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the t.bone MB 7 Beta Test

Nicht erst seit der Pandemie scheint alle Welt zuhause vor Computern zu sitzen und Sprache aufzunehmen. Ob nun für den Fernunterricht und bei Skype-/Zoom-Meetings, beim Erstellen von Podcasts, Videocasts und natürlich ganz klassisch für Radio-Broadcast: Die Nachfrage nach Mikrofonen, die die Stimme in sendefähiger Qualität aufnehmen, ist ungebrochen hoch.

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Mit dem t.bone MB 7 Beta ist nun ein Mikro erhältlich, welches für genau diesen Zweck entwickelt wurde – und mit eindeutigem Broadcast-Design und nur zweistelligem Preisschild um Käufer wirbt. Natürlich ist das eine Betrachtung wert!

Details

Ein Bügel und eine Sieben

In der Tontechnik ist es üblich, Produkte mittels ihrer Erscheinungsform und durch die Nutzung von bekannten Zahlen-Buchstaben-Kombinationen in die Nähe von bekannten Klassikern zu rücken. Eines der wichtigsten Sprechermikrofone ist zweifelsohne das Shure SM7B. Dieses Tauchspulenmikrofon, welches sich mit SM58, SM57, 545SD, 55 und anderen Shure-Mikros die Unidyne-III-Kapsel teilt, nutzt ebenfalls eine Bügelaufhängung, weil es urspünglich oft kopfüber an Tischstativen oder Mikrofonarmen befestigt wurde. Das t.bone MB 7 Beta erscheint äußerlich entfernt verwandt, die Sieben im Namen ist wohl nicht zufällig gewählt. Allerdings wirkt das MB 7 Beta nicht so bullig wie das Shure SM7B. Der XLR-Anschluss für das Mikrofonkabel befindet sich beim MB 7 Beta im Gegensatz zum SM7B mittig auf der Rückplatte.

Fotostrecke: 3 Bilder Vor allem Broadcastmikrofone besitzen oft eine praktische Bügelhalterung – das MB 7 Beta auch.
Fotostrecke

Tauchspule/Niere

Eine Tauchspulenkapsel bildet das Herzstück des Mikrofons, denn hier wird Schall in Spannung gewandelt. Die Kapsel funktioniert dadurch, dass an der für Luftbewegungen empfindlichen Membran wie bei den meisten Lautsprechertreibern eine Schwingspule angeklebt ist, die in einen Topfmagnet eintaucht und im sich ändernden Magnetfeld durch Induktion die Spannung erzeugt. Anders als Kondensatorkapseln trägt die im t.bone MB 7 Beta verbaute Membran geringfügig mehr Gewicht mit sich herum, was die Detailliertheit und die Höhenwiedergabe ein wenig beeinträchtigt. Im Falle dieses Mikrofons fällt das nicht sehr ins Gewicht, wenn man einen Blick auf die Daten wirft: Der numerische Frequenzgang wird mit 20 Hz bis 20 kHz angegeben, was dem gesamten vom Menschen hörbaren Spektrum entspricht, der Blick in die aussagekräftigere grafische Darstellung offenbart sogar einen signifikanten Boost bei 12 kHz, was aufgrund der Logarithmik unseres Tonhöhenempfindens schon „ganz hoch“ ist. Sprachverständlichkeit  ist auch hervorragend mit Mikrofonen gegeben, die nur bis 5 kHz aufnehmen können, eine Anhebung dort oben ist im Wesentlichen für klare Konsonanten und Luftigkeit im Signal verantwortlich.

Die Kapsel besitzt die feste Richtcharakteristik Niere, was schlichtweg bedeutet, dass das Mikrofon wie die meisten von vorne am empfindlichsten und von der Rückseite am unempfindlichsten ist. Als „Front-Fire“-Mikrofon ist „vorne“ übrigens anders als bei den meisten Großmembran-Kondensatormikrofonen die runde Zylinderfront. Möglichkeiten, durch Schaltfunktionen auf die Ausgabe des Mikrofons Einfluss zu nehmen, gibt es nicht. Möchte mann beispielsweise den Bass beschränken, sollte also das Hochpassfilter am Vorverstärker oder im Aufnahmesystem aktiviert werden. Vor Körperschallübertragungen und Plopps muss man sich wohl weniger fürchten, denn laut Angaben ist die Kapsel vibrationsarm gelagert und die Einsprechöffnung ist gegen Schallfronten gefeit, die das System kurzfristig überlasten und zu den gefürchteten Plopps führen könnte.

Von hier hineinsprechen ist verkehrt: Das t.bone MB 7 Beta ist ein "Front-Fire"-Mikrofon.
Von hier hineinsprechen ist verkehrt: Das t.bone MB 7 Beta ist ein “Front-Fire”-Mikrofon.

