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Kaufberatung Gitarren für Kinder – Welche Gitarre passt zu meinem Kind?

Unser Kindergitarren-Kaufberater hilft bei der Wahl der richtigen Gitarre für den Nachwuchs. Ob Weihnachten vor der Tür steht oder ein Geburtstagsgeschenk gefragt ist – die wenigsten von uns haben etwas dagegen, wenn der Spross musikalisch in unsere Fußstapfen tritt.

(Bild: @ Shutterstock / Africa Studio, Shutterstock / NeonShot)
(Bild: @ Shutterstock / Africa Studio, Shutterstock / NeonShot)

Inhalte

  1. Nylonsaitengitarre: bewährter Standard
  2. E-Gitarre: für junge Rocker
  3. Westerngitarre: nur für Hartgesottene
  4. Kaufberater Kindergitarren


Und nachdem wir alle Rock’n’Roller sind, muss es natürlich eine Gitarre sein. Nur: Welche ist die Richtige? Die falsche Wahl kann schließlich auch hier zum Desaster führen. Wir versorgen euch in diesem “Kaufberater Kindergitarren” mit den wichtigsten Fakten und Ratschlägen, denn die “richtige” Gitarre garantiert Freude am Musizieren und motiviert zum Spielen und Lernen.

 Kindergitarren – Quick Facts

  • Was ist eine Kindergitarre?
    Damit werden Gitarren bezeichnet, bei denen nicht nur die Mensur an einen kleinen Körper angepasst ist, sondern auch alle übrigen Abmessungen.
  • Warum ist eine kleine Gitarre wichtig für ein Kind?
    Ein zu großes Instrument zwingt den Körper zu unnatürlichen Positionen, die zu Schmerzen führen können. Außerdem gewöhnt man sich diese meist verdrehte Haltung an und muss später gegen spieltechnische Probleme kämpfen.
  • Wie gravierend sind diese Nachteile?
    Die gute Nachricht: Der kindliche Körper wird von einer zu großen Gitarre nicht dauerhaft geschädigt. Die schlechte Nachricht: Es kann lange dauern, sich Fehlhaltungen abzugewöhnen und die Verspannungen der Muskeln zu lösen.
  • Sind Kindergitarren teuer?
    Nein! Zwischen 100 und 300 Euro bekommt man perfekt passende Instrumente. · Kann ein Kind auch mit der E-Gitarre beginnen? Ja, ohne Probleme. Man sollte lediglich entsprechend weiche Saiten aufziehen (lassen).

Nylonsaiten- oder Stahlsaiten-Gitarre – welche ist besser?

Steht man vor dem Angebot eines auch nur durchschnittlich sortierten Musikinstrumentenhändlers, wird man von der schieren Menge an unterschiedlichen Gitarrentypen förmlich erschlagen. Sucht man für sich selbst ein Instrument, hat man zumindest als bonedo-Leser schon eine ungefähre Ahnung, was man möchte. Was aber ist das richtige Instrument für ein Kind? Letztlich lassen sich aber alle Fragen auf zwei herunterbrechen: welche Größe und welcher Typ?
Fangen wir mit dem Typ an, denn das ist eine Entscheidung, die auch einen ausgewachsenen Einsteiger betrifft. Sollten wir also mit einer Nylonsaitengitarre beginnen? Einer Westerngitarre? Oder gar einer E-Gitarre?

Nylonsaitengitarre: bewährter Standard

Es gibt gute Gründe, mit einer Nylonsaitengitarre zu beginnen, auch wenn dieses Instrument nicht ganz so angesagt ist wie die E-Gitarre oder die derzeit ungeheuer boomende Westerngitarre. Nylonsaiten sind dick und weich. Die Fingerkuppen können sich allmählich an den ständigen Druck der Saiten gewöhnen und nach und nach Hornhaut aufbauen. Und das Griffbrett ist breit genug, um ungeübten Fingern frustfrei Platz zu bieten.

