Metal-Riffing #1 – Die Basics – Gitarren-Workshop Serie

Basix
Zwar befasst sich dieser Workshop schwerpunktmäßig mit 16teln, eine überaus wichtige Voraussetzung dafür ist aber die Fähigkeit, Achtel spielen zu können – und zwar extrem tight. Und genau aus diesem Grund wollen wir uns zunächst einmal einigen typischen Achtel-Metalriffs widmen.    
Achtel werden oft als banal angesehen und schmählich unterschätzt – dabei gehört schon ein gehöriges Maß an Übung und Kondition dazu, sie gut (soll heißen: präzise, gleichmäßig, druckvoll, timingsicher) spielen zu können.  
Im Riff-Umfeld werden Achtel eigentlich immer mit Downstrokes gespielt, Sechzehntel mit Downstrokes oder der in hohen Tempi angenehmer zu „händelnden“ Wechselschlag-Technik. James Hetfield von Metallica hat vor etlichen Jahren einmal gesagt, dass er 1,5 Stunden täglich Downstrokes übt. Wenn man zweistündige Konzerte mit lauter Songs in hohen Tempi überstehen will, ohne einen Krampf im rechten Arm zu bekommen, ist das wohl nicht die schlechteste Idee …

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Riff 1 – Slow Riff 1- Fast Riff 2 – Slow Riff 2 – Fast Riff 3 – Slow Riff 3 – Fast

So, die Achtelriffs sitzen? Dann kann es ja weitergehen. Machen wir uns auf zur nächsten rhythmischen Unterebene, den Sechzehnteln.
Das kontrollierte Beherrschen von Sechzehnteln im Wechselschlag gehört neben den Downstroke-Achteln zu den wichtigsten Techniken für jede solide Metalgitarre, sei es nun Death-, Speed-, Doom-, Nu-Metal, Metalcore oder was auch immer. Daher macht es durchaus Sinn, sich ein paar Trockenübungen zurechtzulegen.
ÜBRIGENS: Wie eben schon erwähnt, spielen Gitarristen wie James Hetfield auch schnelle 16tel Riffs fast ausschließlich mit Downstrokes. Das hat den Vorteil, dass Powerchords immer von „oben“ angeschlagen werden und so absolut gleichmäßig klingen. Nachteil: Bei sehr hohen Tempi verkrampft man schnell und die ganze Sache wird zur Qual. Da hilft nur eins: Üben, üben, üben! Gitarrespielen und Sport haben eben doch mehr gemeinsam, als man gemeinhin denkt.
Bei Single-Note-Lines/Riffs sieht es etwas anders aus. Da hier kaum ein Unterschied zwischen per Ab- oder Aufschlag gespielten Tönen hörbar ist, solltest du – gerade bei höheren Tempi – von vornherein auf die Wechselschlagtechnik setzen. Besonders dann, wenn man als Gitarrist stilistisch eher allroundermäßig unterwegs ist, möchte man sicher nicht viele Monate damit verbringen, seine Downstrokes auf Speed zu bringen, um auch bei Tempo 200 noch 16tel ausschließlich mit Abschlägen abfeuern zu können. Du siehst: Es ist ein wenig kompliziert.
Um es dir ein wenig leichter zu machen, empfehlen wir folgende Herangehensweise: Übe zunächst wie hier vorgegeben. Also die Achtel mit Downstrokes und die 16tel mit Wechselschlag. Wenn du das Ganze technisch und rhythmisch sicher drauf hast, kannst du dich immer noch daran machen, auch schnelle 16tel Riffs ausschließlich mit Abschlägen zu trainieren. Einverstanden? Okay, dann lass uns weitermachen.

Speed it up!
Speed it up!

