the t.bone BC 500 Test

Praxis

Stabil

Das Sprechermikrofon wirkt wertig für seinen Preis. Der Bügel ist stabil genug, um das etwa ein dreiviertel Kilogramm schwere Mikrofon in allen Positionen sicher zu halten. Was mir gut gefällt ist, dass der Schaumstoff nicht einfach aufgeschoben wird wie bei manch anderem Mikrofon, sondern mit einem Plastikring ausgestattet ist, der das Gebilde sicher auch in Jahren noch fest hält. Die kleinen Schiebeschalter zu bedienen, ist ein wenig Fummelei und gelingt manchen Menschen nur mit einem Hilfsmittel. Das soll jetzt nicht Gegenstand ausgiebiger Diskussionen werden, denn es gibt dabei schließlich Pro und Contra.

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Dürfte schnittiger sein

Angeschlossen an einen Mikrofonvorverstärker zeigt das the t.bone BC 500 einen kompletten Klangcharakter, mit insgesamt guter Sprachverständlichkeit und einem deutlich professionell nutzbaren Broadcast-Sound. Ich muss allerdings zugeben, dass der preisliche Abstand zu einem Mikrofon wie dem SM7B durchaus gerechtfertigt ist. Dieses klingt bei gleichen Settings schnittiger und klarer. Deutlich wird das bei den kurzen, spitzen Konsonanten “t” und “s”, die über das BC 500 minimal verwaschener erscheinen. Ins Abseits stellt dieser Umstand das t.bone deswegen aber noch lange nicht. Auch die im Vergleich zum 7B etwas höhere Poppempfindlichkeit fällt kaum ins Gewicht, sodass ich überlegen musste, ob sie überhaupt eine Erwähnung wert ist.

Rückseitige Dämpfung hoch 

Um ein wenig Bewegung vor dem Mikrofon zu erlauben, ohne direkt mit Klangfarbenänderungen zu reagieren, ist das Pattern stabil genug und unterscheidet sich im Frontbereich kaum von teuren Sprechermikros wie dem SM7B oder auch dem Electro-Voice RE20. Die rückseitige Dämpfung ist hoch, die Nonlinearitäten im Klangbild von der Rückseite sind nur bei wenigen Mikros dieses Typs signifikant besser.

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Filter klasse

Die Filter sind sinnvoll und gut umgesetzt, sie greifen merklich ein, sind aber nicht zu plakativ. Das Hochpassfilter etwa verläuft mit 6 dB/oct sehr flach und dadurch unaufdringlich, setzt aber recht hoch an. Im Datenblatt steht es zwar mit 200 Hz, doch würde ch den -3dB-Punkt eher etwas darunter verorten. In jedem Fall hilft das FIlter, bei naher Besprechung die Basszunahme wieder zurückzunehmen. Das hilft, um einen satten, aber eben nicht schwammigen Broadcast-Sound zu erreichen. Das Präsenzfilter hebt nur leicht an, aber so breitbandig, dass ich den von mir gewählten Begriff “Präsenzfilter” im Grunde im gleichen Satz wieder etwas bereue: Von 1 bis hinauf zu 10 kHz wird leicht verstärkt, die Sprachverständlichkeit XXLINKXX durchgängig erhöht, ohne dass die Bissigkeit zunimmt. Ich möchte so weit gehen, die Aktivierung dieses Filters für fast alle Settings zu empfehlen.

Sprache

Audio Samples
0:00
t.bone BC 500, 2 cm t.bone BC 500, 2 cm, HPF t.bone BC 500, 2 cm, HPF und Präsenzfilter t.bone BC 500, 20 cm t.bone BC 500, 30 cm, 0 Grad t.bone BC 500, 30 cm, 45 Grad t.bone BC 500, 30 cm, 90 Grad Shure SM7B, 30 cm Presonus PD-70, 30 cm

Gesang

Audio Samples
0:00
t.bone BC 500, 10 cm t.bone BC 500, 10 cm, HPF t.bone BC 500, 10 cm, HPF und Präsenzfilter t.bone BC 500, 30 cm, 0 Grad t.bone BC 500, 30 cm, 45 Grad Shure SM7B, 10 cm Shure SM7B, 30 cm Presonus PD-70, 10 cm Presonus PD-70, 30 cm
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Be Yourself sagt:

#1 - 06.12.2021 um 13:20 Uhr

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Glas halb voll, oder halb leer? Ich habe am Wochenende das BC 500 ausgiebig mit seinem Vorbild verglichen. Die Ähnlichkeit von
außen ist verblüffend. Bei Sprache kann ich eine gewisse Verwandtschaft
hören. Spätestens beim Singen trumpft das Original mit einer
Souveränität auf, die ich beim BC-500 suchen muss.Bei meinem BC-500 (Neuware) kann ich sehen, dass sich Kapselverklebungen
auflösen. Ich persönlich hätte es vorgezogen, wenn das BC-500 180 Euro
kosten würde, dafür eine Kapsel besitzen würde, die der 7B Kapsel
deutlich ähnlicher ist.Da wo das Vorbild einfach rund läuft, klingt das t-bone angestrengt. Für den Preis ist es trotzdem ein gutes Podcast-Mikrofon. Klangverwandtschaften zum Vorbild gibt es. In letzter Kosnequenz fehlt dem t-bone die Leichtigkeit des US-Amerikaners.

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