E-Gitarre: für junge Rocker

Im Großen und Ganzen sind die Zeiten vorbei, zu denen ein musikbegeisterter Jungrocker von seinen Eltern zu hören bekommen hat, dass eine E-Gitarre nichts für den Einstieg ist. Ich denke, dass ein Kind, das unbedingt E-Gitarre spielen will, auch mit einer E-Gitarre beginnen darf und nicht den Umweg über die in seinen Augen völlig uncoole Nylonsaitengitarre nehmen muss.
Man sollte jedoch wissen, dass die Stahlsaiten einer E-Gitarre dünner sind und sich daher tiefer in die Fingerkuppen eindrücken. Das kann schmerzen! Unser Kind muss schon einen gehörigen Willen besitzen, um sich da durchzukämpfen, auch wenn die leichtesten Saiten aufgezogen sind. Wenn ich mir allerdings den 9-jährigen Jonas aus meinem unmittelbaren Umfeld ansehe, der sich mit bewunderungswürdigem Eifer durch seine Telecaster sowie durch die Nerven seiner Eltern kämpft, ist mir um die Zukunft der E-Gitarre nicht bange.

Westerngitarre: nur für Hartgesottene

Erfolgreiche Musiker wecken in vielen Fans den Wunsch, es ihnen nachzumachen – natürlich auf ähnlichen Instrumenten. Und wenn einer der erfolgreichsten Singer/Songwriter unserer Zeit, Ed Sheeran, eine Westerngitarre mit Stahlsaiten spielt, dann will man das möglicherweise auch. Hier jedoch ist Vorsicht geboten, denn Stahlsaiten für Westerngitarre sind durchweg dicker und daher stärker gespannt als die einer E-Gitarre.
Wer einen gusseisernen Willen und eine hohe Schmerzresistenz besitzt, kann sich natürlich als erste Gitarre eine Dreadnought zulegen. Ein durchschnittlicher Einsteiger, speziell, wenn es sich um ein Kind handelt, sollte von einem solchen Riesenteil Abstand nehmen – nicht umsonst hat man hier den Namen eines Kriegsschiffs gewählt! Wenn es denn eine Westerngitarre sein soll: Es gibt kleine Bauformen, die eher geeignet sind. Sie laufen üblicherweise unter der Bezeichnung “Travel Guitar”. Und so nebenbei: Auch Ed Sheeran spielt ein eher kleines Modell.

One size fits all? Von wegen!

Kinder sind kleiner als Erwachsene. Das mag eine Binsenweisheit sein, aber wenn es um Gitarren geht, vergisst man das gerne mal. Und kauft ganz selbstverständlich auch für den Einstieg eine Fullsize-Gitarre, auch wenn das Kind erst acht Jahre alt ist und nicht einmal einen Meter vierzig misst. Würde es beispielsweise Geige lernen, würde es natürlich eine Achtel-, Viertel- oder Sonstwie-Fiedel bekommen, je nachdem, wie groß es ist. Warum also nicht auch bei einer Gitarre? Die Vorteile liegen nämlich auf der Hand, während die Nachteile lediglich die finanzielle Seite betreffen könnten. Dafür muss man allerdings schon sehr geizig sein, denn eine Kindergitarre kostet deutlich weniger als beispielsweise eine Kindergeige und lässt sich bei guter Pflege auch wieder zu einem ordentlichen Kurs verkaufen.

Warum große Gitarren schlecht für Kinder sind

Gitarre spielen ist eine auch körperlich anstrengende Angelegenheit. Hier werden Muskeln benutzt und Haltungen eingenommen, die im normalen Leben nicht vorkommen – und ich spreche noch nicht einmal vom Posing auf der Rockerbühne! Wir sollten es uns also so leicht wie nur irgend möglich machen. Das gilt insbesondere für unsere Kinder, denn deren Muskeln und Knochen sind noch nicht so widerstandsfähig wie die der Erwachsenen. Fehlhaltungen führen daher zu Schmerzen, die man nur schwer wieder los wird.
Nun darf man nicht irgendeine kleine Gitarre kaufen in der Hoffnung, dass es schon irgendwie passen wird. Dabei kann man mit Angaben wie: “Eine ¼-Gitarre ist passend für einen Achtjährigen” wenig anfangen, denn weder sind alle Achtjährigen gleich groß, noch ist die Bezeichnung “¼” genormt. Von der Europäischen Vereinigung der Gitarrenlehrer (EGTA) gibt es Empfehlungen, wie groß eine Gitarre sein soll.

