CME H12MIDI Pro Test – praktisches USB-MIDI-Host/Client-Tool

Mit dem H12MIDI Pro hat CME einen weiteren MIDI-Spezialisten im Programm. Das kompakte USB-MIDI-Interface bietet gleich sechs USB-Host-Anschlüsse sowie jeweils sechs MIDI-Ein- und -Ausgänge im platzsparenden TRS-Format. Hinzu kommen umfangreiche Routing-, Filter- und Mapping-Funktionen untereinander. Schauen wir das Ganze im Test genauer an.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • viele MIDI- und USB-Anschlüsse
  • Stromversorgung mehrerer USB-Geräte möglich
  • Umfangreiche Routing-, Filter- und Mapping-Funktionen
  • Standalone-fähig, sechs Presets direkt am Gerät aufrufbar
Contra
  • kein Re-Mapping am Ausgang

USB-Host/Client-Interface

Das CME H12MIDI Pro gehört zu den neuesten Produkten von CME und fällt angesichts seiner umfangreichen Anschlussausstattung erstaunlich kompakt und leicht aus. Das solide Aluminiumgehäuse misst lediglich 148 × 60 × 33 mm und bringt schlanke 208 g auf die Waage.

Sechs USB-Host und sechs MIDI I/O biete das H12MIDI Pro

Neben einem USB-C-Client-Port für die Verbindung mit dem Computer verfügt das Interface über sechs separate USB-C-Host-Anschlüsse. Vereinfacht gesagt lassen sich hier class-compliant USB-MIDI-Geräte direkt anschließen, die normalerweise mit einem Computer verbunden werden. Die internen MIDI-Datenströme können anschließend ähnlich wie bei einer Patchbay flexibel geroutet und verwaltet werden.

An der Seite finden sich der USB-Client und der Netzteil-Anschluss. Darüber gibt es Panic- und einen Standby-Taster.

Mit einem geeigneten 9V/3A-Netzteil kann jedes an einen Host-Port angeschlossene Gerät mit bis zu 500 mA versorgt werden. In kompakten Live-Setups dient das H12MIDI Pro damit zugleich als Stromversorgung für mehrere USB-betriebene Geräte. Das benötigte Netzteil gehört allerdings nicht zum Lieferumfang.

6x MIDI-In, 6x MIDI-OUT

Zusätzlich arbeitet das H12MIDI Pro als klassisches MIDI-Interface mit sechs Ein- und sechs Ausgängen, hier nun zeitgemäß im platzsparenden 3,5-mm-TRS-Format. Für kompakte Setups ist diese Lösung praktisch, bei Geräten mit fünfpoligen DIN-Buchsen werden Adapter benötigt. Passende Kabel-Adapter bietet CME aber auch zu vergleichsweise günstigen Preisen separat an.

Kabel

Ein 32-Bit-Prozessor und optisch isolierte MIDI-Eingänge sollen eine präzise Übertragung mit sehr geringer Latenz gewährleisten. Unterstützt werden sämtliche gängigen MIDI-Daten, darunter MIDI Clock, SysEx, MIDI Time Code und MPE. Verfügbar ist sowohl ein Low-Latency als auch ein Low-Jitter Mode.

Patchbay inklusive

Die Konfiguration der kleinen Black-Box erfolgt über die kostenlose Software HxMIDI Tools. Damit lassen sich MIDI-Ports kopieren und zusammenführen, Anschlüsse flexibel verschalten sowie Daten filtern und wandeln.

Auf diese Weise können komplexere Setups mit mehreren Hardware-Instrumenten, Sequencern und Computern zentral verwaltet werden. Eine echte Matrix fehlt allerdings.

Detail H12MIDI
Aktivität wird über LEDs visualisiert, ein Taster schaltet zwischen sechs Presets.

Der USB-C-Client-Port stellt einem Computer – oder einem anderen kompatiblen USB-Host – acht virtuelle MIDI-Ein- und -Ausgänge mit jeweils 16 Kanälen bereit. Auf diese Ports lassen sich die sechs TRS-MIDI-Paare und die angeschlossenen USB-MIDI-Geräte flexibel verteilen.

Routing Software
Auch Host Reservations sind möglich, wodurch sich USB Geräte fix verbinden lassen und sich nicht von Einsteck-Reihenfolge abhängig machen!

PRAXIS

MIDI-Hub in der Praxis: H12MIDI Pro

Insgesamt verwaltet das H12MIDI Pro bis zu 16 USB-MIDI-Geräte. Mithilfe geeigneter USB-Hubs können daher theoretisch mehr als sechs Geräte gleichzeitig angeschlossen werden. Die eigentliche Begrenzung liegt auf der Client-Seite: Über die acht virtuellen Ports lassen sich beispielsweise alle sechs TRS-MIDI-Anschlüsse sowie zwei zusätzliche USB-MIDI-Verbindungen separat an den Computer weiterreichen.

