Test: Headrush FRFR-12 & FRFR-8 – zwei aktive Full-Range-Cabs im Gitarrencombo-Outfit

Headrush FRFR-12 und FRFR-8 sind zwei neue aktive Full-Range-Cabs des amerikanischen Herstellers, die sich optisch im klassischen Gitarrencombo-Design präsentieren. Ein Erscheinungsbild, das auf der Bühne naturgemäß wesentlich authentischer wirkt als ein schlichter Monitor. Beide Cabs sind mit Class-D-Endstufen inklusive Klangregelung ausgestattet und variieren lediglich in Größe und Leistung. Wir haben die beiden Full-Range-Cabs unter die Lupe genommen und wollten wissen, was sie zu bieten haben, wie sie klingen und für welche Einsätze sie besonders geeignet sind.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • kompakte Größe
  • Gitarrencombo-Design
  • guter Schalldruck
  • Tilt Back Legs
  • Klangregelung mit Hi-Cut-Regler
  • relativ linearer Frequenzgang
  • authentische Wiedergabe verschiedener Amp-Modelle
  • Akustikgitarren-Sounds
Contra
  • keins

Headrush FRFR-12 / FRFR-8 – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das FRFR-12 / FRFR-8 Cab? Die aktiven Lautsprecherboxen stammen aus der Headrush FRFR Cab Serie und sind speziell zur Verstärkung von Amp-Modelern oder Amp-Capture/Profiling Gerätschaften für Gitarre konstruiert. 
  • Was bedeutet FRFR? FRFR steht für Full Range Flat Response und bezeichnet (aktive) Lautsprecherboxen, die den gesamten Frequenzbereich (Full Range) mit einem möglichst linearen Frequenzgang (Flat Response) abbilden. Das Ziel ist im besten Fall eine neutrale und authentische Wiedergabe der Audioquelle.  
  • Wie stark ist die Leistung der Endstufe beim Headrush FRFR-12 und beim FRFR-8? Das FRFR-8 Cab hat eine Leistung von 480 Watt (Peak) und das FRFR-12 ist mit einer 750-Watt-(Peak)-Endstufe bestückt.  
  • Mit welchen Lautsprechern sind die beiden Cabs bestückt? Beide Cabs besitzen einen 1″-HF-Kompressionstreiber, das FRFR-12 Cab dazu einen 12″-Custom-Woofer, das FRFR-8-Cab einen 8″-Custom-Woofer. 
  • Haben die beiden Cabs eine Klangregelung? Ja, beide verfügen über die gleiche Klangregelung mit Bass, Middle, Treble und einem Hi-Cut-Regler. 
  • Haben die beiden Headrush FRFR-Cabs einen Line-Out?  Die beiden Cabs sind mit einem Line-Out im XLR-Format ausgestattet, wobei die Einstellung der Klangregelung auf diesen Ausgang keine Auswirkung hat. 
  • Welche zusätzlichen Features haben Headrush FRFR-12 und FRFR-8? Die Cabs können sich per Bluetooth mit einem mobilen Endgerät für Audiostreaming verbinden. 
  • Das sagt der Test: Die beiden Headrush-Cabs FRFR-8 und FRFR-12 liefern sehr gute Sounds für Modeling-Amps/Profiler und punkten mit einem recht linearen Frequenzgang. Beide sind für den Bühneneinsatz geeignet, wobei es auf die geforderte Lautstärke vor allem beim FRFR-8 Cab ankommt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der beiden Cabs ist überzeugend.

Was sind die besonderen Eigenschaften des Headrush FRFR-12 / FRFR-8?

Beide Cabs kommen im Gitarrencombo-Look mit schwarzem Tolex und schwarz/goldener Frontbespannung. Sie sind als Toploader konzipiert, also mit von oben zugänglichem Bedienfeld. Die Ausstattung mit Reglern und Anschlüssen ist bei beiden identisch, sie unterscheiden sich lediglich in Leistung, Lautsprecherbestückung und den daraus resultierenden Abmessungen. 

Das FRFR-12 Cab ist mit einer 750-Watt- (Peak) Class-D-Endstufe und der Kombination aus 12″-Custom-Woofer und 1″-HF-Treiber das kraft- und druckvollere Cab. Das FRFR-8 im kompakteren Format ist mit einer 480-Watt-Endstufe, einem 8″-Custom-Woofer und einem 1″-HF-Treiber bestückt. Klanglich sind beide auf die Verwendung mit Amp-Modeling-Geräten abgestimmt. Neben der Dreibandklangregelung mit Treble, Middle und Bass könnte für den Bühneneinsatz auch der Hi-Cut-Regler sehr interessant sein. Mit den beiden Bügeln an der Seite (Tilt Back Legs) können die Cabs auch schräg gestellt werden, sodass die Lautsprecher mehr in Richtung Spielerohr abstrahlen. 

