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Selfmade Grooves mit Rudiments #3

Unter den Ländern, die einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Schlagzeugspiels hatten, befindet sich auch eines, das nur einen Katzensprung entfernt ist: die Schweiz. Bereits im Jahr 1620 entstanden in unserem Nachbarland erste Aufzeichnungen über bestimmte Schlagfolgen. Diese werden im „Basler Trommeln“ als Grundlagen bezeichnet. In der Schweiz liegt damit der Ursprung für die Entstehung der heute bekannten Rudiments.

Bild: Shutterstock / Von: Mark Battista
Bild: Shutterstock / Von: Mark Battista

Inhalte

  1. Swiss Army Triplet auf der Snare
  2. Swiss Army Triplet mit Toms
  3. Swiss Army Triplet in Grooves
  4. FAZIT mit Songbeispiel


In den 1950er Jahren hat die National Association of Rudimental Drummers (“NARD”) 26 Übungen als „American Standard Rudiments“ festgelegt. Die „Percussive Arts Society“ fügte 1985 14 weitere Übungen hinzu, daraus ergaben sich die „40 International Drum Rudiments“. Unser Rudiment des Tages entstammt der Basler Trommelkunst und heißt „Swiss Army Triplet“.

Wie spielt man den Swiss Army Triplet?
Der Swiss Army Triplet ist eine aus drei Schlägen bestehende Figur mit der Schlagfolge R-R-L oder alternativ L-L-R, wobei der erste Schlag jeweils als Flam, also mit einem leisen Vorschlag versehen, gespielt wird. Im Unterschied zu vielen anderen Rudiments wechselt der Handsatz nicht, so dass die Dreierfigur immer mit derselben Hand begonnen wird.

Um euch das Üben so komfortabel wie eben möglich zu machen, haben wir euch die kompletten Noten des Workshops als PDF zusammengestellt, das ihr hier downloaden könnt.

Swiss Army Triplet auf der Snare

Bevor ihr mit dem Swiss Army Triplet loslegt, solltet ihr Double Strokes spielen können, da unser Rudiment aus Flam, Double- und Single Stroke besteht. Das Triplet hat drei Hauptschläge, wobei der erste Schlag ein Flam ist, der mit der linken Hand gespielt wird. Flam bedeutet: Ihr spielt kurz vor dem Hauptschlag einen leisen Vorschlag.
Einen kleinen Spieltipp habe ich noch: Holt beim Vorschlag weniger aus als beim Hauptschlag. Startet aber mit beiden Sticks zur gleichen Zeit, dann entsteht automatisch ein zeitlicher Versatz. Erster und zweiter Hauptschlag ist ein Double Stroke mit der rechten Hand, danach ein Single Stroke mit der linken Hand.

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Beispiel 1

Damit ihr das Rudiment auch in binären Grooves und Fills, also in auf Achtel- und Sechzehntel-basierter Musik einsetzten könnt, gibt es hier eine Vorübung, in der das Rudiment als Sechzehntelnoten gespielt wird.

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Beispiel 2

Swiss Army Triplet mit Toms

Verteilt das Pattern auf alle Trommeln. Das erste Swiss Army Triplet kommt auf die Snare, danach geht es auf die Toms.

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Beispiel 3

Swiss Army Triplet in Grooves

Mit Hilfe des Triplets der eidgenössischen Armee lassen sich neben Fills auch Grooves bauen. In folgenden zweitaktigen Pattern wird das Rudiment so verteilt, dass die rechte Hand auf Hi-Hat und Snare und die linke Hand nur auf die Snare schlägt. Im zweiten Takt beginnt ihr das Triplet auf der Zählzeit Drei.

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Beispiel 4

Der nächste Groove ist dem Stil von „Seeed“ und „Peter Fox“ nachempfunden und damit ein Dub- und Dancehall-Groove. Er besteht ausschließlich aus einer Aneinanderreihung von Swiss Army Triplets.

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Beispiel 5

Im folgenden Groove wird der Swiss Army Triplet als Sechstole gespielt, doch zunächst gibt es dazu eine Vorübung.

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Beispiel 6

Hier ist der komplette Groove, bei dem ihr im zweiten Takt auf der Zählzeit Drei einen Swiss Army Triplet spielt.


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Beispiel 7

Fazit

Das Swiss Army Triplet wird euer Schlagzeugspiel in einer Band bereichern. Mit ihm lassen sich Fills und Grooves bauen, die ihr in verschiedenen Stilen einsetzen könnt. Mit etwas Kreativität könnt ihr aus einer einzigen Schlagfolge eine Menge Musik machen: Lasst euch weitere Verteilungen auf dem Set einfallen! Und nicht vergessen: Wer hat ́s erfunden? Die Schweizer!
Zum Schluss hört ihr den Swiss Army Triplet noch einmal im Band-Kontext:

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Swiss Army Triplet im Funk-Kontext

Weitere interessante Inhalte:

Der Traditional Grip – ein Auslaufmodell? – Vor- und Nachteile der traditionellen Stockhaltung 
Warm-Up am Schlagzeug – Tipps zum Thema “Aufwärmen vor dem Gig”
Schlagzeugtechnik im Video-Tutorial – Die richtigen Hand- und Fußtechniken

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Bild: Shutterstock / Von: Mark Battista

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von David Pätsch

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