Software
Test
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12.08.2019

VSL Vienna Ensemble Pro 7 Test

DAW-Software

Netzwerken ist alles!

Die Vienna Symphonic Library, kurz VSL, gehört schon seit Jahren zu den Standard-Tools von Produzenten und Komponisten weltweit. Zahlreiche Libraries, wie zum Beispiel Vienna Symphonic LibraryVienna Choir oder Vienna Imperial, bieten die unterschiedlichsten Sounds des Orchesters und vieler anderer Instrumente für zu Hause. 

Was aber tun, wenn der Rechner aufgrund der vielen Sounds schlapp macht? Auch dafür hat man bei VSL eine Lösung gefunden. Mit Ensemble Pro kann man mehrere Computer in ein Netzwerk einbinden, so kann der Master-Rechner die Aufgabe der Erzeugung eines Signals an Slave-Computer verteilen. Einem Monster-Setup à la Junkie XL, das aus vielen Server-Rechnern besteht, steht also nichts mehr im Wege.

Details

Allgemeines

Vienna Ensemble Pro gibt es für Windows ab Version 7 mit 32 und 64 Bit, MacOS-Nutzer benötigen mindestens Version 10.10. Folgende Formate sind verfügbar: Standalone, VST2, VST3, AU, AAXnative (für Pro Tools) und MAS (für Digital Performer). 

Zuerst muss auf der Homepage des Herstellers ein Account erstellt werden. Nach dem Kauf muss die Lizenz über das eLicenser-Control-Center dann auf einen Dongle übertragen werden, damit Ensemble Pro einwandfrei funktioniert. Möglich sind der hauseigene ViennaKey oder zum Beispiel ein Steinberg-Key. Schließlich muss auf allen zu verwendenden Rechner die Software installiert werden und jedes Gerät via LAN-Kabel miteinander verbunden werden. Weitere Audio- oder MIDI-Interfaces sind nicht nötig. 

What‘s the deal?

Die Idee hinter Ensemble Pro ist einfach und zugleich genial. Die Software ermöglicht ein Netzwerk zwischen mehreren Computern, unabhängig ihres Betriebssystems oder ihrer Architektur. So lässt sich problemlos auch ein Mac mit einem PC oder ein Rechner mit 32-Bit- mit einem mit 64-Bit-Architektur koppeln. Gesteuert wird das ganze Netzwerk über den Master-Computer und der darauf befindlichen DAW. Diese greift auf Ensemble Pro als Plugin zu und wird als normale Instrumentenspur angezeigt und genutzt. Die Slaves erhalten die MIDI-Informationen vom Master, erzeugen den Sound und schicken diesen dann zurück zum Master, wo er als Audiosignal ankommt. So kann man die Workloads einer Produktion auf mehrere Rechner verteilen, deren Anzahl grundsätzlich unbegrenzt ist. Filmkomponisten erstellen sich damit oft ein komplettes Orchester-Setup, ohne dass der Hauptrechner auch nur die kleinste Rechenaufgabe ausführen muss.

Aber auch wer einen uralten Rechner voller guter Samples in der Ecke stehen hat, ihn aber aufgrund seiner nicht mehr zeitgemäßen Leistung nicht mehr für die komplette Produktion nutzen kann, findet in Ensemble Pro die Lösung schlechthin. Oder wer wie ich seine Musikproduktion gerne offline belassen, aber nicht auf Tools wie Kontakt von Native Instruments oder Arcade von Output verzichten möchte, die ja eine regelmäßige Verbindung zum Internet verlangen, für den ist Ensemble Pro ebenfalls Gold wert. 

Außerdem erwähnenswert ist die Tatsache, dass außer einem LAN-Kabel und einem eLicenser-Dongle pro Slave-Rechner keine weitere Hardware benötigt wird. Auf dem Master-Computer wird Ensemble Pro lediglich als VST-Plugin benutzt, auf den Slaves kommen dann die Standalone-Version von Ensemble Pro und der Ensemble Pro Server zum Einsatz.

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