Über welche Anschluss- und Regelmöglichkeiten verfügen die beiden Cabs?

Auf dem Bedienfeld sind die Eingangsbuchse im Klinke/XLR-Kombiformat und die Klangregelung mit ihren vier Reglern platziert. Daneben finden sich zwei Volume-Regler für die Gesamtlautstärke des Cabs (Main) und für per Bluetooth zugespielte Signale von mobilen Endgeräten. Gute Konzeption, bei der man direkten Zugriff auf beide Pegel hat. Und nicht zuletzt sitzt auf der Rückseite ein Line-Out (XLR male) plus Ground-Lift-Schalter zur Unterdrückung von Brummschleifen.

Fotostrecke: 8 Bilder Headrush FRFR-12 und FRFR-8 sind aktive Full-Range-Cabs,…

Welche Qualität haben die verwendeten Bauteile?

Beide Cabs sind solide verarbeitet, können mit dem Kunststoffgriff auf der Oberseite gut ausbalanciert getragen werden und bieten mit vier Gummifüßen auch rutschfesten Stand auf glatten Bühnenböden. 

Entspricht das Angebot dem Preis?

Die Headrush FRFR-12 und FRFR-8 Cabs sind für 429 bzw. 329 Euro im Handel erhältlich (November 2026). Für aktive Full-Range-Cabs in den gegebenen Leistungsklassen mit gut abgestimmter Klangregelung plus Bluetooth-Audio-Streaming ist der Preis absolut in Ordnung. 

Praxistest mit den Headrush FRFR-12 / FRFR-8 Cabs

Für den Praxistest gibt es folgenden Versuchsaufbau: Ich habe meinen Kemper Profiler über den Monitor Output direkt an das jeweilige Cab angeschlossen. Der Equalizer dieses Ausgangs ist neutral eingestellt, damit ich auch direkte Vergleichsmöglichkeiten zu den anderen Boxen und zu meinem Referenz-Sound aus den Abhörboxen der Regie (Genelec 8050A) habe. 

Getestet werden die Cabs mit unterschiedlichen Amp-Profilen und Gitarren. Wie so oft bei Fullrange-Cabs würde ich euch gerne ein paar Hörbeispiele nach Hause liefern, aber die Mikrofonierung von Woofer und Hochtöner ist nicht authentisch realisierbar. Zudem wird in der Regel über das Cab ein bereits mikrofoniertes Signal aus einem Modeler/Profiler geschickt. Daher wird eine mikrofonierte Aufnahme der ganzen Sache nicht gerecht, weshalb es hier einen Erfahrungsbericht gibt.

Wie ist der Frequenzgang im Vergleich mit den Studio-Speakern?

Für den Test habe ich die Klangregelung an beiden FRFR-Cabs auf neutral gestellt und den Hi-Cut erst einmal auf Linksanschlag geparkt. In dieser Einstellung liefern beide einen sehr aufgeräumten Sound, der im Vergleich zu den Studio-Speakern keine drastischen Ausbrüche hat. Bei gleichem Lautstärkepegel erhält man ein homogenes Klangbild, das beim FRFR-12 aufgrund des größeren Basslautsprechers schon etwas wuchtiger aufschlägt. 

Dreht man die beiden Cabs weiter in Richtung Bühnen-Kampfpegel auf, wird es im Höhenbereich etwas härter und der Hi-Cut-Regler zeigt, wozu er gut ist. Mit ihm bekommt man die mitunter etwas schrillen Höhenbereiche wohldosiert in den Griff. Natürlich hängt es vom Ausgangssound (Amp-Model/Profile) ab, denn ein crisp eingestellter Marshall Plexi beispielsweise liefert einen höhenbetonten Sound, ohne dass es in den Ohren klingelt.  

Wie klingen unterschiedliche Amp-Sounds?

Clean- und Crunch-Sounds machen eine sehr gute Figur und das klassische Rockbrett mit einem höher verzerrten Marshall oder Friedman zeigt sich sehr ausgewogen. Auch High-Gain- und Metal-Sounds sind in entsprechender Klanggüte am Start. Damit ist auf jeden Fall die Basis für den Bühneneinsatz gelegt. Das Üben zuhause in moderater und auch höherer Zimmerlautstärke macht jedenfalls mit beiden Cabs und unterschiedlichen Sounds viel Spaß.  