Aus einer Gitarre wächst man hinaus

Anders als bei Kleidung sollte man keinesfalls eine zu große Gitarre kaufen, sondern stets zum etwas kleineren Instrument greifen, auch wenn man das Gefühl hat, dass sie zu klein scheint. Man wächst also, anders als beispielsweise bei Schuhen, nicht in die Größe hinein, sondern aus ihr heraus. Die nächste Größe ist also immer erst dann fällig, wenn das Kind bereits das entsprechende Körpermaß erreicht hat.
Die Empfehlungen der EGTA beziehen sich daher auf die Abmessungen sowohl des Kindes als auch der Gitarre in Zentimetern. Dabei wird die sogenannte Mensur, also die Länge der frei schwingenden Saite, in Beziehung zur Länge des Unterarms des Kindes gesetzt. Wenn das Kind den Ellenbogen auf die Zarge der aufrecht stehenden Gitarre aufsetzt und die Außenseite des Arms an den Hals anlegt, sollte der deutlich fühlbare Knöchel des Handgelenks zwischen dem ersten und zweiten Bund liegen. Alle anderen Abmessungen der Gitarre richten sich danach. Das ist wiederum Sache der Hersteller, und deswegen vergibt die EGTA in jedem Jahr Empfehlungen für jede Gitarrengröße. In diese Empfehlung geht natürlich neben den korrekten Abmessungen auch der Klang mit ein.
In der Praxis kann man in erster Näherung die Körpergröße des Kindes heranziehen und eine dazu passende Gitarre wählen. Die folgende Tabelle dient zur ungefähren Orientierung:

Körpergröße des Kindes und die ungefähr dazu passende Mensur der Gitarre:

Körpergröße (ca.)122 cm133 cm147 cm161 cm170 cm175 cm
Mensur (ca.)440 mm480 mm530 mm580 mm630 mm650 mm

So nebenbei: Wenn man diese Tabelle zugrunde legt, könnten manche Erwachsene ebenfalls zu einer kleineren Gitarre greifen. Zwar sind deren Körperproportionen anders als die von Kindern, aber vielleicht tun sich mit einem kleineren Modell völlig neue Welten auf, und technische Schwierigkeiten sind plötzlich keine mehr!

Kaufberater Kindergitarren

Kindergitarren gibt es in den unterschiedlichsten Preiskategorien. Bei den ganz billigen Angeboten sollte man natürlich vorsichtig sein. Speziell bei diesen muss man oft mit scharfen Kanten, schlechter Einstellung und noch schlechteren Saiten rechnen. Die Gitarren, die von der EGTA empfohlen werden, liegen generell im Preisbereich um 200 Euro, aber auch darunter gibt es gute Instrumente:

Kaufempfehlung: Nylonsaitengitarren unter 150 Euro

Harley_Benton_GL-2NT_Guitarlele

Kaufempfehlung: Nylonsaitengitarren ab 150 Euro

La_Mancha_Rubinito_CM_41

Kaufempfehlung: E-Gitarren unter 150 Euro

Harley_Benton_ST-Shorty

Kaufempfehlung: E-Gitarren ab 150 Euro

Ibanez_PGMM31-WH

Kaufempfehlung: Westerngitarren unter 150 Euro

Harley_Benton_DS-10_Mini

Kaufempfehlung: Westerngitarren ab 150 Euro

Taylor_GS_Mini_Mahogany
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von Jürgen Richter

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