Der chinesische Hersteller Mooer ist in den vergangenen 15 Jahren vor allem mit Effektpedalen, Modeling-Amps und preisgünstigen E-Gitarren am Markt in Erscheinung getreten. Auch im Bassbereich war die Marke bislang zwar vertreten, spielte dort jedoch eher eine Nebenrolle. Mit den neuen Modellen MBJ410 und MBJ420 möchte Mooer diesen Sachverhalt nun ändern und schickt erstmals eine eigenständige Bassserie ins Rennen, die sich gezielt an preisbewusste Bassleute richtet. Für diesen Test hat uns der deutsche Vertrieb den MBJ410 zur Verfügung gestellt – einen klassischen Jazz Bass mit Pappelkorpus, geröstetem Ahornhals und einer schicken Lackierung in „Metal Blue“. Ob der MBJ410 im riesigen Angebot an Budget-Jazz-Bässen mithalten und sich als ernstzunehmende Alternative etablieren kann, klären wir in diesem Test.

- klassische Jazz-Bass-Sounds in überzeugender Qualität
- guter Spielkomfort (Hals)
- hochwertige Gigbag
- schöne Optik
- sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- etwas kopflastig
- Verbesserungsbedarf bei der Bundierung
Welchen ersten Eindruck vermittelt der Mooer MBJ410?
Als ich den Bass aus dem Karton befreite, war ich zunächst sehr positiv von der Gigbag überrascht, in welcher der MBJ410 ausgeliefert wird. Eine derart hochwertige und stabile Tasche erwartet man in dieser Preisklasse wahrlich nicht – ehrlich gesagt ist mir bei einem Budget-Bass bislang noch nichts Vergleichbares untergekommen.
Die Mooer-Gigbag besitzt gut gepolsterte Seitenwände, einen per Klettverschluss befestigten Schaumstoffblock zur Unterstützung des Halses sowie einen schicken grauen Gewebeüberzug. Auf der Vorderseite gibt es ein großes und ein kleines Zubehörfach, auf der Rückseite selbstverständlich gepolsterte Rucksackgurte. Wirklich top, was Mooer hier zum aufgerufenen Preis abliefert!
Nicht weniger beeindruckend präsentiert sich der Bass selbst, der gut geschützt in der Gigbag ruht. Optisch orientiert sich der MBJ410 konsequent am klassischen Jazz-Bass-Design und hinterlässt dabei einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck. Eyecatcher ist natürlich die strahlend blaue Metallic-Lackierung, die hervorragend mit dem dreilagigen mintgrünen Pickguard harmoniert.
Aus welchen Hölzern wird der Mooer MBJ410 gefertigt?
Für den Korpus unseres Testbasses kommt Pappel zum Einsatz, während der angeschraubte Hals und das Griffbrett aus Ahorn gefertigt sind. Allerdings handelt es sich nicht um Standard-Ahorn, sondern um geröstetes Holz, was man leicht an der dunkleren Färbung erkennen kann.
Im Griffbrett sitzen 21 Neusilberbünde sowie Block-Inlays aus Kunststoff in Perlmutt-Optik, die den klassischen Look stilecht abrunden. Ein schönes Detail ist der am 12. Bund gesplittete Block, wie ich finde.
Welche Hardware besitzt der Mooer MBJ410
Über einen Knochensattel laufen die Saiten zur ebenfalls in „Metal Blue“ lackierten Kopfplatte. Ein Matching Headstock wirkt einfach immer eine Spur edler, oder? Hier finden wir auch vier große offene Vintage-Mechaniken sowie einen runden Saitenniederhalter für die beiden hohen Saiten. Die Mechaniken laufen teilweise etwas schwergängig, gehen für diese Preisklasse insgesamt aber durchaus in Ordnung.
Auch die Brücke gibt keinerlei Anlass zur Kritik, selbst wenn sie technisch keine Besonderheiten bietet. Es handelt sich schlicht und einfach um einen klassischen Blechwinkel mit vierfacher Verschraubung nebst Einstellmöglichkeiten für Saitenlage und Intonation. Immerhin werden die Saitenreiter in dezenten Vertiefungen geführt, sodass sie nicht so leicht verrutschen können. Der Saitenabstand beträgt stattliche 20 mm und kann nicht verändert werden.
Welche Pickups und Elektronik wurden beim Mooer MBVJ410 verbaut?
Für die Klangwandlung sorgen Jazz-Bass-typisch zwei Singlecoils im klassischen 60s-Spacing, die auf den Namen „VBJ-1“ hören und ebenfalls aus dem Hause Mooer stammen. Geregelt werden sie auf traditionelle Weise über jeweils einen Lautstärkeregler sowie eine gemeinsame Tonblende, die zusammen mit der Klinkenbuchse auf der typisch verchromten Kontrollplatte sitzen. Die Pickups sind gut unterfüttert und geben bei Druck nicht nach, was längst nicht bei allen Bässen selbstverständlich ist – zumal in diesem Preissegment!
Bei der Verarbeitung meines Testbasses gibt es viel Licht, aber leider auch (wenig) Schatten. Insgesamt wirkt der MBJ410 für den aufgerufenen Preis ausgesprochen hochwertig und solide gebaut: Die Holzarbeiten sind tadellos, die Lackierung gibt keinen Anlass zur Kritik und auch die Hardware macht einen ordentlichen Eindruck.
Die Bundierung ist allerdings nicht ganz perfekt, auch wenn die Bundenden für ein angenehmes Spielgefühl sauber verrundet wurden. Am 14. Bund scheppern die Saiten bei normal hoher Saitenlage und etwas kräftigerem Anschlag leider etwas zu viel – vermutlich wurde hier einer der nachfolgenden Bünde nicht ganz sauber abgerichtet.










