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25.02.2016

Welche Vertriebsmöglichkeiten gibt es?

Um euch den Online-Vertriebs-Dschungel etwas verständlicher zu machen, haben wir im Anschluss die wichtigsten Anbieter in der Übersicht!

Spinnup

Spinnup ist im Vergleich ein relativ günstiger Vertrieb. Künstler erhalten 100% der Einnahmen und kostentechnisch bleibt es bei der jährlichen Grundgebühr von

  • 9,99€ für eine Single (1-2 Titel)
  • 19,99€ für eine EP (3-6 Titel)
  • 39,99€ für ein Album (bis zu 14 Titel)

Eure Songs sind in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach der Einreichung in den gewählten Shops verfügbar. Über umfangreiche Performance-Messungstools kann nachvollzogen werden, wann, wo und über welchen Shop die Musik gekauft oder gestreamt wurde. Interessant ist auch, dass man sich die Einnahmen jederzeit auszahlen lassen kann.

Bei Spinnup hören sich Talent Scouts die veröffentlichte Musik an und können ein Feedback sowie Hilfestellung bei der Vermarktung bieten. Da Spinnup zu Universal Music gehört, besteht zu dem Label ein direkter Draht. Über Spinnup haben so auch schon Künstler in der Folge einen Plattenvertrag bei Universal erhalten.

Neben der reinen Musikvermarktung bietet Spinnup noch ein Social-Media-Tool an, das Facebook, Twitter, Soundcloud, Youtube und weitere "bündelt" und die relevanten Statistiken anzeigt.

Weitere Informationen zu Spinnup gibt es hier:

www.spinnup.com
www.spinnup.com/de/preise/

iMusician

iMusician ist ein deutschsprachiger Service. Bei iMusician kann man je nach "Ausmaß" der Distribution verschiedene Pakete in Anspruch nehmen. Der Einstiegspreis liegt bei

  • 9€ für Singles
  • 19€ für EPs
  • 29€ für Alben

Zu beachten ist allerdings die Kommission von 30%. In dem günstigen Starterpaket ist auch nur ein Shop inbegriffen, für die Distribution in mehreren Shops ist mindestens das "Regular"-Paket notwendig. Der Einstiegspreis liegt hier bei 19€ für eine Single mit 15% Kommission.

Neben dem Musikvertrieb bietet iMusician noch Musikverlags-Administration an und kümmern sich um die Registrierung der eingereichten Werke. Zusätzlich habt ihr die Möglichkeit, eure Mucke bei Youtube monetarisieren zu lassen - wird eure Musik also in Youtube-Videos verwendet, sorgt iMusician dafür, dass ihr dafür ein bisschen Geld seht. Das funktioniert auch bei Video-Uploads von Dritten.

Weitere Informationen zu iMusician:

www.imusiciandigital.com/de
www.imusiciandigital.com/de/preise

Tunecore

Tunecore ist einer der größten Anbieter mit sitz in den Vereinigten Staaten. Inzwischen gibt es auch eine deutschsprachige Version, was das Handling hierzulande einfacher macht. Tunecore hat mit Spinnup vergleichbare Preise

  • eine Single kostet 9,99€
  • ein Album kostet 29,99€

Allerdings steigen die Gebühren ab dem zweiten Jahr auf 49€. Auch hier verbleiben 100% der Einnahmen beim Künstler.

Gegen Aufpreis werden Extras wie zum Beispiel Youtube-Monetarisierung und Radio Airplay geboten. Der Anbieter erstellt bei Bedarf auch Cover, Artworks und Merchandise. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann mit Tunecore auch CDs und Vinyls vermarkten. Auch das Mastering der eingereichten Songs ist bei Bedarf möglich.

Ihr könnt eure Musik auch über den Tunecore Musikverlag veröffentlichen und so in Film, Fernsehen, Werbung oder Videospielen platzieren. Außerdem sammelt Tunecore die euch zustehenden Tantiemen und zahlt sie euch mit einer Provision von 10% aus.

