Test: Orange Outlowd ES60 und ES3 – Wie klingt der Ed Sheeran Akustik-Amp?

Die Orange Outlowd Akustik-Amp-Serie wurde in Zusammenarbeit mit Ed Sheeran entwickelt und umfasst drei Verstärkermodelle mit unterschiedlichen Ausstattungs- und Leistungsmerkmalen. Der ES60 und der ES3 richten sich speziell an Singer-Songwriter, die gerne im öffentlichen Raum performen, und können bis zu 12 Stunden per Akku betrieben werden. Während der ES3 als ultrakompakter Mini-Amp konzipiert ist, gilt der ES60 mit seinen 60 Watt als Allrounder mit zwei unabhängigen Kanälen für Gitarre und Gesang.

Orange Outlowd ES60 Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • durchweg gute Soundqualität
  • ausgezeichnet klingender DI-Output (ES60)
  • parametrisches Mittenband (ES60)
  • erstaunliche Leistung und Klangfülle (ES3)
Contra
  • Potis schlecht ablesbar (ES60)

Orange Outlowd ES60 und ES3 – Das Wichtigste in Kürze

  • Welche Features bieten die beiden Amps? Der ES60 hat eine Leistung von 60 Watt, verfügt über zwei unabhängige Kanäle und kommt im Gigbag. Der einkanalige ES3 kann über zwei Pins an einem Gurt befestigt werden und liefert 3 Watt. Beide Verstärker haben einen integrierten Hall und eine Bluetooth-Funktion.      
  • Wie werden die Akkus geladen? Während der ES60 über ein mitgeliefertes 19,5-V-Netzteil geladen wird, erfolgt die Stromzufuhr beim ES3 über ein herkömmliches Handy-Ladegerät (USB-C). Die Aufladezeit beträgt 3 (ES3) bzw. 6 Stunden (ES60). 
  • Wie viel wiegen die Verstärker? Der ES60 wiegt etwas unter 7,5 kg und der ES3 bringt rund 1,4 kg auf die Waage.  
  • Was sagt der Test? Der ES60 präsentiert sich als hochwertig klingender und praxisgerecht ausgestatteter Akustikverstärker für Outdoor- und Indoor-Anwendungen. Besonders flexibel zeigt sich die integrierte Klangregelung mit ihrem parametrischen Mittenband. Der kleine ES3 überrascht im Test trotz Kleinstformat mit erstaunlich ausgewachsenen Klangeigenschaften.    

Orange Outlowd ES60 – Features und Ausstattung im Detail

Der ES60 sitzt in einem nach hinten abgeschrägten (B × H × T) 36 × 27,5 × 23 cm großen Gehäuse mit integriertem 8-Zoll-Lautsprecher und kommt mit einem hochwertigen Gigbag inkl. Zubehörtaschen. Beide Kanäle haben separate Lautstärkeregler (Gain bzw. Volume), ein Poti für die Intensität des integrierten Halls (Reverb) und eine 3-Band-Klangregelung aus Bass, Mitten und Höhen (Bass, Middle, Treble). Die exakte Frequenz des Mittenbandes kann dabei in einem Bereich von 70 Hz bis 1,3 kHz (Instr.) bzw. 300 Hz bis 3,4 kHz (Mic.) angehoben oder gesenkt werden. Zusätzlich bestimmt im Instrumentenkanal das Q-Poti zusätzlich die Breite des Frequenzbereiches (Filtergüte), während der Mikrofonkanal einen schaltbaren Hochpassfilter und eine Phantomspeisung (+48 V) bereithält.

Welche Anschlüsse hat der ES60?

Neben den Eingängen für den Instrumentenkanal (Klinke) und den Mikrofonkanal (XLR/Klinke-Combi) verfügt der ES60 auf der Oberseite über zwei Stereo-Miniklinkenbuchsen für externe Audioquellen (Aux In) und den Betrieb per Kopfhörer (Phones). Auf der Rückseite können außerdem externe Effekte über einen Einschleifweg (Send, Return) integriert und ein symmetrisches DI-Signal via XLR abgegriffen werden. Auch der Anschluss für das mitgelieferte Netzteil und der Power-Switch sind auf der Rückseite zu finden.       

