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„Sie sind keine Legenden mehr!“ – Bruce Dickinson über alternde Musikikonen

Nach über 40 Jahren als Frontmann bei Iron Maiden zählt Bruce Dickinson für viele als Legende der Rock- und Metalgeschichte. Seine Stimme prägte den Sound des Heavy Metal, wie nur wenige andere. Doch in einem neuen Interview behauptet der Sänger, dass auch die größten Musikikonen ihren Status leicht verlieren könnten, wenn sie nicht mehr liefern.

© Wikimedia Commons: Dario De Marco

In einem brandneuen Gespräch mit dem Kerrang!-Magazin sprach Bruce Dickinson über das Älterwerden in der heutigen Musikwelt und über den Rückzug von Iron-Maiden-Drummer Nicko McBrain. Nach gesundheitlichen Problemen entschied sich der Schlagzeuger Ende 2024, mit dem Touren aufzuhören, wobei Dickinson viel Respekt für diese Entscheidung zeigt. Für ihn sei es unverzichtbar, zu wissen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Dickinson machte seinen Standpunkt besonders klar, indem er von einer Diskussion mit einem Journalisten erzählte. Dieser vertrat die Ansicht, dass Musiker und Musikerinnen stets weitermachen müssen, selbst wenn sie ihre frühere Leistung nicht mehr erreichen könnten. Sie seien, so der Journalist, nach wie vor Legenden ihrer Kunst. Bruce sah das jedoch völlig anders.

„Sie sind keine Legenden mehr“

Er erklärte: „Schau, es gibt jede Menge Sänger, deren Stimmen kaputt sind, und jeder weiß das“. Als ihm entgegnet wurde, dass es sich dabei dennoch um Legenden handle, erwiderte er: „Sie sind keine verdammten Legenden. Es sind Menschen, die nicht mehr singen können. Als sie gesungen haben, waren sie Legenden. Wenn sie nicht mehr singen können, sind sie keine Legenden mehr.

Es ist ein hartes Statement, besonders für Fans der Rockgiganten. Gerade hier stehen große Namen, teils Jahrzehnte nach ihren Karrierehöhepunkten nach wie vor auf der Bühne. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Künstler wie Bob Dylan, Elton John, Axl Rose und Robert Plant kritisiert, da ihre Performances die Erwartungen weit verfehlen.

Natürlich kommen Fans nicht nur wegen der musikalischen Leistungen, sondern auch wegen der Nostalgie und der Geschichte rund um die Musiker und Musikerinnen. Für Dickinson scheint das jedoch nicht auszureichen. Er legt großen Wert auf Ehrlichkeit und Respekt vor dem Publikum, indem man den Fans eine qualitative Performance liefert.

„Ich könnte nicht auf die Bühne gehen, wenn ich nicht glauben würde, dass ich es noch kann. Ich weiß nicht, wie Leute auf die Bühne gehen können, wenn sie es nicht mehr können. Natürlich ist das ihr Leben, aber das ist nicht mein Weg.“

Dickinson über seine eigene Zukunft

Auf die Frage, ob ihn das Sorgen bereite, gab Dickinson eine klare Antwort. Über seine eigene Zukunft scheint er nämlich nicht besorgt zu sein. Er betrachtet das Altern eher pragmatisch – whatever happens, happens. Womöglich kommt irgendwann der Tag, an dem seine Stimme nicht mehr auf dem gewünschten Niveau ist, vielleicht aber auch nicht. Bis dahin richtet Dickinson sich nach einer Regel: „Du versuchst jeden Abend die beste Performance deines Lebens zu geben.

Vielleicht ist es genau dieser Anspruch, den Bruce Dickinson und Iron Maiden seit Jahrzehnten antreibt. Sicher bleibt, über den Ruhestand denkt er noch nicht nach und er verspricht weiterhin alles für die Musik zu geben. Für viele Fans ist gerade diese Einstellung genau das Merkmal, was ihn bis heute zu einer lebenden Legende macht.

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