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Studie: Hetero-Männer spielen harten Metal nicht um Frauen, sondern um andere Männer zu imponieren

Die Bühne ist laut John Lennon der schnellste Weg, um in Kontakt mit Frauen zu treten. Naja, zumindest wenn man nicht ‘Extreme Metal’ spielt.

© S.Bollmann

“Wenn du anfängst [berühmt zu werden], hast du keine Ahnung, dass die Leute mit dir schlafen wollen, weil du auf der Bühne stehst”, sagte Bruce Dickinson neulich in seinem Podcast. Diese Erkenntnis ist anderen Musikern sicher schon etwas früher gekommen. Es ist kein Geheimnis, dass sich viele Männer mehr Chancen bei Frauen ausrechnen, wenn sie die Gitarre in die Hand nehmen. Die Liebe zur Musik steht hoffentlich im Vordergrund, aber der nette Nebeneffekt wird natürlich willkommen geheißen.

Aber ist es wirklich so einfach? Einer neuen auf PsycNet veröffnetlichten Studie zufolge eben nicht – also zumindest wenn es um Extreme Metal geht. Laut der Studie mit dem Titel “Extreme metal guitar skill: A case of male–male status seeking, mate attraction, or byproduct?” sind vier Forschende zu dem Schluss gekommen, dass ganz andere Ziele hinter dem intensiven Spielen von Metal stecken. Demnach ist eine große Motivation für heterosexuelle männliche Gitarristen, vor anderen heterosexuellen Gitarristen anzugeben und sie zu beeindrucken.

Was ist die eigentliche Funktion von Musik?

Laut der Zusammenfassung der Studie gibt es in der Wissenschaft zwei Hypothesen über die eigentliche Funktion von Musik: sexuelle Selektion oder ein Nebenprodukt der Komplexität des menschlichen Gehirns. “Obwohl es Beweise dafür gibt, dass das Spielen von Musik die männliche Attraktivität erhöht, schließt die Erklärung der sexuellen Selektion möglicherweise manche Arten von Musik aus”, heißt es in der Studie. Danach wird hervorgehoben, dass insbesondere Extreme Metal ein Rockgenre ist, welches sowohl auf als auch abseits der Bühne stark von Männern dominiert ist. Daher treffe die “sexuelle Selektion” bei hetero-Männern nicht zu.

“Metal-Musiker versuchen nicht Paarungserfolg zu steigern”

Um die Liebe zur Musik kann es laut den Forschern nicht gehen. “Daher ist es unwahrscheinlich, dass Extreme Metal-Musiker in erster Linie versuchen, ihren Paarungserfolg durch ihre Musik zu steigern. Allerdings investieren die Musiker dieses Genres viel Zeit in den Aufbau technischer Fähigkeiten (z. B. Geschicklichkeit, Koordination, Timing), was die Frage aufwirft, welcher Zweck hinter dieser kostspieligen Investition steckt. Es könnte sein, dass sich Männer in diesem Genre vor allem aus Statusgründen engagieren: um andere Männer mit ihren technischen Fähigkeiten und ihrer Schnelligkeit einzuschüchtern und so sozialen Status zu erlangen.” Die Forscher schreiben danach noch, dass einige Aspekte des Gitarrenspiels [abseits von Extreme Metal] mit dem Wunsch verbunden sind, flachgelegt zu werden.

Wie sind die Forscher überhaupt zu diesen Ergebnissen gekommen? “Um die Gründe für die Investition in technische Gitarrenfähigkeiten zu erforschen”, heißt es in der Studie, “wurde eine Stichprobe von 44 heterosexuellen männlichen Metal-Gitarristen rekrutiert und zu ihren Übungsgewohnheiten, ihrem Sexualverhalten und ihren Wettbewerbsgefühlen gegenüber dem gleichen Geschlecht befragt”.

“Die Umfrageergebnisse zeigten, dass die Zeit, die mit dem Spielen von Akkorden verbracht wurde, den Wunsch nach Gelegenheitssex mit Frauen vorhersagte, während die Wahrnehmung der Spielgeschwindigkeit die intrasexuelle Wettbewerbsfähigkeit (den Wunsch, andere Männer zu beeindrucken) positiv vorhersagte.”

Einordnung der Studie

Einen großen Wissenschaftspreis wird die Studie nicht gewinnen. Alleine die Samplegröße von 44 Männern verringert die Legitimität erheblich. Abgesehen davon sind einer der Hauptgründe für das Spielen und Hören von Musik die damit verbundenen Emotionen. Metal ist in der Regel so geschrieben, dass er sich kraftvoll anfühlt, um mit Frust und Wut besser umzugehen. Entsprechende Emotionen können daher bei einem schnellen, harten Spielen von Metal ausgelöst werden.

Außerdem ist es ganz normal, dass Männer oder Frauen in bestimmten Bereichen gerne erfolgreich sind, um Gleichgesinnte, völlig unabhängig vom Geschlecht, anzusprechen. Als Fotograf freue ich mich über Anerkennung von anderen Fotografen, als angehender Schauspieler würde ein Lob von Joaquin Phoenix meinen Puls sofort auf über 150 bringen. Und wenn du einer von den Kreativen bist, die extremen Metal spielen, weil sie ihn einfach nur geil finden – Glückwunsch! Kunst der Kunst wegen machen soll ja auch seinen Zweck erfüllen.

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von Mathias Walter

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Frank No sagt:

#1 - 07.10.2022 um 20:15 Uhr

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Nu hab´ich Bock auf Babymetal...was die "Studie" wohl dazu sagt? Ein die Szene mit individuellen Ansichten bereichernder "richtiger" Metalbescheidwisser hat Menschen, die beim Hören von Metal drei singenden Mädchen zusehen, Pädophilie unterstellt. Nun, wenn Musikgeschmack Ausdruck sexueller Neigungen ist weiss ich nun, weshalb ich mit Metal, bei dem langhaarige bärtige Männer langhaarigen bärtigen Männern beim Musizieren zusehen, nix anfangen kann.

Kommentare vorhanden
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