Soeben erreichte uns die Meldung, dass Musiklegende John B. Williams am letzten Donnerstag verstorben ist. Williams war erst kurze Zeit davor in ein Hospiz eingeliefert worden, nachdem er – bereits an Demenz erkrankt – in seinem Haus schwer gestürzt war und deswegen sogar operiert werden musste. John B. Williams bediente seinen Bass viele Jahre z. B. in der „The Tonight Show“, der „The Arsenio Hall Show“ – aber auch an der Seite zahlreicher Jazzgrößen, wie Louis Armstrong, Count Basie oder Dizzy Gillespie. In Deutschland dürfte er vielen Bassfans noch gut als mehrjähriger Dozent beim renommierten „Warwick Bass Camp“ während der 2010er-Jahre in Erinnerung sein.

Wie kam John B. Williams zum Bass und mit welchen Stars arbeitete er?
Geboren 1941 in New York, fand John B. Williams zunächst über das Schlagzeug zur Musik, bevor er während seiner Zeit beim United States Marine Corps zum Bass wechselte. Er studierte unter anderem bei Jazzlegende Ron Carter und schloss sich Ende der 1960er-Jahre der Band des Pianisten Horace Silver an. Die Zusammenarbeit mit Silver sollte prägend werden und Williams’ Verständnis von Groove, Harmonik und musikalischer Disziplin nachhaltig formen.
Während der folgenden Jahre entwickelte sich John B. Williams zu einem gefragten Sideman, der sich mit seinem Bassspiel auf Produktionen von bzw. Konzerten mit Größen wie Count Basie, Dizzy Gillespie, Kenny Burrell, Hugh Masekela, Mose Allison oder Nancy Wilson verewigte.
In welchen amerikanischen TV-Shows spielte John B. Williams Bass?
Einem breiten Publikum wurde Williams 1972 bekannt, als er Mitglied der Band von „The Tonight Show Starring Johnny Carson“ wurde. Sieben Jahre lang sorgte er dort Abend für Abend für den musikalischen Puls einer der erfolgreichsten Fernsehshows der USA.
Später gehörte er darüber hinaus zur Hausband von „The Arsenio Hall Show“. Parallel zu seinen Fernseh-Engagements verfolgte er eigene Projekte, gründete Bands, komponierte, veröffentlichte mehrere Soloalben, und blieb selbst im fortgeschrittenen Alter zu jeder Zeit kreativ.
R.I.P., John B. Williams!
John B. Williams verkörperte jene seltene Spezies von Musikern, die nie das große Rampenlicht suchten und dennoch unverzichtbar waren. Mit seinem Tod verstummt eine markante Stimme des amerikanischen Jazz und der Fernsehunterhaltung. John B. Williams wurde 85 Jahre alt. Er wird uns fehlen!


