Mit dem TD-07KV2 präsentiert der Hersteller Roland eine überarbeitete Neuauflage des seit 2020 erhältlichen TD-07KV. Das Kit sitzt zwischen Einsteigerbereich und Mittelklasse und ist hauptsächlich für das Üben zuhause ausgelegt. Die neue Version kommt mit neuen und größeren Pads und einem größeren Rack, nutzt aber nach wie vor das sechs Jahre alte TD-07 Soundmodul. Ob das Konzept auch 2026 noch aufgeht, klären wir im Review.

- stimmiges Konzept eines Übe-Sets
- verlässliches Triggering
- hochwertige Verarbeitung
- vormontiertes Rack
- Audio und MIDI über USB
- Sounds wirken etwas angestaubt
- Kabel für Ride und Crash 2 zu kurz
- Überblick: Die neue Generation des Roland TD-07
- TD-07KV2: Erweiterte Standard-Konfiguration
- Snare und Toms der neuen Generation
- Hi-Hat, Ride und Crashes: Alles beim Alten
- Das KD-10 Kick-Pad
- TD-07 Soundmodul mit Firmware-Update
- In der Praxis: Sauberes Triggering und direktes Spielgefühl
- Die Sounds des TD-07
- Alternativen zum TD-07KV2
- Fazit
Überblick: Die neue Generation des Roland TD-07
Das neue TD-07 wurde in den beiden Varianten TD-07KV2 und TD-07DMK2 vorgestellt. Wir haben das etwas umfangreicher ausgestattete TD-07KV2 mit teils größeren Pads, einem zweiten Crash und einem besseren Hi-Hat-Controller im Test. Die Neuerungen betreffen vor allem die Snare- und Tom-Pads, die von der größeren 3er-Serie übernommen wurden und eine Nummer größer ausfallen als beim Vorgänger. Auch das Rack ist etwas größer geworden und wird fast vollständig vormontiert geliefert, sodass der erste Aufbau schnell erledigt ist.

Nachdem die neuen Soundmodule der 3er- und 5er-Serie die Sounds der großen V-Drum-Flaggschiffe in die Mittelklasse gebracht haben, bleibt das kleinere TD-07 Soundmodul im Kern unverändert. Ein Firmware-Update im Bereich der Übefunktionen und des Metronoms bietet einige kleinere neue Features, die man sich aber auch als Besitzer eines älteren TD-07 aufspielen kann.
TD-07KV2: Erweiterte Standard-Konfiguration
Das TD-07KV2 besteht aus einem freistehenden Kick-Pad, einer 10“ Snare, drei Toms (2 x 8“ und 1 x 10“) sowie 10“ Hi-Hat, 12“ Ride und je einem 10“ und 12“ Crash. Snare und Becken sind als 2-Zonen-Pads ausgeführt, was bedeutet, dass man auf Schlagfell und Rand bzw. Beckenfläche und Kante unterschiedliche Sounds triggern kann – ein wesentliches Feature, das sehr zu einem authentischen Spielgefühl beiträgt.

Dass nicht nur Hi-Hat und Ride, sondern auch die Crashes als 2-Zonen-Becken ausgeführt sind, ist erfreulich. Wer sich allerdings ein 3-Zonen-Ride mit bespielbarer Beckenglocke wünscht, muss beim Roland TD313 tiefer in die Tasche greifen. Das alte TD-07KVX war zwar mit einem entsprechenden Pad ausgestattet, ein Nachfolger ist zum Testzeitpunkt aber nicht in Sicht. Eine bewegliche Hi-Hat, die mit Top- und Bottom-Becken auf einem „echten“ Stativ montiert wird, gibt es erst beim nächstgrößeren TD316.

Snare und Toms der neuen Generation
Die neuen Snare- und Tom-Pads (PD-8H & PD-10H) des TD-07KV2 sind mit doppellagigen Mesh-Heads bestückt, die allgemein einen etwas authentischeren Rebound bieten als ihre einlagigen Gegenstücke. Das galt aber auch schon für die kleineren Pads des Vorgängermodells. In der neuen Generation wurde die Platzierung der Piezo-Sensoren überarbeitet, um für ein präziseres Triggering zu sorgen.

