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25.10.2016

Yamaha YDP-163 Arius Test

Digitalpiano

Begleiter für Beginner und Begeisterte

Mit ein paar sinnvollen Verbesserungen bringt Yamaha das Digitalpiano YDP-163 Arius als Nachfolger des YDP-162 auf den Markt. Das Instrument sieht zwar auf den ersten Blick aus wie sein Vorgänger, hat aber neben einer optimierten Tastatur auch ein paar Features eingepflanzt bekommen, die das Homepiano für ambitionierte Einsteiger, Fortgeschrittene und Musikschulen noch attraktiver machen könnten.

Die auffälligste Neuerung besteht wohl in der Klaviermechanik, denn das YDP-163 wurde mit der GH3-Tastatur aufgewertet, die eine elfenbeinähnliche Oberfläche bieten und einem echten Flügel haptisch noch näher kommen soll. Welche Verbesserungen und grundsätzlichen Features das Homepiano noch bietet, soll dieser Test zeigen.

Details

Gehäuse und Anschlüsse

Neben seinem kleineren Schwestermodell YDP-143 gehört auch unser Testkandidat zu Yamahas Arius-Serie, die sich hauptsächlich an Anfänger und Hobbypianisten richtet. Das YDP-163 ist zweifellos ein Instrument für den Hausgebrauch, denn das solide Gehäuse ist mit 42kg kein Leichtgewicht und sicher nicht für den häufigen Transport konzipiert. Am wohlsten fühlen dürfte sich das Digitalpiano im Wohnzimmer oder in der Musikschule als Ersatz für ein akustisches Klavier.

Yamaha setzt auf ein klassisches Erscheinungsbild, und so folgt auch das YDP-163 der bewährten Konstruktion aus Holzgestell mit integrierter Pedaleinheit und Rückwand sowie einem Spieltisch mit integrierten Boxen. Ebenso praktisch wie gelungen finde ich die Tastaturabdeckung, die man elegant im Gehäuse versenken kann. Übrigens wurde beim YDP-163 auf die goldene Zierleiste aus gebürstetem Aluminium verzichtet, die beim Vorgängermodell auch als Griff für die Tastaturabdeckung diente. Mir persönlich gefällt die Optik ohne die Zierleiste besser. Mitgedacht hat man auch bei der Positionierung des Notenständers, denn auf dem stabilen und klappbaren Holzteil können dicke Notenbände auch dann aufgeschlagen bleiben, wenn die Tastatur mit dem Deckel verschlossen und vor Staub geschützt wird.

Das Gehäuse ist in vier verschiedenen Farbvariationen erhältlich: Rosenholz, Schwarznuss (mit goldenen Pedalen) und neuerdings auch in Weiß und weißer Esche (mit silbernen Pedalen). Die Verarbeitungsqualität ist wie von Yamaha gewohnt hervorragend, an Gehäuse, Tastatur und Bedienelementen gibt es nichts zu bemängeln.

Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der Unterseite des Spieltisches, damit möglichst wenig von der schlichten Optik des Gehäuses ablenkt. Links vorn befinden sich zwei Kopfhörer-Ausgänge, die als 6,3mm-Stereoklinke ausgeführt sind. In der Mitte der Unterseite lässt sich der Multipin-Stecker für die Pedaleinheit anschließen, außerdem sitzt dort auch die Buchse für die Stromversorgung über das externe Netzteil. Zu guter Letzt gibt es noch einen USB-Port, mit dem man MIDI und andere Daten an einen Computer übertragen kann. Mehr Anschlüsse hat das YDP-163 nicht zu bieten, viel mehr wird man im heimischen Wohnzimmer aber auch nicht benötigen. Für mein Empfinden wäre zum Üben ein Audio-Eingang für externe Signale ganz praktisch gewesen.

Bedienung

Unter der Haube, sprich der Tastaturabdeckung, liegt an einer roten Filzleiste die 88-Tasten-Hammermechanik, die von zwei Kunststoff-Seitenteilen eingerahmt wird. Sämtliche Bedienelemente befinden sich in diesen schmalen Seitenblöcken: links sieben Buttons und rechts der Hauptschalter sowie der Lautstärkeregler.

Ein Display sucht man vergeblich, ebenso dezidierte Tasten für alle Funktionen. Das spart Geld bei der Produktion und sorgt dazu für ein dezentes Design. Schließlich ist und bleibt das YDP-163 ein Instrument für diejenigen, die darauf hauptsächlich Klavier spielen wollen. Aber das YDP-163 kann mehr, als man anhand der wenigen Knöpfe vermuten sollte. Verschiedene Sounds anwählen, das Anschlagsverhalten der Mechanik verändern, den Hall-Anteil regeln, den MIDI-Kanal wechseln und einiges mehr kann man durch Tastenkombinationen. Dafür hält man einen oder mehrere Buttons gedrückt und spielt eine Note auf der Klaviatur. Für einige Befehle erfordert das mitunter eine gute Gedächtnisgabe oder das Nachschlagen im Handbuch. Zudem verliert das Instrument nach dem Ausschalten sämtliche Einstellungen.

Eine interessante Neuerung gegenüber dem Vorgängermodell gibt es allerdings für alle Besitzer eines iOS-Gerätes. Denn für das iPhone, das iPad und den iPod Touch gibt es drei praktische Apps: Digital Piano Controller, My Music Recorder und Piano Diary. Diese sorgen für eine komfortable und übersichtliche Bedienung. Um sie zu nutzen muss man eine Verbindung zum Apple-Gerät herstellen, also entweder einen Apple Lightning-USB-Adapter oder den separat erhältlichen Yamaha Bluetooth-Adapter UD-BT01 verwenden. Beide Lösungen kosten um die 50 Euro, die drei Apps hingegen kann man kostenlos laden. 

Mit der Fernsteuerung über den Touchscreen wird die Bedienung des Digitalpianos zum Kinderspiel. Mir dem Digital Piano Controller lassen sich Einstellungen wie beispielsweise zwei gelayerte Sounds samt ihrer Levels und Reverb-Anteile abspeichern und benennen oder globale Settings vornehmen. My Music Recorder ist eine Art Notizbuch für Kinder, die das Klavierspiel, aber auch Videos aufnimmt und ein paar Motivations-Gimmicks parat hat. Piano Diary ist das Gleiche für Erwachsene, direkter Upload auf YouTube inklusive. Der Funktionsumfang bleibt stets überschaubar, dafür sind die Apps aber auch ebenso überschaubar gestaltet und erhöhen mit ihrem durchdachten Design sowohl den Spaßfaktor als auch den Nutzwert. Schade ist allerdings, dass Android-User außen vor gelassen werden. Hoffentlich bessert Yamaha diesbezüglich nach. 

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