Präzision, Geschwindigkeit, Ausdauer.
Das sind die drei Oberbegriffe für diese Übungen. Besonders die ersten beiden stehen häufig miteinander auf Kriegsfuß. Entsprechend behutsam und schonend muss hier vorgegangen werden.  
Fang also (man kann es nicht oft genug sagen) langsam an. Ich empfehle in diesem Zusammenhang auf jeden Fall, ein Metronom zu benutzen. Das kann einem zwar am Anfang ganz gewaltig auf die Nerven gehen, hilft aber enorm beim Üben und sorgt dafür, dass du dein Timing besser kontrollieren kannst. Wähle ein Tempo, in dem du die jeweilige Übung sicher und präzise spielen kannst. Von hier aus kannst du dich dann Schritt für Schritt an deine Geschwindigkeitsgrenze heranarbeiten. Versuche dir beispielsweise vorzunehmen, jede Woche 1-2 bpm schneller zu werden. Und wenn das auf Anhieb nicht so einfach funktioniert, dann ist das kein Grund, zu verzweifeln. Es wird immer wieder Zeiten geben – und die gibt’s auch bei Hetfield und Kollegen – in denen du glaubst, keinen Zentimeter voranzukommen. Auch wenn es dann doppelt schwerfällt: Weiter üben heißt die Devise, denn aus solchen Phasen kommt man gestärkt heraus.    
Ein weiteres wichtiges Basis-Stilmittel der Metalgitarre ist das Abdämpfen der Saiten mit dem Handballen der rechten Hand. Am besten gewöhnst du dir gleich an, den Handballen immer am Steg zu haben. Das macht es leichter, schnell vom abgedämpften zum offenen Anschlag zu wechseln. Außerdem kann man Nebengeräusche so besser unter Kontrolle halten. Und das ist hier wichtiger denn je, denn die stilbedingt verwendete Verzerrung stellt jedes ungewollte Geräusch zusätzlich in den Vordergrund. Deshalb solltest du die Übungen auch auf jeden Fall mit dem Amp und dem gewünschten Zerr-Level trainieren. Nur so kannst du mögliche Fehlerquellen aufspüren und bereits im Keim ersticken.    
Trainiere die folgenden Übungen am besten in beiden Varianten, mit abgedämpftem und offenem Anschlag. Versuche außerdem unbedingt, immer einen leichten Akzent auf jeweils die erste von vier Sechzehnteln zu setzen.

Um das Ganze in die Praxis zu bringen, kommen nun noch zwei Beispiel-Riffs mit Achteln und Sechzehnteln in Kombination.

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Riff 4 – Slow Riff 4 – Fast Riff 5 – Slow Riff 5 – Fast

Sechzehntel Figuren.
Sechzehntel-Rhythmen können sehr komplex werden. Insbesondere in den „Breakdown-Parts“ denken sich viele aktuelle Metalbands die kompliziertesten Geschichten aus. Um sich da ranzutasten, macht es auf jeden Fall Sinn, sich die kleineren Bausteine einer 16tel-Wand einzeln anzuschauen. Hat man diese verstanden und verinnerlicht, ist es viel leichter, sich die komplexeren Passagen draufzuschaffen.    
Da wären zunächst einmal die 16tel-Figuren. Sie entstehen durch das Verketten von jeweils zwei der vier Sechzehntel einer Zählzeit.  
Eine genaue Darstellung der gebräuchlichsten Figuren findest du auf diesem PDF:

Diese Figuren lassen sich gut trainieren, indem man sie einfach mit den Übungen 1-4 verbindet. Für die Übung Nr.1 findest du dieses Prinzip komplett in den Tabs ausgeschrieben, die nächsten Übungen kannst du dann auf die gleiche Weise durchziehen. Damit das Ganze aber nicht zu trocken wird, kommen pro Figur jeweils zwei bis drei Riffs zum Einsatz.

Am Häufigsten findet man in schnellen Metalriffs wohl die Figuren 1 und 2. Daher habe ich ein paar mehr Beispiele geschmiedet, in denen sie einzeln, aber auch in Kombination vorkommen.

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Riff 6 – Slow Riff 6 – Fast Riff 7 – Slow Riff 7 – Fast Riff 8 – Slow Riff 8 – Fast Riff 9 – Slow Riff 9 – Fast Riff 10 – Slow Riff 10 – Fast Riff 11 – Slow Riff 11 – Fast

Die Figur 3 ist schwierig zu spielen, man neigt schnell dazu, etwas hektisch zu werden, also gemach, gemach!

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Riff 12 – Slow Riff 12 – Fast Riff 13 – Slow Riff 13 – Fast

Die punktierten Achtel gehören irgendwie auch zu den Sechzehntelfiguren, finde ich, daher auch zu diesem Thema zwei Riffs.

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Riff 14 – Slow Riff 14 – Fast Riff 15 – Slow Riff 15 – Fast

Natürlich werden die Sechzehntelfiguren auch gerne bunt zusammengewürfelt. Beispielriffs dazu und auch zu Hammer-Ons, Pull-Offs, Dead Notes und Triolen gibt es dann im zweiten Teil des Workshops. Ich wünsche dir viel Spaß (und Geduld) beim Üben!  
Bis zum nächsten Mal!  
Lars Dahlke

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von lars.dahlke

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Robin sagt:

#1 - 12.07.2016 um 05:55 Uhr

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Hallo Lars, die Übungen sind der Hammer und sie machen mir mega viel Spaß!! Eventuell habe ich mich versehen, jedoch meine ich dass bei den letzten beiden Übungen: Riff 14 und 15 die Tabs fehlen!? Oder habe ich etwas übersehen!? Liebe Grüße Robin

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Thomas Dill - bonedo sagt:

#2 - 12.07.2016 um 08:17 Uhr

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Hallo Robin,
Vielen Dank für den Hinweis. Die Tabs sind jetzt an Ort und Stelle.

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Robin sagt:

#3 - 12.07.2016 um 09:01 Uhr

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Moin an das Bonedoteam und ein riesen Dank!! LG Robin

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