern sollte. Der Einfluss, den „Bonzo“ auf die trommelnde Zunft bis heute ausübt, ist so eindeutig wie unermesslich. So kann man definitiv von einer Zeit vor und einer Zeit nach Bonham sprechen, denn seine Beats, sein Sound und nicht zuletzt seine Drumsoli werden für alle Ewigkeit als der heilige Gral des Rock Drummings gelten. In diesem Workshop schauen wir uns einige Drumming Highlights seines schier unendlichen Vermächtnisses an, welches er zusammen mit Led Zeppelin der Nachwelt hinterlassen hat.

Drum Play-Alike - Drumsolo
Workshop

Mit dieser Workshop-Serie lernst Du online Schlagzeugsolos spielen wie die großen Rock-Drummer.

Drum Play-Alike - Drumsolo Artikelbild

„Schlagzeugsolo!“ Wer kennt das nicht? Irgendwann ist jeder Drummer schon einmal dazu aufgefordert worden, ein Solo zu spielen – meistens genau dann, wenn der Alkoholpegel im Publikum die Lallgrenze deutlich überschritten hat. Damit ihr in solchen Situationen ungeschoren davonkommt, gebe ich euch in dieser neuen Workshopreihe genug Material, um die gröhlende Meute zu besänftigen und vielleicht sogar das eine oder andere anerkennende „Oooh“, „Aaah“ oder „Boah!!“ zu ernten.

Bonedo YouTube
  • Oruga Drum Effects | Sound Demo (no talking)
  • Ludwig | Universal Walnut Beech Mahogany Cherry | Wood Snares | Comparison (no talking)
  • Millenium | Rookie E-Drum Set | Sound Demo (no talking)