Weitere Informationen zu Tunecore:

https://www.tunecore.com.de/
https://www.tunecore.com.de/preise

CD Baby

CD Baby ist ein englischsprachiger Service, bei dem ihr eine Umsatzbeteiligung von 9% zahlt. Künstler können zwischen den Paketen Standard und Pro wählen - die Pro-Variante ist allerdings nur Bürgern der USA, Kanadas und Englands zugänglich. Die allgemein zugängliche Standard-Version umfasst weltweite digitale Distribution, Vermarktung auf Facebook, Youtube und im CD-Baby Shop. Auch CD-Vermarktung ist inbegriffen. Die kosten liegen bei

  • 9,95$ für eine Single
  • 49$ für ein Album

Zusammen mit der Umsatzbeteiligung ist CD Baby damit im Vergleich relativ teuer. 

Interessant bei CD Baby ist die Free-Variante. Mit dieser könnt ihr eure EP/euer Album kostenlos über den CD Baby Shop, Facebook und eure eigene Website vertreiben. Zusätzlich werden hier Extraleistungen wie ein Website-Baukasten, mit dem sich schnell und unkompliziert eine eigene Homepage erstellen lässt, sowie CD- und Vinyl-Pressung geboten. Auch Herstellung von Merchandise-Produkten ist möglich. 

Weitere Informationen zu CD Baby:

members.cdbaby.com  
members.cdbaby.com/cd-baby-cost.aspx
 

Feiyr

Der Dienstleister Feiyr hat mit die günstigsten Festpreise. Die Kontoaktivierung kostet einmalig 9,90€, jedes Release, ob Album oder EP, kostet unabhängig von der Auswahl der Shops 2,36€. Von den Verkaufserlösen erhält der Künstler 80%. Die Erlöse kann man sich jederzeit auszahlen lassen. 

Auch Feiyr bietet umfangreiche Analyse-Tools, mit denen die Verkäufe überwacht und die Trends der jeweiligen Portale eingesehen werden können. 

Interessant bei Feiyr ist die zertifizierte Partnerschaft mit Youtube. Die hochgeladenen Videos könnt ihr mit Feiyr verbinden und zum Beispiel monetarisieren. Feiyr hat ein breit gefächertes Angebot an Zusatzleistungen und gestaltet euch bei Bedarf Logos und Artworks, presst und vermarktet CDs und Vinyls, mastert bei Bedarf eure eingereichten Songs und vieles mehr. Wer lieber labert, kann hier auch eBooks vermarkten. ;)

Weitere Informationen zu Feiyr:

www.feiyr.com/de/main.html   
www.feiyr.com/de/service.html
 

iGroove Next

Der schweizer Vertrieb iGroove Next setzt auf eine Mischform aus recht hohen, allerdings einmaligen Basiskosten und einer recht geringen Provision von 8%. Die Upload-Gebühren betragen 

  • 19€ für eine Single
  • 29€ für eine EP
  • 49€ für ein ganzes Album

Die gängigen Zusatzleistungen wie CD-Pressung, YouTube-Monetarisierung und Mastering speziell für iTunes bietet iGroove ebenso an, wie einen zusätzlichen Promotion-Service. Ihr könnt eure Songs also in den populären Playlisten der Streamingdienste platzieren lassen oder diese direkt ins Radio bringen. Auch eine Air-Play Überwachung stellt iGroove zur verfügung. Freut euch allerdings nicht zu früh, die Promotion-Tools sind nicht gerade günstig und können euch auch keine Erfolgs-Sicherheit garantieren. 

Weitere Informationen zu iGroove Next:

www.igroovenext.com/ 
www.igroovenext.com/services/digitaler-musikvertrieb

Soundrop

Wenn ihr auf YouTube bereits erfolgreiche Song-Cover habt, oder einfach nur gerne Klassiker nachspielt und diese nun auch weiter veröffentlichen wollt, ist Soundrop das richtige für euch. Das amerikanische Unternehmen schließt die Marktlücke für rechtlich komplizierte Cover-Lizensierungen. Ihr müsst lediglich eure Audio-Datei hochladen und angeben von welchem Künstler ihr den Song gecovert habt. Soundrop benachrichtigt den Rechteinhaber, regelt die Verteilung der Einnahmen an den Urheber und sichert euch rechtlich ab. 