Fotostrecke: 4 Bilder Der zweikanalige Orange Outlowd ES60 kommt im Gigbag…

Was kann der kleine Bruder?

Der Outlowd ES3 lässt sich mit seinen Maßen von (B × H × T) 160 × 140 × 125 mm bequem mit einer Hand fassen und findet mit seinen zwei Gurtpins an einem mitgelieferten Lederriemen oder einem Gitarrengurt Platz. Der Mini-Akustik-Amp arbeitet mit einem 4-Zoll-Lautsprecher und bietet lediglich drei Potis für die Lautstärke/Inbetriebnahme (Volume), die Klangregelung (Shape) und den Hall (Reverb). Externe Audioquellen werden hier ausschließlich via Bluetooth übertragen und als Input steht eine Klinkenbuchse bereit.  

Fotostrecke: 3 Bilder Der äußerst kompakte Orange Outlowd ES 3…

So werden die Orange-Akustikverstärker getestet

Für den Praxistest kommen eine Furch Dreadnought-Gitarre mit L.R.Baggs Element Stage Pro Tonabnehmer und eine Valdez-Konzertgitarre mit Fishman Clásica M Pickup zum Einsatz. Da nur der ES60 über einen DI-Output verfügt, werden bis auf den Speaker-Shootout alle Audiofiles über den 60-Watt-Amp eingespielt. Für die Lautsprecheraufzeichnung nutze ich ein Lewitt LCT 140 Kleinmembran-Kondensatormikrofon in etwa 15 cm Abstand und als Referenz-Amp steht ein AER Alpha bereit.

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Lewitt LCT 140 AIR
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Kundenbewertung:
(77)
AER Alpha
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Wie klingen die Ed Sheeran Amps?

Der ES60 ertönt beim ersten Soundcheck mit einem erfreulich voluminösen und weichen Klangbild, dessen Lautstärkereserven für Street-Performances und kleine Clubs/Kneipen locker ausreichen dürften. Etwas unterrepräsentiert wirken auf den ersten Blick die hohen Frequenzen, die sich bei Bedarf aber über die umfangreiche EQ-Sektion gut nachregeln lassen. Wer den ES60 an eine PA oder ein Recording-Interface anschließen möchte, kann dies über den sehr gut klingenden DI-Output tun, dessen Signal hinter dem Reverb, aber vor dem Master-Volume abgegriffen wird. So kann der ES60 auch problemlos für Silent-Recording-Zwecke genutzt werden.

Einen großen Mehrwert gegenüber anderen Akustik-Amps in dieser Preisklasse bildet das (semi-)parametrische Mittenband. Hier lassen sich im Handumdrehen nicht nur problematische Feedback-Frequenzen unterdrücken, sondern auch feinste Eingriffe in das Klangbild vornehmen. Abstriche muss man dafür bei der Effektsektion machen, die mit nur einem, dafür aber hochwertig klingenden Reverb-Algorithmus auskommt.

Ein kleines Ärgernis stellen in meinen Augen die Poti-Markierungen dar, die durch die Schrägstellung des Bedienfeldes von den Knöpfen verdeckt werden. Hier sollte man in Zukunft vielleicht auf das besser ablesbare Poti-Knopfmodell des ES3 umsteigen, der sich im Praxistest als echte Überraschung entpuppt. Wer bei dem Hosentaschen-Amp an einen Gimmick-Artikel im Stile des Marshall MS-2 denkt, hat sich gehörig getäuscht. Denn der ES3 überzeugt mit einem erstaunlich erwachsenen, lauten und ausgewogenen Klangbild. Für den Heimbedarf oder kleine private Anlässe stellt der kleine orangefarbene Akustikwürfel in meinen Augen eine echte Option dar.

So klingt der Orange ES60 mit Dreadnought und Konzertgitarre

Wir starten den Praxisteil mit der Dreadnought und einem Direktvergleich zwischen dem DI-Out-Signal und dem abgenommenen Speaker des ES60 mit allen Potis in der 12-Uhr-Stellung.

