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Shure MV7X Test

Es ist offensichtlich: Das dynamische Podcastmikrofon Shure MV7X ist die rein analoge Variante des USB-Mikrofons Shure MV7, das wir bereits einem Review unterzogen hatten.

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Natürlich, diese Version kann man nicht direkt an einen Computer anschließen, was aber nicht nur Vorteile mit sich bringt – im Gegenteil, wie unser etwas aggressiv argumentierende Artikel Warum USB-Mikrofone schlechter sind darstellt. Und klar: Das Shure MV7X ist preiswerter. Anders als der Sprecher- und Allround-Klassiker Shure SM7B wird das MV7X aber nicht in Mexiko, sondern in China hergestellt.

Details & Praxis

Das Shure MV7X ist trotz gewachsener Produktbezeichnung mit weniger Funktionen ausgestattet. Filtermöglichkeiten zur Veränderung des Frequenzgangs, Pegelabsenkungen und dergleichen gibt es nicht. Da die USB-Fähigkeit wegfällt, ist auch nicht möglich, dass die Software ShureLive MV Einstellungen und weitere Funktionen wie Kopmpression anbietet. Aber es ist ja nicht unbedingt so, dass ein Mangel an entsprechender Software herrschen würde.

Fotostrecke: 3 Bilder Ganz schön übersichtlich: Hier gibt es nur eine XLR-Buchse.
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Die Kapsel arbeitet nach dem dynamischen Prinzip, genauer: nach dem Tauchspulenprinzip. Der Umgang mit rückwärtigem Schall ist so gestaltet, dass sich die verbreitete Richtcharakteristik Niere ergibt. Wem das nichts sagt: Das bedeutet schlichtweg, dass das Mikrofon genau von vorne am meisten Pegel aufnimmt und von der Rückseite am wenigsten. Die Kapsel selbst ist gut versteckt, aus Gründen der mechanischen Sicherheit und aus akustischen. Über ihr befindet sich ein stabiles Metallgitter, darüber wird ein Schaumstoff gezogen, weil man ihn auf den meisten Produktbildern des Shure MV7X sieht. Dieser verhindert leichte Windgeräusche, aber auch Popplaute, die beim Sprechen aus naher Entfernung auftreten können. Allerdings war ich schon beim MV7 nicht so richtig begeistert von der Konstruktion, denn der Schaumstoff ist lediglich aufgesteckt und nicht wie beispielsweise beim Shure SM7B mit einem Plastikring gesichert.

Fotostrecke: 3 Bilder Der Schaumstoff ist nur aufgezogen – und erntet dafür Kritik.
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Wo möglich, hat sich Shure bei den gleichen Bauteilen bedient wie bei der USB-Variante. Dass bedeutet auch, dass auch die Bügelkonstruktion die gleiche ist, die nicht nur beim MV7, sondern, allerdings in hochwertigerer Form, auch beim Shure SM7B Freunde gefunden hat. Den Frequenzgang gibt Shure mit 50 Hz – 16 kHz an, die Impedanz erstaunlich exakt mit 252 Ohm. 1,78 mV/Pa sind eine für diesen Mikrofontyp absolut normale Empfindlichkeit.

Fotostrecke: 2 Bilder Der Bügel ist praktisch.
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Weil ja die wesentlichen Bestandteile des Shure MV7X identisch mit dem MV7 sind, erscheint logisch, dass sich bezüglich der Mechanik als auch des Klanges keine Unterschiede ergeben können. Oder doch?
Es fehlen dem MV7X schlichtweg einige Features, die ich nicht unbedingt enthusiastisch gelobt habe. Ein Kopfhörerausgang, der gar nicht vorhanden ist, kann auch keine Kritik erhalten. Ein Großteil der Headphoneamps in Interfaces wird etwas hochwertiger klingen. Auch die Touch-Bedienung ist nonexistent.

Gleich ist, dass das Mikrofon sich an seinem Vorbild SM7B orientiert und den von vielen geliebten kernigen Grundsound innehat. Allerdings ist es auch beim MV7X so, dass sowohl dieser Charakterzug als auch die gesamte Klangqualität, die sich nicht zuletzt in der Auflösung und Impulsdarstellung zeigt, etwas schwächer ist. Das X zeigt sich wenig anfällig für Schärfeanteile in der Stimme, auch die Empfindlichkeit gegenüber Popplauten ist angenehm gering. Und über den Abstand lässt sich sehr genau die Bassanhebung steuern. Generell liegt dem Mikrofon ein nicht zu weiter Abstand, da das Signal damit schön kräftig und durchsetzungsfähig klingt. Ich hatte kein MV7 zum Direktvergleich, bilde mir jedoch ein, dass das MV7X minimal präsenter zu Werke geht als das MV7.
Ebenfalls sehr gut: der Umgang mit nicht genau frontal einfallendem Schall. Der Podcaster oder Sänger kann sich also ruhig etwas vor dem Mikrofon bewegen.

Audio Samples
0:00
Shure MV7X, 0 cm Shure MV7X, 10 cm Shure MV7X, 30 cm Shure SM7B, 0 cm Shure SM7B, 10 cm EV RE20, 0 cm EV RE20, 10 cm the t.bone BC 500, 0 cm the t.bone BC 500, 10 cm Presonus PD-70, 0 cm Presonus PD-70, 10 cm Shure MV7X, 10 cm, 0 Grad Shure MV7X, 10 cm, 45 Grad Shure MV7X, 10 cm, 90 Grad

Für gesichert halte ich jedoch, dass der Kauf eines Shure SM7B die bessere Lösung wäre. Selbst wenn dieses ganz deutlich mehr Geld kostet, ist es doch die schlauere Investition aus eine Vielzahl von Gründen – zu nennen wären etwa der wahrscheinliche Werterhalt und die hervorragenden Filter. Wer ein XLR-Broadcast-/Podcast-Mikrofon in der Budgetklasse unter 200 Euro benötigt, ist mit dem MV7X aber ebenfalls sehr gut beraten.

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Fazit

Shure hat mit dem MV7X ein einfaches und vernünftiges Mikrofon für die klassischen Sprecheraufgaben Podcasting und Broadcasting im Angebot, welches für einen moderaten Preis eine preiswertere Alternative zum SM7B bietet. Dieses ist zwar hinsichtlich der Ausstattung und der Klangqualität etwas besser, kostet aber eben auch mehr.

Unser Fazit:
Sternbewertung 4,5 / 5
Pro
  • ordentlicher Stimmenklang
  • preiswert
  • praktisches Gehäuse
Contra
  • Befestigung des Schaumstoffs
Artikelbild
Shure MV7X Test
Für 143,00€ bei
Shure_MV7X-10 Bild
Features & Spezifikationen
  • Tauchspulenmikrofon
  • Anschluss: XLR (micro-B)
  • Nierencharakteristik
  • Frequenzgang 50 Hz – 16 kHz
  • Empfindlichkeit: 1,78 mV/Pa
  • Impedanz: 252 Ohm
  • Gewicht: 550 Gramm
  • Preis: € 169,– (Straßenpreis am 8.11.2021)
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von Nick Mavridis

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