Der AFK Drumbeam ist ein MIDI-Controller für Schlagzeuger, der mit seinem ungewöhnlichen Konzept frischen Wind in den Bereich von Percussion- und Sampling-Pads bringt und dabei auch noch richtig gut aussieht. Der leistenförmige Controller mit der farbenfrohen Beleuchtung lässt sich mit Drumsticks bespielen und bietet eine durchgehende Triggerfläche, die sich je nach Bedarf in bis zu zwölf Segmente unterteilen lässt. Ein Traum fürs Hybrid-Drumming und tastenscheue Producer?

- frisches Controller-Konzept für Drummer/Producer
- flexible Triggerfläche mit bis zu zwölf Zonen
- minimalistische Optik und verschiedene Beleuchtungsmodi
- Senden von MIDI-CCs über Position auf der Triggerfläche
- Squeeze-Funktion
- zusätzlicher Triggereingang für Kick-Pedal
- langsames und instabiles internes WLAN
- Orientierung ohne Display schwierig
- Wechseln der Preset-Bänke nur über externe Steuerung
- Überblick: „Bin mal kurz AFK!“
- Bis zu zwölf Triggerzonen – und bunt!
- Minimalismus bei Anschlüssen und Bedienelementen
- Konfiguration über WLAN und Browser
- Use-Cases: Wie lässt sich der AFK Drumbeam einsetzen?
- Unser Video mit dem AFK Drumbeam
- Verbindung mit einem Klangerzeuger
- Kann das Triggering überzeugen?
- Fazit
Überblick: „Bin mal kurz AFK!“
Der Drumbeam wurde von dem deutschen Unternehmen AFK-Audio über eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne ins Leben gerufen. Das Kürzel AFK kommt ursprünglich aus der Gamer-Sprache und steht für „Away From Keyboard“. In diesem Fall ist natürlich nicht das Keyboard eines Computers gemeint. Der Name spielt darauf an, dass der Drumbeam typische Funktionen eines MIDI-Keyboards übernimmt – nur eben mit Drumsticks statt mit Tasten. Und klar: Damit ist der Drumbeam ein Verwandter des klassischen Percussion-Pads.

Das ursprüngliche Roland Octapad, sozusagen der Urvater aller Percussion-Pads, kam bereits Mitte der 1980er Jahre auf den Markt. Heute erspäht man auf Bühnen häufig einen seiner Nachfolger: Das Roland SPD-SX oder auch das SPD-SX Pro. Und natürlich gibt es Alternativen wie das Alesis Multipad. Hier besteht aber ein ganz wesentlicher Unterschied: Während moderne Sampling-Pads in der Regel eine Klangerzeugung mit eigenen Sounds an Bord haben, ist der Drumbeam ein reiner Controller ohne Sounds. Er ist dazu ausgelegt, mit einem Computer oder auch einem externen Klangerzeuger (z.B. E-Drum-Modul) verbunden zu werden und diese zu steuern – so wie ein MIDI-Keyboard eben.

Bis zu zwölf Triggerzonen – und bunt!
Der AFK Drumbeam setzt sich schon durch die längliche Form klar vom typischen Design eines Percussion-Pads ab. Die wirkliche Besonderheit des Controllers ist aber die Möglichkeit, die durchgehende Triggerfläche flexibel in bis zu zwölf Zonen für verschiedene Sounds bzw. MIDI-Noten oder MIDI-CCs aufzuteilen. Die einzelnen Zonen lassen sich in der Größe anpassen und werden durch die Beleuchtung der darunterliegenden LEDs gekennzeichnet.

Wer während einer Liveshow nur ein oder zwei Snaresounds ansteuern will, der richtet dementsprechend auch nur ein oder zwei Zonen ein. Wer Loops oder Funktionen in Ableton Live auslösen möchte, wird möglicherweise vier bis acht Zonen benötigen, die dann entsprechend kleiner ausfallen.
Für die vollen zwölf Zonen muss man bei dem 54 cm langen Controller schon gut Zielwasser zu sich nehmen, um sicher zu treffen. Interessant ist das insbesondere für tonale Instrumente – zum Beispiel Stabspiele wie Marimbaphon, tonale Orchester-Percussion wie Tubular Bells oder natürlich auch allerlei andere Klänge bis hin zu Synth- und Effektsounds. Über zwölf Segmente ist z.B. eine volle chromatische Oktave spielbar – oder auch eineinhalb Oktaven einer diatonischen Tonleiter.

