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Neues Mittel gegen Albträume: Dieser Klavier-Akkord führt zu besseren Träumen

Eine interessante Studie in der Schlafforschung wurde in ‘Current Biology’ veröffentlicht. Demnach hilft ein beruhigender Piano-Akkord gegen Albträume.

© Javier Peñas

Halloween ist vorbei, aber der nächste Vollmond kommt bestimmt. Ob die Mondphasen Einfluss auf den Schlaf haben, ist in der Wissenschaft umstritten. 2013 sorgte allerdings eine Studie von Christian Cajochen für Aufsehen, der durchaus einen Zusammenhang erkannte. Aber unabhängig von Vollmond oder dem Gruselfilm vorm Einschlafen – Albträume haben wir alle hin und wieder.

Dagegen kann laut einer Studie der Universität Genf der Klavier-Akkord “C69” helfen. Das ist ein C-Dur-Dreiklang (C, E, G) mit der sechsten und neunten Note (A und D) darüber. “Dank dieser neuen Therapie nahmen die Albträume der Patienten deutlich ab und ihre positiven Träume zu”, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Zusammenfassung der Studie, die in Current Biology veröffentlicht wurde.

So lief die Studie ab

Ingesamt beobachteten die Forscher 36 Personen die unter Albträumen litten. Diese wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Bei beiden Gruppen wurde die so genannte “Imagery Rehearsal Therapy” (IRT)-Methode eingesetzt. Bei dieser Methode werden die Teilnehmer aufgefordert, ihre quälendsten und häufigsten Albträume mit einem glücklichen Ende umzuschreiben und dann zu “proben”, indem sie sich diese umgeschriebene Geschichte selbst erzählen. Damit soll die neue Version den alten Albtraum im Gehirn “überschreiben”. Diese Behandlung hat sich in früheren Studien als wirksam erwiesen.

Die Methode wurde mit einer anderen Methode kombiniert. Im Jahr 2010 gab es eine Studie zur Reaktivierung von Gehirnarealen durch Klänge. Falls Menschen einen bestimmten Reiz mit einem Klang assoziierten, wurde die Erinnerung an diesen Reiz beim Abspielen des Klangs auch im Schlaf geweckt. Das wird als “Targeted Memory Reactivation” (TMR) bezeichnet. Diese TMR-Methode wurde bei einer der beiden Gruppen zusätzlich angewandt, wodurch eine Verbindung zwischen einer positiven Version ihrer Albträume und einem Geräusch hergestellt wurde.

“Wir haben die Patienten gebeten, sich positive Alternativszenarien zu ihren Albträumen vorzustellen”, erklärt Sophie Schwartz, ordentliche Professorin in der Abteilung für grundlegende Neurowissenschaften an der medizinischen Fakultät der UNIGE und am Schweizer Zentrum für Affektive Wissenschaften. “Eine der beiden Patientengruppen führte diese Übung jedoch durch, während alle zehn Sekunden ein Ton – ein Klavierakkord in Dur [C69] – gespielt wurde. Das Ziel war, dass dieser Klang mit dem vorgestellten positiven Szenario assoziiert wird. “Auf diese Weise war es wahrscheinlicher, dass der Klang, wenn er erneut abgespielt wurde, nun aber im Schlaf, eine positive Erinnerung im Traum reaktivierte”, sagt Schwartz.

Die andere Hälfte diente als Kontrollgruppe. Die Gruppen wurden nach zwei Wochen mit zusätzlichen Tagebucheinträgen und dann erneut nach drei Monaten ohne jegliche Behandlung bewertet.

© Mikhail Nilov

Die Ergebnisse der Studie

Nach drei Wochen verzeichneten die Teilnehmer beider Gruppen einen Rückgang der Albtraumhäufigkeit, aber in der Gruppe, die die TMR-Therapie erhielt, waren die Ergebnisse noch ausgeprägter. Die Mitglieder der TMR-Gruppe hatten auch eine größere Anzahl positiver Träume.

Zu Beginn der Studie hatte die Kontrollgruppe im Durchschnitt 2,58 Albträume pro Woche, während die TMR-Gruppe durchschnittlich 2,94 Albträume pro Woche hatte. Am Ende der Studie war die Kontrollgruppe auf 1,02 wöchentliche Albträume gesunken, während die TMR-Gruppe nur noch 0,19 Albträume pro Woche hatte. Noch vielversprechender war, dass die TMR-Gruppe von einer Zunahme der glücklichen Träume berichtete.

Bei der dreimonatigen Nachuntersuchung waren die Albträume in beiden Gruppen leicht angestiegen, auf 1,48 bzw. 0,33 pro Woche. Dies ist jedoch immer noch eine beeindruckende Verringerung der Häufigkeit von Albträumen, so die Forscher, was darauf hindeutet, dass der Einsatz von TMR zur Unterstützung der IRT zu einer wirksameren Behandlung führt.

“Die Ergebnisse der Therapiekopplung müssen zwar noch wiederholt werden, bevor diese Methode auf breiter Basis angewandt werden kann, aber alles deutet darauf hin, dass es sich um eine besonders wirksame neue Behandlung für die Albtraumstörung handelt”, bilanziert Forschungsleiter Lampros Perogamvros.

Die vielversprechenden Studienergebnisse lassen auf eine hohe Wirksamkeit bei einer Kombination der TMR- und IRT-Methode schließen. Dabei ist der eigentliche Piano-Akkord wohl gar nicht das entscheidende Element und es würde wohl auch mit anderen Klängen funktionieren. Dennoch wollen wir den Klang aus der Studie nicht vorenthalten:

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von Mathias Walter

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Tahome Izwah sagt:

#1 - 08.11.2022 um 06:42 Uhr

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Cool vor allem auch dass eine der Autorinnen der zitierten Studie über Mondphasen und Schlaf "Vera Knoblauch" heisst.

Kommentare vorhanden
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