Grundsätzlich wären alle Snare- und Tom-Pads des TD-07KV2 in der Lage, mit zwei Zonen zu arbeiten. Das Soundmodul nutzt diese Möglichkeit wegen Hardware-Beschränkungen an den Eingängen jedoch nur bei der Snare. Die Toms werden also zu 1-Zonen-Pads degradiert. Das mag man als verschenktes Potenzial betrachten, für mich ist es aber kein Grund für einen nennenswerten Punktabzug. Bei einem Kit, das vor allem zum Üben gedacht ist, reicht eine Zone pro Tom aus.

Hi-Hat, Ride und Crashes: Alles beim Alten
Bei Hi-Hat, Ride und den beiden Crashes handelt es sich um die gleichen Pad-Modelle wie beim Vorgänger (CY-5 und CY-8). Typisch für die untere Preisklasse, liegt die Spielfläche im vorderen Bereich der fest an den Halterungen montierten Pads. Das angesagte 360-Grad-Triggering auf der gesamten Beckenfläche gibt es genauso wie ein 3-Zonen-Ride erst in der 3er-Serie und aufwärts. Eine Funktion zum Abstoppen des Klangs mit der Hand gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Die Hi-Hat arbeitet im Verbund mit dem FD-9 Fußcontroller. Im Vergleich zum einfacheren Controller des TD-07DMK2 bietet dieser eine exaktere Kontrolle über den Öffnungsgrad und erzeugt zudem etwas weniger Körperschall. Wer auf der Suche nach einem nach außen möglichst leisen E-Drumset ist, der kommt aber kaum um das teure Roland VQD106 herum.
Das KD-10 Kick-Pad
Das Kick-Pad (KD-10) des TD-07KV2 wird ohne Fußmaschine geliefert und lässt sich problemlos mit den meisten handelsüblichen Pedalen nutzen – auch mit Doppelpedalen. Die Stabilität des freistehenden Pads geht dank ausdrehbarer Metalldornen in Ordnung. Bei kräftigem Spiel ist es aber hilfreich, eine Fußmaschine zu nutzen, die ebenfalls entsprechende Dornen bietet und die Stabilität damit weiter erhöht. Bei vielen gängigen Modellen ist das gegeben (z.B. Millenium PD-122 Pro, DW 5000 oder Pearl Eliminator P-2050).

TD-07 Soundmodul mit Firmware-Update
Das kompakte TD-07 Soundmodul ist durch und durch aufs Üben zuhause abgestimmt. Es ist übersichtlich gestaltet, einfach zu bedienen und hat einige spannende Funktionen zum Stärken von Timing, Tempo und Ausdauer an Bord. In diesem Bereich ist mit dem Firmware-Update ein neues Programm mit dem bezeichnenden Titel „Blast Beast“ hinzugekommen. Auch das Metronom bietet nun einige neue Optionen für Subdivisions und ungerade Taktarten – im Grunde Standardfunktionen für ein Metronom.

Dass das Modul vor allem für den Hausgebrauch und nicht für die große Bühne ausgelegt ist, macht sich besonders bei den Anschlüssen bemerkbar. Als Ausgang bietet das TD-07 eine einfache Stereo-Miniklinkenbuchse. Diese ist im Grunde ein reiner Kopfhörerausgang, lässt sich aber auch mit Aktiv-Monitoren nutzen, die idealerweise eine interne Mono-Summierung bieten (z.B. Roland PM-100 oder PM-200). Für die Bühne wünscht man sich in der Regel mehr Ausgänge im solideren 6,3mm-Klinkenformat. Neben einem analogen Stereo-Eingang ist auch eine Bluetooth-Schnittstelle zur Verbindung mit einem Smartphone vorhanden. Trommeln zur Musik vom Smartphone ist also kein Problem.

Die USB-Schnittstelle ist für Nutzer interessant, die das Modul mit einem Rechner verbinden wollen – beispielsweise um ein VST-Instrument wie den Toontrack EZdrummer zur Klangerzeugung zu nutzen. Da das TD-07 sowohl Audio als auch MIDI über USB bietet, kann man dabei auf ein zusätzliches Audiointerface verzichten und wie gewohnt über den Kopfhörerausgang des Moduls abhören – definitiv ein Pluspunkt gegenüber einfacheren E-Drumsets, die nur MIDI über USB bieten. Audio-Aufnahmen über zwei Kanäle sind auf diesem Weg ebenfalls möglich – und auch wer den im Lieferumfang enthaltenen Drum Pass nutzen will, um in die Lernsoftware Melodics (Windows, macOS, iOS) hineinzuschnuppern, nutzt dazu die USB-Verbindung.


