Als kleines Extra ist es möglich, die Triggerfläche mit der Hand zu drücken und darüber MIDI-CCs zu senden – ähnlich wie bei einem Keyboard mit monophonem Aftertouch. Außerdem lässt sich die Position innerhalb eines Segments nutzen, um weitere Controller-Daten zu senden – ähnlich wie beim Positional Sensing eines E-Drumsets. Ein Beispiel wäre das Steuern eines Filters, das sich öffnet, je weiter rechts man die Triggerzone innerhalb ihres definierten Bereichs anspielt. Mit einem SPD-SX geht sowas nicht!
Minimalismus bei Anschlüssen und Bedienelementen
Der Drumbeam wirkt durchweg solide verarbeitet und lässt sich über einen enthaltenen Gewindeadapter verlässlich an einem Beckenständer montieren. An eine Kontermutter zum Feststellen des Drehwinkels hätte der Hersteller noch denken können, diese kann man sich bei Bedarf aber ohne größeren Aufwand selbst organisieren.

Am Gehäuse regiert neben der Triggerfläche aus Gummi und den beidseitigen LEDs absoluter Minimalismus. Auf seiner Unterseite finden sich zwei Taster, die primär zum Schalten durch die Presets vorgesehen sind. Ansonsten gibt es hier einen USB-C-Anschluss zur Stromversorgung und MIDI-Verbindung mit einem Rechner, einen MIDI-I/O in Form von zwei 3,5er-Klinkenbuchsen (Adapterkabel auf DIN-Stecker enthalten) und einen Triggereingang für einen weiteren Controller wie z.B. ein Kickpad. Für letzteren benötigt man einen Adapter von 3,5er- auf 6,3er-Klinke. Allgemein wären für Liveanwendungen 6,3er-Buchsen angemessener, bei der kompakten Bauform des Controllers wirkt der Kompromiss aber sinnvoll.

Konfiguration über WLAN und Browser
Bei einer so minimalistischen Ausstattung mit Bedienelementen ist klar, dass man den Großteil der Einstellungen über einen angebundenen Rechner bzw. über ein Mobilgerät steuert. Die Verbindung läuft in diesem Fall über internes WLAN und einen normalen Internetbrowser. Vorteil ist, dass man von nahezu jedem Endgerät ohne zusätzliche Software auf den Drumbeam zugreifen kann. Das bedeutet aber andererseits auch, dass man mit dem Gerät, mit dem man die Einstellungen vornimmt, gleichzeitig nicht online gehen kann. Das Herstellen der allgemein etwas instabilen Verbindung dauert ungewöhnlich lange, und allgemein wirkt die WLAN-Verbindung bei gleichzeitiger USB-Verbindung mit einem Rechner unnötig kompliziert.

Die Einstellungsmöglichkeiten bieten das, was man von einem solchen Controller in der Regel erwartet, ohne übermäßig in die Tiefe zu gehen oder unübersichtlich zu werden. Neben grundsätzlichen Geräteeinstellungen wie der Triggerempfindlichkeit organisiert man bis zu 64 Presets in acht festen Bänken. Pro Preset legt man vor allem fest, wie viele Triggerzonen der Controller bietet und wie breit diese auf der Triggerfläche sind, und weist MIDI-Noten und MIDI-CCs zu. Für jedes Segment lässt sich zudem ein individueller MIDI-Kanal auswählen, was das Spiel mit mehreren Klangerzeugern erleichtert – und natürlich lässt sich auch die Farbe der zugehörigen LEDs festlegen.

Auch wenn man über den Browser vieles anstellen kann, wäre eine Lösung über Bluetooth mit zugehöriger App wohl anwenderfreundlicher gewesen. In manchen Fällen wird man die externe Steuerung auch auf der Bühne benötigen – zum Beispiel, um zwischen den acht Preset-Bänken mit je acht Presets zu wechseln. Über die kleinen Taster am Drumbeam selbst ist nur die Navigation innerhalb einer Bank möglich. Auch ein kleines LCD, das den Namen des gewählten Presets anzeigt, hätte dem Controller gut getan. Echte Dealbreaker sind all diese Kritikpunkte nicht, denn in der Praxis sollten die acht Presets in der Regel ausreichen.




