Schalldruck – Abstrahlverhalten – Rauschen

Vom Schalldruck her sind beide Headrush FRFR-Cabs proberaum- und bühnentauglich, der Hersteller gibt maximal 121 dB bzw. 125 dB. Vor allem das FRFR-8 Cab hat mich mit seinem vollen Sound und einem satten Pfund sehr angenehm überrascht. Der kleine 8″-Speaker liefert ein erstaunliches Bassfundament und klingt auch bei erhöhter Lautstärke mit High-Gain-Mid-Scoop-Profilen nicht nölig. Aber beim Bandeinsatz kommt es bekanntlich auch auf das Besteck und den Pegel der Mitmusiker an. Aus diesem Grund würde ich das FRFR-8 Cab nicht unbedingt für den Einsatz in einer lauten Band empfehlen, dort wird es selbst mit dem FRFR-12 Cab schon recht eng. 

Lautstärkemäßig hat Letzteres zwar mehr auf der Pfanne, aber wenn nebenan ein Ampeg röhrt und der Drummer die Double-Bass bearbeitet, könnte es eng werden. Das Abstrahlverhalten ist sehr angenehm und wenn man die Cabs kippt, steht man perfekt im Strahl. Aber auch in der normalen Bodenposition sind die Cabs gut zu hören und strahlen nicht nur punktuell ab. In dieser Stellung gibt es naturgemäß auch etwas mehr Bassresonanz. Das Grundrauschen ist auf absolut niedrigem Level.  

Wie ist der Bühnensound von Headrush FRFR-12 / FRFR-8 mit Akustikgitarre?

Auch für den Einsatz mit Akustikgitarren gibt es grünes Licht. Nylonstring- und Steelstring-Acoustics werden recht authentisch wiedergegeben. Bei feedbackanfälligen Gitarren ist der stattliche Bassbereich der FRFR-12 eventuell ein Problem, das mit dem Bass-Regler allerdings entschärft werden kann. 

Was sind die Mitbewerber/Alternativen zum Headrush FRFR-12 / FRFR-8?

Recht ähnlich vom Design und der Ausstattung sind die Fender Tone Master Cabs FR-10 und FR-12, die mit einer etwas leistungsstärkeren Endstufe bestückt sind, aber auch preislich etwas höher liegen. Alternativen wären auch das IK Multimedia ToneX Cab oder die Blackstar Artist FR Standard 112 zu nennen, die allerdings lediglich mit einer 50-Watt-Endstufe ausgestattet sind. Wer keinen Wert auf Gitarrenamp-Optik legt, der könnte auch mit den Headrush FRFR112 oder FRFR108 glücklich werden, die zudem mit einer 1000-Watt-(Peak)-Endstufe ausgestattet sind. 

Fazit 

Die beiden Headrush Cabs FRFR-8 und FRFR-12 liefern sehr gute Sounds für Modeling-Amps/Profiler. Sie punkten mit einem recht linearen Frequenzgang, der unterschiedliche Amp-Modelle authentisch ans Ohr bringt. Das FRFR-12 Cab ist mit dem 12″-Speaker im Bassbereich etwas kräftiger, während das FRFR-8 für mein Empfinden den ausgewogeneren Sound hat und mir tatsächlich eine Spur besser gefällt. Für den Bühneneinsatz sind beide geeignet, wobei es vor allem beim FRFR-8 Cab auf die Lautstärke der Mitmusiker ankommt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt bei beiden Varianten.

  • Specs Headrush FRFR-12
  • Hersteller: Headrush
  • Modell: FRFR-12
  • Typ: aktiver Lautsprecher für E-Gitarre
  • Regler: Bass, Middle, Treble, Hi-Cut, Bluetooth-Volume, Main-Volume
  • Anschlüsse: Input (XLR/Klinke), Line-Out (XLR)
  • Leistung: 750 Watt (Peak)
  • Lautsprecher: 12″ Custom-Woofer, 1″ HF-Kompressionstreiber
  • Max. SPL: 125 dB
  • Maße: 485 × 245 × 471 mm (B × T × H)
  • Gewicht: 18,5 kg
  • Verkaufspreis: 429,00 Euro (November 2026)
  • Specs Headrush FRFR-8
  • Hersteller: Headrush
  • Modell: FRFR-8
  • Typ: aktiver Lautsprecher für E-Gitarre
  • Regler: Bass, Middle, Treble, Hi-Cut, Bluetooth-Volume, Main-Volume
  • Anschlüsse: Input (XLR/Klinke), Line-Out (XLR)
  • Leistung: 480 Watt (Peak)
  • Lautsprecher: 8″ Custom-Woofer, 1″ HF-Kompressionstreiber
  • Max. SPL: 121 dB
  • Maße: 358 × 215 × 361 mm (B × T × H)
  • Gewicht: 11 kg
  • Verkaufspreis: 329,00 Euro (November 2026)

Herstellerseite: https://www.headrushfx.com/

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