Acht virtuelle Ports

Nicht jede Verbindung benötigt jedoch einen eigenen virtuellen Port. Signale können auch vollständig intern geroutet oder direkt zwischen USB und TRS-MIDI gewandelt werden.

Klebefüße, USB-Kabel, Beipackzettel und das interface befinden sich im nüchternen Karton.

Filter und Eingangs-Modifier sind übersichtlich umgesetzt. Vergleichbare Bearbeitungsmöglichkeiten fehlen allerdings auf der Ausgangsseite. Während sich eingehende MIDI-Kanäle umfassend verändern lassen, können ausgehende Daten im Wesentlichen nur gefiltert beziehungsweise stummgeschaltet, nicht aber flexibel reorganisiert werden. Mein mioXL bietet hier deutlich mehr Möglichkeiten, auf die ich nur ungern verzichten würde.

Master-Style

Konkret wollte ich die MIDI-Daten eines Eingangs (Master/Sequenzer) abhängig vom jeweiligen Kanal auf unterschiedliche Ausgänge (Synths) verteilen. Dabei sollten die Daten immer stets auf MIDI-Kanal 1 ausgegeben und alle übrigen Nachrichten herausgefiltert werden:

Input A, Kanal 1 → Output B, Kanal 1
Input A, Kanal 2 → Output C, Kanal 1
Input A, Kanal 3 → Output D, Kanal 1

Ein solches kanalabhängiges Routing lässt sich mit der aktuellen Firmware allerdings nicht 100% umsetzen. Ein Umweg wäre die wechselnden Channels an den Ausgängen zu akzeptieren und zu hoffen, dass sich alle Folgegeräte anpassen lassen.

Als Port-Expander trotzdem praktisch, da USB-MIDI-Ports eben mehr Daten bündeln als klassische DIN-MIDI-Verbindung. Wer hauptsächlich über den Computer routed und überwiegend dort seine Verwaltung betreibt, sollte sich daran noch weniger stören.

Fazit: CME H12MIDI Pro

Das CME H12MIDI Pro überzeugt als kompakte und erstaunlich vielseitige MIDI-Schaltzentrale. Sechs USB-Host-Ports, sechs MIDI-Ein- und -Ausgänge sowie umfangreiche Routing-, Filter- und Mapping-Funktionen machen das Interface besonders für mittlere Hardware-Setups interessant. Gleichzeitig kann es mehrere USB-Geräte mit Strom versorgen und unterschiedliche Konfigurationen in sechs direkt abrufbaren Presets speichern. Angesichts dieser Ausstattung fällt der Preis bereits ausgesprochen attraktiv aus.

Ganz ohne Einschränkungen bleibt die Flexibilität allerdings nicht. Wer sehr spezielle Standalone-Routings benötigt, sollte vor dem Kauf prüfen, ob sich der gewünschte Signalfluss mit der aktuellen Firmware tatsächlich abbilden lässt. Wer sein MIDI-Routing hauptsächlich am Computer konfiguriert und verwaltet, dürfte sich daran gar nicht stören. Unterm Strich ist das H12MIDI Pro ein preiswertes, kompaktes und enorm anschlussfreudiges Werkzeug, das gleich mehrere typische MIDI-Probleme auf einmal löst.

Features

  • 1x USB-Host to 6x USB-Client, USB-C Class-Compliant
  • zusätzlich 6x 3,5-mm-TRS-MIDI-Eingänge- und 6x 3,5-mm-TRS-MID-Ausgänge
  • 1x DC-Stromanschluss für ein externes 9-V-Netzteil, nicht im Lieferumfang enthalten
  • 16 virtuelle USB-MIDI-Host-Ein- und Ausgänge für Hardware, 8 virtuelle USB-MIDI-Client-Ein- und Ausgänge für Computer, 6 TRS-MIDI-Ein- und Ausgänge, umschaltbar zwischen Typ A und Typ B
  • 25 LED-Anzeigen ,1x Preset-Taster, 1x Panic-Taster, 1x Standby-Taster
  • für macOS, iOS, Windows, Android, Ubuntu Linux und ChromeOS
  • Alle Nachrichten des MIDI-Standards einschließlich Noten, Controller-Daten, Clock, SysEx, MIDI-Timecode und MPE werden übertragen
  • USB-C-Host-Anschlüsse versorgen angeschlossene Geräte mit bis zu 500 mA
  • Konfiguration und Aktualisierung über den USB-C-Client-Anschluss mit der HxMIDI-Tool-Software für Windows, macOS, iOS und Android
  • Leistungsaufnahme: 1,6 W
  • Abmessungen: 148 × 60 × 33 mm
  • Gewicht: 208 g
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