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ES60, Dreadnought DI-Out ES60, Dreadnought Speaker

Weiter geht es mit der Konzertgitarre und einem Überblick über den Regelweg des Reverb-Potis. Auch hier befinden sich alle EQ-Potis im Bereich der 12-Uhr-Stellung.

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ES60, Konzertgitarre DI-Out, Reverb 9/12/15/max

Beim Speaker-Sound punktet der Mini-Amp

Für einen Vergleich des Speaker-Sounds hören wir nun dasselbe Loop nacheinander über alle drei Verstärker, mit dem Mikrofon im gleichen Abstand zum jeweiligen Lautsprecher. Auch wenn sich Fullrange-Systeme nur sehr schwer per Mikrofon einfangen lassen, kann man doch zumindest grobe Rückschlüsse auf den Klang der Lautsprecher ziehen. Wie oben schon erwähnt, liefert der ES3 hier in meinen Ohren die größte Überraschung, während es dem ES60 im Vergleich zum AER Alpha ein wenig an Brillanz fehlt.

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Speaker-Shootout, ES60 → ES3 → AER Alpha

Abschließend hören wir noch den Einfluss des parametrischen Mittenbandes in vier unterschiedlichen Mid-Freq-Settings, einmal als Mid-Cut mit breiter Filtergüte und danach als Mid-Boost mit schmaler Filtergüte.

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ES60, Konzertgitarre DI-Out, Mid-Cut-Optionen ES60, Dreadnought DI-Out, Mid-Boost-Optionen

Fazit

Mit dem ES60 bringen Orange und Ed Sheeran einen hochwertig klingenden Akustikverstärker mit ausreichenden Akku- und Leistungsreserven für kleinere Indoor- und Outdoor-Gigs auf den Markt. Neben seiner kompakten Bauweise und dem sehr gut klingenden DI-Output überzeugt der Amp vor allem mit seiner äußerst flexiblen EQ-Sektion. Dank eines (semi-)parametrischen Mittenbandes lassen sich feinste Eingriffe in den Klang vornehmen oder problematische Feedback-Frequenzen unterdrücken. Etwas ärgerlich sind beim ES60 die wegen der schrägen Positionierung verdeckten Potimarkierungen. 

Hier kann der kleine ES3 als Vorbild dienen, der sich auch sonst als Überraschung entpuppt. Denn gemessen an seiner Größe und Leistung erzeugt der Mini-Amp erstaunlich ausgewachsene und wohlklingende Sounds. Ihn sollte man als ernst zu nehmende Lösung für private Anlässe und den Heimbedarf definitiv auf dem Zettel haben! 

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Outlowd ES60 Ed Sheeran
Für 599,00€ bei
  • Hersteller: Orange
  • Modell: Outlowd ES60 und Outloud ES3
  • Typ: Akustikverstärker
  • Herstellungsland: China
  • Anschlüsse: ES60: Input Guitar Channel, Input Mic Channel, Aux In, Phones, Send, Return, Bal. Out, Netzteil
  • ES3: Input, USB
  • Regler/Schalter: ES60: Reverb, Bass, Mid-Freq, Q, Middle, Treble, Gain, Volume, Master, HPF, Phantom Power, Bluetooth-Pairing, Gnd/Lift
  • ES3: Volume, Reverb, Shape, Bluetooth-Pairing
  • Stromversorgung: 19,5-V-Netzteil (ES60) | USB-C-Ladegerät (ES3)
  • Akku Ladezeit/Spielzeit: 6 h/12 h (ES60) | 3 h/12 h (ES3)
  • Abmessungen (B × H × T): 36 × 27,5 × 23 cm (ES60) | 160 × 140 × 125 mm (ES3)
  • Gewicht: 7,4 kg (ES60) | 1,4 kg (ES3)
  • Ladenpreise: ES60 599,00 Euro | ES3 179,00 Euro (Juli 2026)

Herstellerseite: https://orangeamps.com/

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