Empfindlichkeit im Normbereich

Mit 1,41 mV/Pa ist the t.bone MB 7 Beta nicht außergewöhnlich empfindlich, sondern liegt im absoluten Normbereich. Hohe Pegel sind für Mikrofone dieses Bautyps so gut wie immer problemlos, wodurch das Mikro auch zur Aufnahme eines Gitarrenverstärkers oder in der Bassdrum sein Tagewerk verrichten kann. Die Ausgangsimpedanz ist mit 320 Ohm ein wenig höher als die vieler anderer Mikrofone, doch in der Praxis zeigt sich, dass dies kein starken Auswirkungen hat. Es ist eher so, dass die Auswirkungen von an manchen Preamps verfügbaren Impedanzwahlschaltern hier stärkere Klangwahlmöglichkeiten erlauben.

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Profilbild von HM

HM sagt:

#1 - 15.09.2020 um 11:33 Uhr

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Hallo und danke für den tollen Test! Hast du das Mikrofon zufällig auch mal in den anderen "typischen" SM7B-Situationen getestet: Git- oder Bassamp, Bassdrum, Snare, usw.
Vielleicht kannst du da ja noch etwas hier in den Kommentaren ergänzen.
Danke für deine tollen Test - bitte weiter so!

    Profilbild von Nick (Redaktion Recording)

    Nick (Redaktion Recording) sagt:

    #1.1 - 15.09.2020 um 13:24 Uhr

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    Hallo HM,danke zurück!Ja, ich hatte es an einem verzerrten Amp (Hiwatt/WEM Starfinder) und einem cleanen (Magnatone Twilighter) benutzt, zudem mit Taschentrompete und Altsaxophon, aber nicht am Bassamp oder an Drums. Kurz: Klangqualität hoch, im Vergleich zu SM7B etwas weniger Pfund, besonders bei cleanen Sounds und dem Gebläse etwas weniger Auflösung als etwa mit RE20 oder MD421. In jedem Fall aber eine gelungene Alternative zu anderen Dynamikern, gerade vor dem Speaker.Und überredet: Ich mache weiter so. :-DBeste Grüße
    Nick

Profilbild von Michael Krause

Michael Krause sagt:

#2 - 21.10.2020 um 11:28 Uhr

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Hallo, wir können dieses Testergebnis nicht nach empfinden sind doch sehr überrascht das dafür 4,5 Sterne vergeben werden. Wir sind ein privater Radiosender im kulturellen Bereich und haben das Mikrofon ausgiebig getestet zu dritt (2 Männer, 1 Frau), wir haben unterschiedliche Stimmfarben. Das Mikrofon wurde an folgende Mischpulten und Audio Interface angeschlossen: Rode Rodecaster Pro, D&R Airmate und am Arturia AudioFuse Studio und ausgiebig getestet in neutraler Einstellung ohne EQ usw.. Desweiteren wurde es mit folgenden Mikrofonen verglichen: EV RE20, EV RE320, Neumann BCM 705 u. BCM 104, Rode Broadcaster, Rode Procaster, Rode Podmic und Sontronics Procaster Pro. An den Neumann BCM104 (4,5 Sterne) und den EV RE20 (5 Sterne) kommt es um Lichtjahre nicht ran, bei den Neumann BCM 705 , EV RE320 (4,5 Sterne) und Rode Broadcaster ist es auch ein großer Abstand. Rode Procaster (4,5 Sterne) liegt auch vorm getesteten Mikrofon mit kleinen Abstand. Mit dem Podmic kann es bei der weiblichen Stimme gleich setzen aber bei den männlichen Stimmen ist das Podmic knapp vorne. Nur gegen das Sontronics (4,5 Sterne) ist das T.Bone minimal besser entscheident der Pop- und den Zischlauten, allerdings haben wir bei beiden Mikrofonen zuzüglich ein Popschutz nutzen müssen. Das T.Bone und das Sontornics müssten im Gegensatz zu den anderen Mikrofonen max. nur 3 Sterne erhalten weil beide qualitativ schlechter sind. Die Sternebewertungen in Klammern gesetzt sind Bewertungen von Bonedoteste.

    Profilbild von Nick (Redaktion Recording)

    Nick (Redaktion Recording) sagt:

    #2.1 - 21.10.2020 um 12:36 Uhr

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    Hallo Michael,ja, was bei den letztlichen Bewertungen der Tests hier immer mit ausschlaggebend ist, ist der Preis des Produkts. RE20, BCM 705 und SM7B sind beispielsweise hervorragende Mikrofone, kosten aber rund das Vierfache des MB 7 Beta. Auch das Rode Broadcaster (kapazitiv) ist in dieser Preisregion, das BCM 104 kostet sogar fast das Zehnfache. Da passt es auch ins Bild, dass das Sontronics (ungefähr gleicher Preis) auch qualitativ im gleichen Rahmen liegt. Insofern sind die Gefüge von Qualität und Preisgestaltung so, wie man sie erwarten würde. Das Fazit greift diese Thematik ja noch explizit auf: Wenn man einhundert Euro zur Verfügung hat, ist das MB 7 Beta eine gute Wahl. Wenn der Umstand, dass wir den Preis nicht außen vor lassen, nicht ganz deutlich wird, dann tut mir das leid, vielleicht können wir das zukünftig plakativer gestalten. Insofern danke für den Input!Beste Grüße
    Nick Mavridis (Redaktion Recording)

    Antwort auf #2 von Michael Krause

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