Die Ukulele hat sich hierzulande längst in der Popmusik und anderen Styles etabliert. Dafür verantwortlich ist sicher allen voran die kalifornische Marke Kala aus dem kalifornischen Petaluma. Mit dem größten Modellangebot weltweit hat Kala den Ukulelen-Boom massiv mitgeprägt und im Jahr 2009 eine echte Innovation gelandet: den U-Bass, eine handlichen Bass-Ukulele mit erstaunlich fettem Ton dank spezieller Polyurethan-Saiten. Der Solid Body U-Bass aus dem Hause Kala geht sogar noch einen Schritt weiter und verbindet die kompakte und leichte Ukulelen-Welt mit den Vorzügen eines klassischen E-Basses: Dank des massiven Okoume-Bodies sind Feedback-Probleme endlich Geschichte und der passive Humbucker sorgt für vertraute Sounds. Dazu gibt es eine extrem kurze 23,5-Zoll-Mensur, ein sehr geringes Gewicht und kinderleichte Bespielbarkeit – ein perfekter Mini-Bass für die Bühne und für unterwegs also. Der Solid-Body U-Bass ist wahlweise als Vier- oder Fünfsaiter erhältlich und schont dank Produktion in Fernost zudem das Portemonnaie. Wir haben uns den Fünfsaiter bestellt und sind gespannt, wie ernsthaft dieser Mini einem klassischen E-Bass Konkurrenz machen kann.

- extrem kompakt
- fetter, warmer Sound
- klassischer E-Bass-Look
- solide Verarbeitung
- praktisches Trussrod-Spoke-Wheel
- inklusive Gigbag
- gewöhnungsbedürftige Handhabung
- leicht kopflastig
- H-Saite nur bedingt brauchbar
Kala U-Bass Solid Body 5-String – erster Eindruck
Der erste Eindruck ist naturgemäß ein optischer – und hier sammelt der Kala U-Bass Solid Body bei mir sofort Pluspunkte. Mit seinem am Jazz Bass orientierten Offset-Korpus, der klassischen Tobacco-Sunburst-Lackierung und dem weißen Pickguard wirkt er auf den ersten Blick wie ein ganz normaler E-Bass.
Natürlich wird aber sofort klar, dass es sich hier um ein deutlich kompakteres Instrument handelt: Statt Longscale kommt hier eine sehr kurze 23,5-Zoll-Mensur zum Einsatz, und auch die Gesamtlänge fällt mit rund 88 cm entsprechend überschaubar aus.
Trotz der handlichen Maße ist der Solid Body kein extremes Leichtgewicht: Immer noch rund 3 kg bringt mein Testexemplar auf die Waage. Das ist zwar unterm Strich sehr leicht, für einen Mini-Bass aber immer noch ein durchaus stattlicher Wert, wie ich finde.
Welche Konstruktionsmerkmale besitzt der Kala U-Bass Solid Body 5-String?
Nicht nur optisch zeigt sich der Kala U-Bass Solid Body traditionsbewusst, auch bei der Konstruktion setzt der Hersteller auf bewährte Zutaten: Es handelt sich um einen klassischen Schraubhals-Bass mit einem Korpus aus Okoume und einem Hals aus Ahorn.
Etwas aus dem Rahmen fällt hingegen das Griffbrettmaterial, wo Lorbeer zum Einsatz kommt. Diese Holzart trifft man inzwischen zwar häufiger an, kann sie aber immer noch als etwas unkonventionell bezeichnen.
Bestückt ist das Griffbrett mit 22 sauber eingesetzten Neusilberbünden sowie schlichten runden Inlays für die Lagenorientierung. Die fünf Saiten werden über einen Kunststoffsattel zur leicht abgewinkelten Kopfplatte geführt, auf der fünf gekapselte Mechaniken ihren Dienst verrichten. Diese sind in einer 3:2-Anordnung montiert und mit vergleichsweise kleinen Flügeln versehen, sodass sie sich optisch stimmig ins Gesamtbild einfügen.
Ebenfalls praxisnah gelöst ist die Justierung der Halskrümmung: Beim Kala U-Bass Solid Body 5-String erfolgt sie über ein sogenanntes Spoke Wheel am Griffbrettende. Dieses Einstellrad kennt man sonst eher von höherpreisigen Bässen, etwa von Sadowsky oder Music Man. Ein passendes Tool liegt bei, alternativ lässt sich das System aber auch unkompliziert mit einem Schraubendreher oder einem ähnlichem Hilfsmittel bedienen – ein äußerst sinnvolles und komfortables Detail!
Was für Pickups, welche Elektronik und welche Brücke besitzt der Kala U-Bass Solid Body 5-String?
Am Korpus werden die Saiten von einer Kala-Brücke mit breitem Rückenteil und zweidimensional justierbaren Saitenreitern aufgenommen. Die Konstruktion wirkt stabil und zweckmäßig – da gibt es nichts zu meckern. Die Saitenabstände an der Bridge sind mit Kerben auf gewöhnungsbedürftige 11 mm fixiert. Ab Werk ist der Kala Solid Body mit Roundwound-Saiten aus eigener Produktion bespannt, die natürlich speziell auf die kurze Mensur abgestimmt sind.
Für den Sound ist ein kräftiger Kala-Humbucker zuständig, der mit entsprechend großen Magneten ausgestattet ist. Die passive Elektronik folgt dem klassischen Schema und beschränkt sich auf einen Lautstärkeregler sowie eine Tonblende zum Absenken der Höhen.
Unterm Strich muss ich gestehen: In puncto Verarbeitung gibt sich der Kala U-Bass Solid Body 5-String keine Blöße. Der Hals sitzt passgenau in der Ausfräsung, die Lackierung ist fehlerfrei und die Bünde wurden akkurat abgerichtet und an den Enden angenehm abgerundet. Auch an die Mobilität wurde gedacht: Zum Lieferumfang gehört eine gut gepolsterte Gigbag mit Frontfach für Zubehör und Rucksackgurten, mit der sich der Mini-Bass bequem transportieren lässt.













