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Die besten Gitarren-Soli – Michael Jackson – Beat It – Workshop

Egal, ob man sich eher als puristischen Rocker sieht oder nicht, eines muss man Michael Jackson lassen: Bei der Auswahl seiner gitarristischen Sidemen bewies er immer ein gutes Händchen. So gaben sich Namen wie Paul Jackson Jr., Jennifer Batten, Steve Stevens, Slash und eben auch ein gewisser Eddie Van Halen die Studio- und manchmal auch die Bühnentürklinke in die Hand. Doch was Eddie Van Halen anbetrifft, wäre es um ein Haar überhaupt nicht dazu gekommen.

(Foto: © Sony BMG 2007)
(Foto: © Sony BMG 2007)


Michael Jackson und sein Produzent Quincy Jones wünschten sich 1983 einen Solobeitrag von Eddie van Halen in “Beat it” für das anstehende Album “Thriller”, da sie glaubten, eine etwas rockigere Nummer a la “My Sharona” (laut Quincy Jones) würde dem Album gut stehen. Als Quincy daraufhin bei Eddie anrief, der gerade mit der Platte “1984” und dem Megaseller Jump beschäftigt war, glaubte dieser, es handele sich um einen Scherz. Er knallte mehrmals den Hörer auf, bis Quincy ihm endlich seine Identität und seine ehrlichen Absichten glaubhaft machen konnte. Eddie ließ sich überzeugen und spielte auf diesem Meilenstein der Popgeschichte eines seiner besten Soli ein.
Bevor wir ins Details gehen, hier zunächst einmal die Noten/TABs als PDF und ein Video, in dem ich das Solo einmal im Originaltempo und anschließend, quasi zum mitschreiben, in SloMo spiele.

Vieles ist über die Entstehung des Solos nicht bekannt. Man liest, dass Quincy und Michael bei Van Halen vorstellig wurden und Eddie seinen Part ursprünglich in heimischen Gefilden über eine andere Akkordfolge spielte, weshalb es später etwas zusammengeschnitten werden musste. Das heißt aber auch, dass das Solo so, wie wir es kennen, von Eddie niemals im Zusammenhang gespielt wurde. Anderen Gerüchten zufolge war es das Thriller-Studio, in dem er aufnahm, und zwar über einen Amp, der sich im Studio befand. Dabei soll es sich um einen Marshall Plexi, einen 800er oder aber einen Hartley Thompson gehandelt haben. Außerdem soll ein Distortion oder ein Echoplex EP-3 Booster zum Einsatz gekommen sein – man wird es wohl nie erfahren. Ebenso verhält es sich mit der Gitarre – möglicherweise war es Eddies Kramer-Modell mit Humbucker und Floyd Rose-Tremolo.

Viel wichtiger ist für uns jedoch das Solo, denn in diesen 16 Takten finden wir Eddies Spielphilosophie in kondensierter Form, die er sehr geschmackvoll, stilsicher und stets mit seiner persönlich Auffassung des Blues verkettet. Hier begegnen uns Phrasierungen und Dive Bombs mit dem Tremolohebel in den Takten 1,2,8,9 und 10. Tapping in allen Variationen ist ebenfalls zu finden – in Takt 3 in Form von Tapping auf dem Bundstäbchen, was ein Flageolett erzeugt, in Form von Slides mit dem Tapfinger in den Takten 4,5 und 8 und einen Tappinglauf über zwei Saiten in den Takten 14 und 15.
Beendet wird das Solo durch ein ultraschnelles Tremolopicking auf der hohen E Saite
Eines vorweg: “Beat it” befindet sich in Ebm und sämtliche Gitarren sind einen Halbton tiefer gestimmt. Der Einfachheit halber habe ich den kompletten Workshop in Standard E-Tuning gehalten.
Hier das “Beat it” Solo in der Audio-Version:

Audio Samples
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Beat it – Solo

Und euer Playback:

Audio Samples
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Beat it – Playback im Originaltempo

Weil das Solo nicht unbedingt besonders leicht ist, habe ich euch noch eine etwas langsamere Playbackvariante gebastelt:

Audio Samples
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Beat it – Playback in langsamerem Tempo

Hier ein kleiner Soundvorschlag, erstellt in GuitarRig:

Soundeinstellung in Guitar Rig
Soundeinstellung in Guitar Rig

Wer sich gerne weiter mit dem Spiel von Eddie Van Halen beschäftigen möchte, dem sei der Play-Alike Workshop “Van Halen” gesondert ans Herz gelegt.
Und nun viel Spaß und Erfolg mit “Beat it”!
Haiko

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(Foto: © Sony BMG 2007)

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von Haiko Heinz

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PH sagt:

#1 - 09.06.2015 um 09:47 Uhr

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