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Selfmade Grooves mit Rudiments #1

Schaut man sich die internationale Drummer-Szene näher an, dann fällt auf, dass ein großer Teil der wirklich bedeutenden und einflussreichen Künstler in den USA beheimatet ist. Einer der Gründe dafür scheint zu sein, dass dort bereits in der Schule Kindern und Jugendlichen die Gelegenheit gegeben wird, in sogenannten Drumcorps (Percussiongruppen) das Trommeln zu erlernen. Hier lernen die Schüler vor allem Rudiments und damit genau das, was die Basis für einen guten Schlagzeuger ausmacht.

Bild: Shutterstock / Von: Mark Battista
Bild: Shutterstock / Von: Mark Battista

Inhalte

  1. Single Paradiddle auf der Snare
  2. Single Paradiddle mit Toms
  3. Single Paradiddle mit Beckenakzenten
  4. Single Paradiddle mit Toms und Beckenakzenten
  5. Single Paradiddle mit verschiedenen Notenwerten
  6. FAZIT mit Songbeispiel

   
Eines dieser Rudiments ist der Single Paradiddle, mit dem wir uns im ersten Teil meines Workshops beschäftigen wollen. Schon mit diesem relativ einfachen Tool lassen sich interessante Fills bauen.

Wie spielt man den Single Paradiddle?
Der Paradiddle besteht in seiner Grundform aus zwei alternierenden Einzelschlägen (Single Strokes), gefolgt von einem Doppelschlag (Double Stroke), danach kehrt sich das Pattern um. Diese Schlagfolge ist sehr vielseitig auf dem Drumset einsetzbar, sowohl für Fills als auch für Grooves und eignet sich durch den nach vier Schlägen wechselnden Handsatz auch hervorragend für ein gleichmäßiges Trainieren beider Hände am Übungspad.
Die vier gängigsten Paradiddle-Handsätze sind:
RLRR LRLL / RLLR LRRL / RRLR LLRL / RLRL LRLR
In diesem Workshop befassen wir uns mit der zweiten Variante des Single Paradiddle.

Single Paradiddle auf der Snare

Der Paradiddle sollte erst auf der Snare geübt werden, weil dann die folgenden Übungen leichter fallen. Dabei kommt eine Variation des Single Paradiddles zum Einsatz, bei dem der Double Stroke in der Mitte liegt. Der Handsatz ist RLLRLRRL (R=rechte Hand, L=linke Hand). Das Pattern ist acht Schläge lang, deshalb habe ich alles als 16tel im 2/4tel Takt notiert.

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Beispiel 1

Alle Single-Strokes sollten akzentuiert gespielt werden und die Double Strokes richtig leise, dann klingt das Ergebnis noch besser. Es gilt: Für unbetonte Schläge wenig ausholen, für betonte Schläge richtig weit ausholen.

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Beispiel 2

Single Paradiddle mit Toms

Beim Übertragen des Single Strokes auf das Drumset werden die ersten drei Schläge auf der Snare gespielt, der vierte Schlag geht auf das Floortom. Dann geht’s für die nächsten drei Schläge wieder zurück auf die Snare, und für den letzten Schlag muss dann das Racktom herhalten. Die Akzentuierungen müssen herausgearbeitet werden – sie können sich in der Lautstärke sehr von den unakzentuierten Schlägen unterscheiden. Wichtig ist natürlich auch die Kontrolle des korrekten Handsatzes!
Und nun das Ganze in der Praxis: Rock und Popmusik ist oft im 4/4tel Takt geschrieben, genau wie die folgenden Fills:

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Beispiel 3

Single Paradiddle mit Beckenakzenten

In der nächsten Übung werden die Toms durch Beckenschläge ersetzt. Und um dem Ganzen den nötigen Kick zu geben, sollte parallel dazu die Bassdrum betätigt werden.

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Beispiel 4

Single Paradiddle mit Toms und Beckenakzenten

Jetzt gibt’s Toms und Becken in Kombination, und zwar zweimal Toms und danach zweimal Becken.

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Beispiel 5

TIPP: Ruhig auch andere Kombinationen ausprobieren, zum Beispiel ein Schlag auf das Tom, danach auf das Cymbal, oder erst ein Beckenschlag und danach ein Schlag auf das Tom.

Single Paradiddle mit verschiedenen Notenwerten

Wichtig ist, alle Rudiments als Achtel, Achteltriolen, Sechzehntel und Sechstolen (der Kenner spricht hier von Subdivisions) zu üben. Welchem Zweck dient das? Na, ganz einfach: Nur so ist man für die verschiedensten Songtempi optimal gerüstet. Ist das Tempo zu schnell für ein Fill aus Sechstolen, spielt man eben Sechzehntel. Und falls das Tempo zu langsam für Sechzehntel ist, kommen Sechstolen zum Einsatz. Diesem Zweck dient auch das Pattern in Achteln und Achteltriolen. Besonders anspruchsvoll, aber auch äußerst sinnvoll ist es, die Viertel in der Hi-Hat mitzutreten, um den Mitmusikern zu zeigen, wo die Time ist.
Hier eine Übung mit unserem Pattern in verschiedenen Notenwerten:

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Beispiel 6

Interessante Ergebnisse erzeugt der Wechsel von einem Notenwert zu einem anderen während des Fills. Das geschieht auf dem Beat (Zählzeit 1, 2, 3, 4) oder am Ende des Paradiddles.

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Beispiel 7

FAZIT

Vielfalt ist alles! Wer sich mit der Materie beschäftigt, wird sich schnell eigene, neue Fills erarbeiten und sie nach einigem Training auch im Bandkontext in den unterschiedlichsten Geschwindigkeiten anwenden können. Das Drumming wird vielfältiger und das Vokabular reicher, denn der Single Paradiddle ist und bleibt eine Ideenmaschine!
Zum Schluss hört ihr den Single Paradiddle noch einmal im Band-Kontext:

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Single Paradiddle im Rock-Kontext

Weitere interessante Inhalte:

Der Traditional Grip – ein Auslaufmodell? – Vor- und Nachteile der traditionellen Stockhaltung 
Warm-Up am Schlagzeug – Tipps zum Thema “Aufwärmen vor dem Gig”
Schlagzeugtechnik im Video-Tutorial – Die richtigen Hand- und Fußtechniken

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Bild: Shutterstock / Von: Mark Battista

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von David Pätsch

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