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Test
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18.10.2018

Yamaha PSR-E463 Test

Keyboard

Sampling für die Einsteiger-Klasse

Mit dem PSR-E463 hat Yamaha im Frühjahr 2018 das neue Spitzenmodell der PSR-E-Serie vorgestellt. Das Einsteiger-Keyboard liegt im Handel preislich gerade noch unter der Marke von 300 Euro und trumpft in dieser Preisklasse mit einem großen Funktionsumfang auf. Wir haben getestet, welche Neuerungen das Keyboard bietet und wie es klingt.

Lange Zeit war die Yamaha PSR-E-Serie im Einsteigerbereich das Maß der Dinge, und das jeweilige Topmodell (PSR-E433, PSR-E443, PSR-E453) konnte jeweils als das beste Gesamtpaket in seiner Klasse gelten. In der neuen Generation wird es jedoch spannend: Etwa zeitgleich mit dem Erscheinen des Yamaha PSR-E463 und des Geschwistermodells PSR-EW410 hat der Konkurrent Casio seine CT-X-Serie mit neuer Klangerzeugung und einem großen Funktionsumfang vorgestellt. Das Casio CT-X3000 liegt preislich nur geringfügig über dem PSR-E463 – wie wird dieses Rennen ausgehen? Zudem dringt nun auch Korg mit dem EK-50 in den Einsteigerbereich vor. Das soeben erschienene EK-50 ist zwar etwas teurer, konnte im Test aber rundum überzeugen und stellt eine attraktive Alternative für ambitionierte Einsteiger dar. Ein direkter Vergleich zwischen PSR-E463 und EK-50 wäre wegen des Preisunterschieds nicht fair. Aber man sollte bei diesem Test im Hinterkopf behalten, dass die Zahl der Alternativen im Vergleich zur letzten Generation gestiegen ist. Kann das Yamaha PSR-E463 trotzdem an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen?

Details

Äußeres

Äußerlich hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell PSR-E453 kaum etwas verändert. Das schwarze, rund sechseinhalb Kilogramm schwere Kunststoffgehäuse ist stabil und fühlt sich angenehm an. Es wirkt für die Einsteigerklasse vergleichsweise hochwertig und ist in der Gestaltung an die höherklassigen Keyboards der PSR-S-Serie angelehnt. Die Schutzgitter der Lautsprecher machen einen robusten Eindruck. Das Display befindet sich unter einer klaren Plexiglasabdeckung, die zwar sehr schick aussieht, aber anfällig für Lichtreflexe und Fingerabdrücke ist.

Im Lieferumfang befindet sich ein Notenpult zum Aufstecken, das wie in dieser Klasse üblich leider aus recht billig wirkendem Plastik besteht. Ebenfalls enthalten ist ein Netzteil. Alternativ lässt sich das Keyboard durch sechs AA-Batterien mit Strom versorgen, die in ein Fach an der Gehäuseunterseite eingesetzt werden.

Bedienfeld

Auch das Bedienfeld des PSR-E463 wirkt auf den ersten Blick identisch mit dem des Vorgängers. Bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch, dass einige Knöpfe umgewidmet wurden und nun andere Funktionen übernehmen als beim PSR-E453. Das Grundkonzept ist aber das Gleiche geblieben.

Auf der linken Seite findet man zunächst den Ein- / Aus-Taster und einen Drehregler für die Lautstärke. Rechts daneben befinden sich Knöpfe für verschiedene Funktionen wie Demosongs, Metronom, Tempo und den integrierten Recorder. Hervorzuheben sind hier die Buttons QUICK SAMPLING für die neue Sampling-Funktion, sowie AUDIO für die Audio-Aufnahme und -Wiedergabe. Beides sind Funktionen, die das Vorgängermodell PSR-E453 nicht besaß und die wir uns im Folgenden natürlich noch genauer ansehen werden. Darunter findet man vier Buttons für die VOICE CONTROL. Hier kann man zum Beispiel die Split- und Layer-Funktionen aktivieren und auf die automatische Harmonisierung, den Arpeggiator und die DSP-Effekte zugreifen.

Im linken Bereich direkt oberhalb der Tastatur findet man Bedienelemente, auf die man während des Spielens schnell zugreifen können muss. Ganz links befinden sich die beiden vom Vorgänger bekannten Drehregler namens LIVE CONTROL, mit denen man zum Beispiel Klangparameter wie Filter, Hüllkurve und Effekteinstellungen beeinflussen kann. Daneben liegen zwei Knöpfe, mit denen sich die Drehregler den verschiedenen Funktionen und Zielen (Keyboard-Sounds oder Begleitung) zuweisen lassen.

