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Line 6 Relay G30 Test

PRAXIS

Endlich wurden meine Gebete erhört! Habe ich mich doch immer über die Konstruktion von Empfängern geärgert, die ja in der Regel für den Einbau in 19“-Racks konzipiert sind und nicht für Pedalboards, dem Ort also, wo im Normalfall auch das Gitarrenkabel eingestöpselt wird.

Allerdings muss der G30-Empfänger separat befestigt werden. Er besitzt keine Gummifüße o.ä. Da sich mittlerweile aber der Klettverschluss durchgesetzt hat, dürfte es kein Problem sein, ihm einen Streifen zu spendieren.
Bei der Montage würde ich aber davon abraten, ihn an einer Stelle auf dem Bord zu platzieren, in deren unmittelbarer Umgebung ein häufig verwendetes Pedal wartet, denn sonderlich “trittfest“ erscheint mir das Gerät nicht zu sein. Ob es einen versehentlichen Fußtritt ohne weiteres verpacken würde, mag ich nicht unbedingt versichern.

gitarrist

Sobald alles verkabelt und aktiviert ist, kommen die LEDs ins Spiel.
Die Power LED leuchtet blau, das grüne Audio-Lämpchen zeigt das Audiosignal an. Durch die Transmitter-LED-Reihe am Empfänger kann man jederzeit sehen, wie frisch die Batterien im Sender sind. Sehr praktisch, denn so läuft man nicht Gefahr, scheinbar aus heiterem Himmel wegen einer leergelutschten Batterie plötzlich ohne Sound dazustehen. Der „Füllzustand“ wird folgendermaßen dargestellt:

drei LEDs grün = Komplett geladen
zwei LEDs grün = Gute Ladung
eine LED grün = Ladung Ok
eine LED rot = Niedrige Ladung
blinkt rot = Sehr niedrige Ladung

Natürlich wird auch das Sendesignal per LED-Kette dargestellt:

drei LEDs grün = Optimales Signal, keine Interferenzen
zwei LEDs grün = Signal OK, leichte Interferenzen
eine LED grün = Signal schwach, ziemlich starke Interferenzen
keine LED = Kein Signal, keine Interferenz
eine rote LED = kein Signal, leichte Interferenz
zwei rote LEDs = Kein Signal, mehr Interferenz
drei rote LEDs = kein Signal, starke Interferenz

Dagegen zeigt sich der Sender lichtmäßig eher sparsam, macht ja auch Sinn, denn schließlich  befindet er sich ja an einer für den Musiker nicht sichtbaren Stelle und außerdem ziehen auch LEDs Strom (auch wenn es nicht viel ist).So gibt es lediglich eine Audio-LED, die aufleuchtet, sobald ein Signal anliegt und eine Batterie-LED, die ihre Farbe je nach Ladung ändert. Der Hersteller gibt die Betriebszeit der Batterien mit acht Stunden an, das ist guter Durchschnitt. Zum Glück wird kein 9V Block, sondern die günstigen AA-Batterien verwendet, sodass ein häufiger Gebrauch kein allzu tiefes  Loch in die Kasse reißt. Im Zweifelsfall kann man ja auch Akkus verwenden. Die Farbkodierung der Batterie-LED entschlüsselt sich wie folgt:

grün = Volle Ladung
rot = Niedrige Ladung
blinkt rot = sehr niedrig

Damit das System läuft, müssen Sender wie Empfänger auf dieselbe Frequenz eingestellt werden. Das heißt im Umkehrschluss, dass sechs G30 parallel betrieben werden können.

Stellt sich die Frage, was es mit dem Cable Tone-Schieberegler auf sich hat?Laut Manual soll er verschiedene Kabellängen simulieren können: eine sechs und eine neun Meter lange Variante. Natürlich lässt sich das Feature auch deaktivieren.Doch was soll das Ganze eigentlich?! Nun, je länger ein Kabel ist, desto mehr Höhen werden bedämpft. Und tatsächlich nutzen manche Gitarristen diesen Effekt um “ihren ganz individuellen“ Sound zu erhalten. Dazu kommt, dass man Wireless-Systemen eine gewisse Sterilität nachsagt, auch dies soll mit dieser Funktion entschärft werden.Ehrlich gesagt höre ich erst beim Schalten auf 9 Meter einen Unterschied. In diesem Modus wird das Signal bei 6 kHz abgesenkt. Beim direkten Vergleich mit meinem Bühnenkabel habe ich lediglich einen Pegelunterschied von einem bis zwei dB, aber keinen Soundunterschied bemerkt. Das spricht für die gute Signalübertragung des G30.

Um herauszufinden, ob und wann es Drop-Outs gibt, habe ich an den Sender einen MP3-Player angeschlossen und meine Wanderung durch die örtliche Gegebenheit mittels DAW aufgezeichnet.Erstaunlicherweise war das Signal, trotz geschlossener Türen und dicker Wände (Altbau) immer gut. Erst als ich mich ca. 20 Meter weit entfernt habe nahmen die Störsignale zu und das Signal wurde rapide schlechter, was wegen besagter Örtlichkeit vollkommen in Ordnung geht. Denn wer spielt schon im Altbau hinter verschlossenen Türen?! Line 6 gibt den Funkbereich mit 30 Metern an, Bühnenmetern wohlgemerkt!  Das scheint mir auch durchaus realistisch zu sein. Eine Faustregel besagt, dass man zum Empfänger immer Sichtkontakt haben sollte, um eine gute Verbindung zu sichern.  Und noch einen gute Nachricht für Rocker: Das Rauschen hält sich gerade bei stärkerer Zerrung angenehm zurück. Sehr schön, ist dies doch die Achilles-Sehne so manchen Wireless-Systems.

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Profilbild von annasopa

annasopa sagt:

#1 - 08.01.2013 um 19:10 Uhr

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auspacken - zusammenstöpseln - und los! :-) einfacher geht's nicht, und schon gar nicht zu dem preis (€279,--)

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