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Vocal Quickie Workshop #22 – Song erarbeiten Teil 2: Text markieren

Und hier kommt Teil 2 meines Doppelwhopper Vocal Quickies Super XL mit allen Infos zum richtigen Präparieren von Songsheets und zum besseren und schnelleren Üben von neuen Liedern.
Wir sind am Ende von Teil 1 an dem Punkt stehen geblieben, dass euer Text richtig gesetzt und in eine bühnenlesbare Größe gebracht worden ist. Abschließend gab es das Kommando: Ausdrucken!
Als nächstes brauchen wir einen Bleistift und ein Radiergummi.

3. Markierungen

– Jetzt geht es darum, den Text zu markieren. Ich frage mich zum Beispiel Folgendes:
1) Wo geht die Melodie nach oben oder unten? 
2) Wo sitzen Verzierungen und/oder Bögen? 
3) Wo werden Wörter gebunden (Legato) oder zerhackt (staccato) gesungen? 
4) Wie markiere ich rhythmische Zählzeiten? 
Und so weiter. Ich folge dabei der Regel, so viele Markierungen wie nötig und so wenige wie möglich zu setzen. Dinge, die eh klar sind, und die ich immer richtig singe, muss ich nicht markieren. Es werden nur die Stellen „getaggt“, die ich immer anders singen will. Eure Zeichensprache soll dabei klar und groß sein. Aber es muss sie niemand anders, außer Euch selbst, verstehen können. Im folgenden Beispiel mache ich Vorschläge, die ihr übernehmen könnt, aber nicht müsst.

Bestimmte Gesangstechniken, wie zum Beispiel Kipper, oder der Wechsel von Kopf- in Bruststimme, können auch mit farbigen Textmarkern oder farbiger Schrift markiert werden.

Als Beispiel wieder der Prechorus von „What’s Up“. Blau steht für Bruststimme und Rot für Kopfstimme:

Nach dem Taggen höre ich noch mal den Song, lese mit und korrigiere wieder so lange (deswegen der Bleistift), bis auch meine Geheimsprache fließend von mir gelesen werden kann.

4. Und sonst noch?

Der Feinschliff des Feinschliffs folgt in den nächsten Tagen. Wenn ich den Song am neuen Tag frisch singe und zum ersten mal wieder auf mein Textblatt schaue, habe ich die Möglichkeit, noch bestehende kleine „Stolpersteine“ auszumerzen und zu verbessern, oder „Tags“ wieder wegzunehmen, die mittlerweile klar sind. So erarbeitet ihr euch Stück für Stück die beste Fassung, die möglich ist. 
Solltet ihr in einer anderen Sprache singen, die ihr nicht fließend sprecht, lohnt es sich, den Text einmal zu übersetzen und unbekannte Vokabeln an den rechten Rand zu schreiben.
Wenn ihr Probleme mit der Aussprache in einer anderen Sprache habt, könnt ihr die Wörter klangmalerisch aufschreiben. Aus „I’m alone“ kann dann zum Beispiel „Ei malone“ werden. Das sieht lustig aus, klingt aber verdammt richtig. Und darum geht es ja beim Singen.

5. Fazit

Fällt euch was auf? Fragt euch mal, wie oft ihr den Song bis zu diesem Zeitpunkt schon gesungen und wie intensiv ihr euch mit einzelnen Phrasen auseinander gesetzt habt. Richtig. Ganz schön oft und ganz schön genau. Ein Textblatt gut zu präparieren ist Üben. Je genauer ihr eure Hausaufgaben macht, desto schneller geht es im Anschluss mit dem Lernen. Und solltet ihr einen so erarbeiteten Song später einmal wieder singen wollen, reicht meistens ein Anhören mit Blick auf das Blatt, um der Erinnerung auf die Sprünge zu helfen. 
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von Catharina Boutari

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