Weiter rechts schließen sich die Taster für die Steuerung der Begleitautomatik an. Bei der Song- oder Audio-Wiedergabe übernehmen sie die Funktionen von Transporttastern. Verwendet man eines der ‚Groove-Creator-Patterns‘ (dazu später mehr), dann lassen sich hiermit die einzelnen Sektionen von A bis D und ein sogenannter „Musical Climax“, der an die Stelle der bisherigen Sektion E getreten ist, ansteuern. Drei LEDs zeigen an, in welchem Modus sich das Keyboard befindet: Groove Creator, Song/Audio oder Style. Das hat auch darauf Einfluss, welche Funktion die sechs Taster rechts davon übernehmen. Im Style-Modus kann man hier die einzelnen Elemente (Drums, Bass, Chords usw.) an- und abschalten. Das ist eine Funktion, die bei Keyboards dieser Klasse keine Selbstverständlichkeit ist und die kreativen Möglichkeiten beim Spielen mit Styles erweitert. Im Song/Audio-Modus lassen sich hier die Spuren des Songs für die Aufnahme bzw. Wiedergabe auswählen. Im Groove-Creator-Modus hat man Zugriff auf sechs Elemente, die sich einzeln aktiveren und deaktivieren lassen, zum Beispiel Bassdrum, Hi-Hat, Bass und verschiedene Begleitspuren.

Das Display ist blau beleuchtet und gut ablesbar, aber nicht besonders groß. Es zeigt die gewählten Sounds, Styles und Songs an und gibt mit vielen kleinen Symbolen Auskunft über die aktivierten Funktionen des Keyboards. Bei dem großen Funktionsumfang des PSR-E463 wird es hier schon etwas eng – mittlerweile sind auch Einsteiger-Keyboards so umfangreich ausgestattet, dass sie stark von einem größeren Display profitieren würden. Rechts vom Display findet man einen großen Daten-Encoder zum Einstellen von Werten sowie zwei Taster zum Blättern durch Klang- und Rhythmuskategorien. Daneben ist eine 10er-Tastatur untergebracht, über den sich Inhalte direkt numerisch anwählen lassen. Außerdem befinden sich hier der Taster für das Funktionsmenü, in dem alle seltener benötigten Einstellungen zu finden sind, sowie der Yamaha-typische Button namens PORTABLE GRAND, der das Keyboard mit einem Knopfdruck auf einen Klavierklang einstellt.

Oberhalb der Tastatur findet man im rechten Bereich fünf Knöpfe für den Registrierungsspeicher, der eine Kapazität von 32 Registrierungen hat. Daneben befinden sich vier rot beleuchtete Buttons zur Auswahl der Modi VOICE, STYLE, SONG und GROOVE CREATOR.

Anschlüsse

Auf der Rückseite sind alle Anschlüsse des PSR-E463 untergebracht. Hier findet man einen Kopfhörerausgang, der zugleich der einzige Stereo-Ausgang des Keyboards ist. Um das PSR-E463 an eine Verstärkeranlage oder ein Mischpult anzuschließen, benötigt man also einen Adapter. Einen echten Stereo-Ausgang wie das Geschwistermodell PSR-EW410 besitzt das PSR-E463 leider nicht.

Das Keyboard verfügt über einen Stereo-Audioeingang in Form einer Miniklinkenbuchse, an den zum Beispiel ein Audioplayer angeschlossen werden kann. Beim Abspielen von Musik über diesen Anschluss kann man die Funktion CENTER CANCEL nutzen, um die Gesangs- bzw. Melodiestimme zu entfernen. Je nach Ausgangsmaterial funktioniert das manchmal gut, oft aber eher weniger gut.

Des Weiteren bietet das PSR-E463 einen Anschluss für ein Sustainpedal, das nicht mitgeliefert wird, sowie zwei USB-Buchsen. USB TO HOST dient zur Verbindung mit einem Computer und überträgt nicht nur MIDI-Daten, sondern auch Audio. Durch das im Keyboard integrierte USB-Audiointerface wird es beispielsweise möglich, das Signal vom Keyboard direkt als Audiosignal in einer Musiksoftware aufzunehmen, oder Audio vom Computer über die Lautsprecher des Keyboards wiederzugeben. Auf Windows-Rechnern ist dafür ein Treiber erforderlich (Yamaha-Steinberg USB Driver), der von der Yamaha Website heruntergeladen werden kann. Auf dem Mac funktioniert es ohne gesonderten Treiber. Mit einem speziellen Adapter wie z. B. dem Apple Lightning-to-USB-Adapter kann man auch ein Mobilgerät bzw. Tablet an die Buchse USB-to-Host anschließen. Yamaha bietet einige kompatible, kostenlose Apps an, mit denen sich der Funktionsumfang des Keyboards erweitern lässt. An die Buchse USB TO DEVICE lässt sich ein Speicherstick anschließen. Darauf kann man Benutzerdaten wie aufgenommene Songs oder Registrierungen speichern. Außerdem lassen sich Audio-Dateien im WAV-Format direkt vom USB-Stick abspielen und auch darauf aufzeichnen. Diese Funktion besaß das Vorgängermodell noch nicht.

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