Für diesen Service berechnet Soundrop 9,99$ pro Song. Einen Anteil am Umsatz zweigt sich das Unternehmen nicht ab.

Weitere Infos zu Soundrop: 

www.soundrop.com 
www.soundrop.com/distributing-cover-songs.html

Routenote

Ähnlich wie man es von Spotify kennt bietet Routenote eine Art Freemium-Modell an, bei dem man sich aussuchen kann, ob man Provision oder Festpreis zahlt. In der "gratis" Version gehen 15% des Umsatz an den Vertrieb, in der provisionsfreien Premium Variante zahlt man 

  • 10$ pro Single
  • 20$ pro EP
  • 30$ pro Album

Zusätzlich zu dem einmaligen Upload-Preis streicht das englischsprachige Unternehmen 9,99$ jährlich ein. Ebenfalls kann man sich seine YouTube-Videos monetarisieren lassen, gleiches gilt auch für Soundcloud. 

Weitere Informationen zu Routenote: 

www.routenote.com/
www.routenote.com/services/artist

Die Preise in der Übersicht*

*Achtet bei den Preisen auf Unterschiede zwischen einmaligen Basiszahlungen und jährlichen Abgaben. Genauere Informationen findet ihr weiter oben oder auf den Websites der Anbietern. 

Single EP Album Provision
Spinnup 9,99€ 19,99€ 39,99€ 0%
iMusician 9,-€ 19,-€ 29,-€ 30%
Tunecore 9,99€ / 29,99€ 0%
CD Baby 9,95$ / 49,-$ 9%
Feiyr 2,36€ 2,36€ 2,36€ 20%
iGroove Next 19€ 29€ 49€ 8%
Soundrop 9,99$ / / 0%
Routenote 0€ 0€ 0€ 15%

Welcher Online-Musikvertrieb ist der richtige für euch?

Man sollte sich erstmal genau überlegen was man möchte: Wie viel Musik erwartet ihr zu verkaufen? Worum geht es euch bei der Online-Distribution?

Ihr wollt...

  • Musik nur zum Spaß an der Freude veröffentlichen?

    Dann solltet ihr euch eher an einem geringen Basispreis orientieren. „Umsatzbeteiligung“ klingt erst einmal abschreckend, wenn ihr aber keinen großen wirtschaftlichen Erfolg erwartet, ist dieser für euch allerdings eher zweitrangig.

  • mit eurer Musik richtig Kohle machen? 

    Eine geringe oder gar keine Verkaufsprovision ist für euch wichtig. Wenn ihr gut verkauft, habt ihr eine etwas höhere Grundgebühr schnell wieder drin und ab dem Zeitpunkt mehr von euren Einnahmen.

  • reichlich Zusatzleistungen wie Mastering und physischen Vertrieb? 

    Die meisten digital Vertriebe bieten viele verschiedene Leistungen. Allerdings sind diese meist sehr kostspielig. Nur für Musiker und Bands die langfristig auf größeren Erfolg setzen, sind die zahllosen Zusatzleistungen wirklich interessant. Es lohnt sich also wirklich, langfristig zu planen und zu vergleichen, welche Leistungen für einen selbst nützlich sein könnten. 

  • Cover von YouTube flächendeckend vertreiben?

    Hier muss vor allem die knifflige Rechtslage geklärt sein. Der Anbieter Soundrop ist auf die Lizensierung von Cover-Songs spezialisiert und ärgert sich für euch mit dem Copyright-Gesetz herum. 

 

Meine persönlichen Favoriten sind Spinnup und Feiyr. Spinnup, weil es sehr übersichtlich und günstig ist – und die Verbindung zu Talent-Scouts hilfreich ist: Ein professionelles Feedback kann die musikalische Entwicklung enorm fördern. Feiyr ist ebenfalls sehr günstig, auch wenn eine Verkaufsprovision einbehalten wird. Hier ist es mehr das Angebot an Zusatzleistungen, das ich interessant finde. Die meisten Online-Musikvertriebe haben ein sehr breit gefächertes Angebot. Den perfekten Online-Musikvertrieb gibt es meiner Meinung nach nicht – es bleibt immer die Frage: Was braucht ihr eigentlich?

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